SPD-Politiker Klaus Brandner im Dorfgemeinschaftshaus Kalldorf
Der Gewinn an Freiheit

Kalletal (WB). Georg Lätzsch, der als Kind beides, die Trennung der Deutschen und die Trennung von Eltern und Geschwistern selbst hatte erleben müssen, war sicherlich genau der Richtige, Klaus Brandner im Dorfgemeinschaftshaus zur Festveranstaltung des SPD-Ortsvereins zu begrüßen und in das Thema einzuführen.

Mittwoch, 09.10.2019, 08:00 Uhr
Der kommissarische Ortsvereinsleiter Wilfried Gerkensmeier (links) und Geschäftsführer Georg Lätzsch (rechts) mit dem im Kalletal aufgewachsenen SPD-Politiker Klaus Brandner.

Der in Kalletal-Bentorf aufgewachsene Klaus Brandner (70) ist in Kalldorf kein Unbekannter. Der gelernte Elektrotechniker und spätere Gewerkschaftssekretär war von 1998 bis 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages und von 2007 bis 2009 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales. Der bekannte Sozialdemokrat ist in seiner Heimat ein Garant dafür, dass eine Veranstaltung mit ihm starkes Interesse findet und guten Besuch hat. Das war auch bei der Feier des Jahrestages der Einheit in Kalldorf so.

Glücksfall der deutschen Geschichte

Der Fall der Mauer vor 30 Jahren und ein Jahr später die deutsche Einheit seien ein Glücksfall der deutschen Geschichte, stellte Brandner fest. Der Gewinn von Einheit und Freiheit im Einvernehmen mit den Großmächten und ohne Blutvergießen, verbunden mit Reisefreiheit und mit einem allgemeinen Glücksgefühl, habe für Deutschland neue, unerwartete Perspektiven und gleichzeitig neue Herausforderungen ergeben.

Die Lösung der deutschen Frage habe die Entwicklung zu einem Europa ohne Grenzen und der Europäischen Union erst möglich gemacht. Dass bei einer solchen grundsätzlichen Neuordnung in Deutschland auch Fehler gemacht worden seien, könne und müsse man öffentlich zugeben. Der Gewinn an Freiheit mache aber alle Fehler wett.

»Herausforderungen sind gefragt«

Nicht Meckern und Verzagtheit seien gefragt, sondern die Herausforderungen annehmen und meistern. Brandner: »In Anbetracht der Entwicklungen in der Welt ist es erforderlich, dass wir aufhörten, uns vorwiegend nur mit uns selbst zu beschäftigten, statt der Einigung Europas die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken.«

Der Festvortrag war Grundlage für zahlreiche Gespräche und muntere Diskussionen, zu denen die Gäste noch länger beisammen blieben.

 

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