Fahndungsfoto bringt Kripo Lippe auf die Spur eines Verdächtigen
Im Freibad Kinderpornos gemacht

Lage (WB). Ein Mann soll im Freibad Werreanger in Lage (Kreis Lippe) Kinderpornofotos gemacht haben. Ein Richter hatte das ungepixelte Bild des Verdächtigen für die Fahndung freigegeben, nachdem alle Versuche der Polizei, ihn auf andere Weise zu identifizieren, fehlgeschlagen waren. Kaum stand das Fahndungsbild am Dienstag im Internet, gingen zahlreiche Hinweise bei der Polizei ein – und etliche Anrufer nannten den gleichen Namen. Es soll sich um einen Mann aus Lippe handeln.

Mittwoch, 09.10.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 14:44 Uhr
Das Freibad Werreanger wurde 1931 eröffnet und seitdem mehrfach umgebaut. Foto: Förderverein Freibad Werreanger

Der Fall: Am 29. Juni zogen sich zwei Freundinnen, 13 und 14 Jahre alt, gegen 19 Uhr in einer Umkleidekabine des Freibads um. Beide waren untenherum nackt, als die 14-Jährige bemerkte, dass jemand ein Handy unter der Trennwand hindurchschob und Fotos machte.

Betroffenes Mädchen fotografiert Gesicht des Täter

Eines der Mädchen riss dem Unbekannten das Smartphone geistesgegenwärtig aus der Hand und blätterte durch die gespeicherten Fotos. Polizeisprecherin Laura Merks: »Das Mädchen entdeckte etliche Fotos aus dem Umkleidebereich.« Die Bilder hätten nicht nur die beiden Freundinnen gezeigt, sondern auch andere Personen – männliche und weibliche. »Offenbar unter dem Schock der Geschehnisse löschte das Mädchen alle diese Fotos«, sagte Laura Merks.

Weil der Täter damals versuchte, sein Handy wiederzubekommen, erhaschte eines der Mädchen einen Blick auf sein Gesicht. Als die Schülerin dieses Gesicht auf dem fremden Handy wiedererkannte, fotografierte sie es mit ihrem eigenen Smartphone ab.

Die Mädchen zogen sich an und verließen die Umkleide, während der Unbekannte versuchte, sein Smartphone wiederzuerlangen. Ein Mädchen warf das Telefon daraufhin in den Kiosk hinter den Tresen und rief der Bedienung etwas zu, das diese aber offenbar missverstand. Denn sie händigte dem Täter das Telefon aus, der damit floh. Noch aus dem Freibad heraus riefen die Mädchen die Polizei an, die sofort Ermittlungen aufgenommen habe, wie die Sprecherin sagte. »Aber niemand kannte den Mann.«

Die Öffentlichkeitsfahndung mit dem Foto hatte innerhalb weniger Stunden offenbar Erfolg. Laura Merks: »Die Hinweisgeber waren ziemlich eindeutig. Die Kripo sieht gute Chancen, den Fall jetzt zügig zu klären.« Laut Gesetz droht dem Mann eine Gefängnisstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren.

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