Streit über den Namen des neuen Bootes will nicht enden
Weserfähre zu Wasser gelassen

Kalletal (WB). Rechtzeitig zur Saisoneröffnung am 1. April ist die neue Weserfähre in Varenholz zu Wasser gelassen worden. Der derzeitige Wasserstand der Weser lässt darauf hoffen, dass sie erstmals seit ihrer Indienststellung auch den Fährbetrieb aufnehmen kann.

Donnerstag, 04.04.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 17:48 Uhr
Die neue Fähre schwebt kurz vor dem Einsetzen knapp über dem Wasser. Der Steg ist schon fixiert. Foto: Reiner Toppmöller

Nicht aufhören wollen dagegen die Proteste aus der Bevölkerung zum Namen der Fähre . »Hakuna Matata« habe nichts mit der Heimat und dem regionalen Bezug zu tun, sagen die Kritiker.

SPD Ortsverband interveniert

Jetzt liegt sogar ein Schreiben des SPD-Ortsverbandes Varenholz-Stemmen und einer Einzelperson aus Stemmen vor, die Gemeinde und Heimatverein auffordern, den Namen der Fähre zu ändern. Während die Gemeinde auf das faire Verfahren zur Namensfindung hinweist – damals wurde ein Wettbewerb ausgelobt – sieht der Heimatverein sich hier nicht in der Pflicht.

Zwar sei der Heimatverein soweit im Boot, dass er sich finanziell an der Fähre beteiligt habe, mit den Fährleuten das Personal stelle und sich um die Fähre kümmere, aber für die Namensgebung sei der Heimatverein nicht zuständig, sagte Michael Eggersmann auf Anfrage.

THW leistet tatkräftig Hilfe

Unbeschadet der Diskussion um den Namen wurde die Fähre jetzt unter Einsatz schweren Gerätes am Samstag in die Weser gesetzt. Das war kein leichtes Unterfangen und nur mit Hilfe eines großen Krans und dem entsprechenden Einsatz zahlreicher Helfer möglich.

Auch ein Trupp des THW Minden war mit zwei Booten gekommen und machte den Besuch und die Hilfe gleich zu einer Übung. Rückwärts musste das Schiff an den Anleger bugsiert werden, bevor es durch den Kran angehoben und ins Wasser gesetzt werden konnte.

Eine aufwändige Aktion die etwa zwei Stunden gedauert hat und mit dem Überbringen des Gierseils von der Veltheimer auf die Varenholzer Seite durch das THW endete.

Fährleute in Ausbildung

»Die Aktion ist schon aufwändiger als mit der alten Fähre. Die Neue ist nicht nur größer, sondern auch schwerer. Wenn der geplante Weserdurchstich an den Kiesteichen genehmigt werden sollte, wird es einfacher. Dann schleppen wir die Fähre an das Kieswerk, wo es dann leichter aus dem Wasser genommen werden kann«, sagt Fährmann Martin Deppe.

Zurzeit ist er der einzige Fährmann. Alfred Huck, der alte und beliebte Fährmann, wird in diesem Jahr aus Altersgründen nicht mehr dabei sein. Michael Tenge unterstützt zwar den aktuellen Fährmann, er muss aber noch in dieser Saison die Prüfung zum Fährmann ablegen. Auch Sabine Reineke-Erke muss noch einige Stunden aufbringen, um die Prüfung als Fährfrau abzulegen.

Wochenend- und Feiertagsbetrieb

Die Fähre wird jetzt ihren Betrieb wieder bis Oktober jeweils an den Wochenenden und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr aufnehmen. Überfahrten während der Woche sind nur mit Anmeldung von Gruppen mit mindestens zehn Personen möglich. Sie sollten bei der Gemeinde Kalletal, Telefon: 05264/644-113 angemeldet werden.

Die einfache Fahrt kostet für Erwachse einen Euro und für Kinder 50 Cent. Die Überfahrt mit einem Fahrrad kostet für Erwachsene zwei Euro und für Kinder einen Euro. Bei Hoch- und Niedrigwasser, bei Gewitter oder Starkregen wird der Betrieb unterbrochen beziehungsweise eingestellt.

 

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