Bachforellen im Werre-System – Fischereiverein startet Bestandskontrolle
Angelsaison ist beendet

Kalletal/Kreis Lippe (WB/rto). Die Angelsaison an Bega und Werre ist jetzt zu Ende, die ehrenamtliche Arbeit für den Erhalt der heimischen Fische, wie die Bachforelle, jedoch noch nicht. Zeit für Helmuth Sage, Vorsitzender des Lippischen Fischereivereins, und seine Vereinskollegen, mit Hilfe der Elektro-Befischungen an den kleinen Zuläufen wie dem Haferbach zur Bestandskontrolle und zur Entnahme laichfähiger Bachforellen auszurücken.

Freitag, 06.11.2020, 04:30 Uhr
Florian Parske mit dem Elektrofanggerät: Mit der beginnenden Laichzeit der heimischen Bachforelle nutzt der Lippische Fischereiverein die kalte Jahreszeit, um mit dem leichten elektrischen Strom Laichfische für die künstliche Vermehrung aus dem Bach zu entnehmen. Foto: Reiner Toppmöller

Erfassung der Bestände

Mit Hilfe eines Elektrofanggerätes wurden Teile des Baches zur Bestandsaufnahme befischt. Unter Auflagen und der Einhaltung von Naturschutzaspekten wird das Elektrofischen zum wissenschaftlichen Fischen, aber auch in der Berufsfischerei eingesetzt. Die Fische werden bei sachgemäßer Anwendung nicht getötet. Elektrofischen ermögliche es, Fischbestände schnell und schonend zu erfassen und zu untersuchen. Sie eigne sich besonders für Gewässer wie dem Haferbach.

Entnahme der Laichfische

Mit der beginnenden Laichzeit der heimischen Bachforelle nutzt der Lippische Fischereiverein die kalte Jahreszeit, um mit dem leichten elektrischen Strom Laichfische für die künstliche Vermehrung aus dem Bach zu entnehmen. Der speziell hierfür ausgebildete Angler Florian Parske und sein Team fangen die Bachforellen. Größere werden dann in der Zuchtanlage des Vereins bis zur Laichreife gehalten. Wenn die Fische geschlechtsreif sind, werden sie nach der Art von Stephan Ludwig Jacob abgestriffen und die befruchteten Eier werden in spezielle Brutrinnen gelegt, die mit sauerstoffreichem Quell- und Bachwasser durchströmt werden. Nach Eientwicklung und Dottersackstadium werden im Frühjahr die Sömmerlinge und noch nicht geschlechtsreifen Bachforellen in die Werre umgesetzt.

Kunstgriff hilft der Natur

Warum so etwas getan werden muss, erklärt der Fischereivereins-Vorsitzende: „Der Natur muss mit diesem kleinen Kunstgriff geholfen werden. Die natürliche Reproduktion ist durch viele Faktoren beeinträchtigt, so dass eine natürliche Fortpflanzung kaum mehr zum Erfolg führt. Die Ursachen sind vielfältig und in der Regel sind es anthropogene Einflüsse, die zu einem Rückgang der heimischen Fische führen. Wir helfen also der Natur, indem wir die Unbillen natürlicher und menschlicher Einflüsse umgehen und dann die Tiere mit einer besseren Überlebenschance in die natürliche Umgebung entlassen.“

Betreuung in Brutanlagen

Der Obmann für die Salmoniden, Volker Koch, kümmert sich in seiner Zuchtanlage um das Wohl der gefangenen Fische bis zur Laichreife. Die befruchteten Eier werden in einer Brutanlage mehrere Wochen betreut, bis der Dottersack aufgezehrt ist und die Brütlinge eigenständig fressen können. Die Verlustrate dieser Art der Nachzucht gegenüber einer natürlichen Vermehrung ist sehr gering. Die Besatzmaßnahmen der Bachforellen-Brütlinge erfolgen dann im kommenden Frühjahr, um den heimischen Bestand zu stützen.

Bestand weiter entwickeln

Ziel der Angelfischer ist es, dass sich zukünftig die einheimischen Bestände nachhaltig und natürlich entwickeln. Wichtig ist dabei, dass man auf den vorhandenen heimischen Bestand zurückgreift und somit auch dem Gesetzgeber gerecht wird. NRW fordert diese Arbeit im Fischereigesetz ein, und der Verein hilft gleichzeitig dem Erhalt der Artenvielfalt.

Helmuth Sage betrachtet aber auch das Ganze und nicht nur das Leben im Wasser. Die Ergebnisse der Befischung zeigten einen Fischbestand bestehend aus Forellen und den begleitenden Kleinfischen wie Koppen, Elritzen und Gründlingen. Ernüchternd seien nach ersten Erkenntnissen aber die Bestände und deren Struktur, so Sage. „Große weibliche Fische fehlen, ein Zeichen womöglich der Folge fehlender Niederschläge und eben des fehlenden Wasserstandes im Bach. Die größeren Salmoniden sind noch nicht aus der Werre in das ihnen vertraute Laichhabitat aufgestiegen“, erläutert der Fischerei-Fachmann.

Fischwilderer sind unterwegs

Die vielen Sömmerlinge zeigten aber auf, dass der seit Jahren beschrittene Weg einer ökologischen Besatzwirtschaft im Sinne eines natürlichen Naturhaushaltes erfolgreich ist, so der Vereinsvorsitzende. Allerdings fehlten in Teilabschnitten gänzlich die großen Bachforellen. An den kleinen Pfaden zum Bach hin sei erkennbar, dass Fischwilderer am Werke sein. Davon zeuge auch eine gefundene Angelschnur mit einem Kunstköder.

Haferbachaue

Die Haferbachaue selbst hat sich dagegen strukturell gut entwickelt. Erfreulich, so der Vereinsvorsitzende, seien die sehr breiten Uferrandstreifen, die doch für einen Insektenreichtum am und letztlich auch im Wasser sorgen. Die gemeinsamen Ziele, die man mit der Landwirtin Anna Luetgebrune in Angriff genommen h

 

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