Schwimmmeister entdeckt Kind im Hallenbad Rehme auf Beckenboden Nach Tod bei Schwimmkurs: Junge wird obduziert

Bad Oeynhausen/Kalletal (WB). An den Folgen eines Unglücksfalls bei einem Schwimmkurs im Rehmer Hallenbad ist ein Junge (6) aus Kalletal gestorben. Der Schwimmmeister bemerkte das Kind am Samstagmorgen reglos am Boden des Beckens.

Von Claus Brand
Der Eingangsbereich zum Rehmer Hallenbad: Am Samstagmorgen ist es dort in einem Schwimmkurs für Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren zu einem tragischen Unglücksfall gekommen. Der Schwimmmeister entdeckte den sechsjährigen Jungen aus Kalletal am Beckenboden. Er konnte nicht mehr gerettet werden.
Der Eingangsbereich zum Rehmer Hallenbad: Am Samstagmorgen ist es dort in einem Schwimmkurs für Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren zu einem tragischen Unglücksfall gekommen. Der Schwimmmeister entdeckte den sechsjährigen Jungen aus Kalletal am Beckenboden. Er konnte nicht mehr gerettet werden. Foto: Angelina Zander

Lebensrettende Sofortmaßnahmen sofort eingeleitet

Nach unverzüglich eingeleiteten lebensrettenden Sofortmaßnahmen wurde das Kind noch ins Johannes-Wesling-Klinikum in Minden gebracht, wo der Junge aber starb. Notarzt und Rettungsdienst waren gegen 11 Uhr gerufen worden. Dies erklärten Staatsanwaltschaft und Polizei bereits am Samstag in einer gemeinsamen Erklärung.

Zwölf Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren nahmen an dem Schwimmkurs teil. Dafür war das 10 mal 25 Meter große Becken im Rehmer Hallenbad durch ein Seil in einen Nichtschwimmer- und einen Schwimmerbereich eingeteilt. Bei dem Becken handelt es sich nach Angaben der Stadtwerke Bad Oeynhausen (SBO) auf deren Internetseite um ein so genanntes Variobecken mit Nichtschwimmerbereich.

Notfallseelsorger kümmerten sich um Angehörige und Beschäftigte

Die Eltern der Kinder hielten sich während des Unglücks nach Angaben der Polizei in einem Vorraum des Bades an der Hermann-Löns-Straße auf. Notfallseelsorger kümmerten sich im Mindener Klinikum um die Angehörigen des verstorbenen Jungen und vor Ort um den ebenfalls unter Schock stehenden Schwimmlehrer sowie den Schwimmmeister.

Die Polizei Minden-Lübbecke ermittelt jetzt, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. Die hinzugezogene Staatsanwaltschaft Bielefeld ordnete zur Klärung der Todesursache noch am Samstag eine Obduktion des Kindes an.

Das sagt der Bürgermeister

Bürgermeister Achim Wilmsmeier wurde unmittelbar nach dem Vorfall im Rehmer Hallenbad durch die Stadtwerke informiert. Gemeinsam mit dem SBO-Vorstand organisierte er die Betreuung der Mitarbeiter und suchte auch vor Ort das Gespräch. Der Vorfall mache sehr betroffen, erklärte der Chef der Stadtverwaltung: »Wir sind in Gedanken bei der Familie des kleinen Jungen«, heißt es wörtlich in einer Mitteilung des Bad Oeynhausener Bürgermeisters.

Seit Jahresbeginn betreiben die Stadtwerke Bad Oeynhausen als Tochterunternehmen der Stadt das Hallenbad in Rehme. Die Schwimmkurse werden nach Informationen dieser Zeitung von einer Honorarkraft geleitet.

Schulschwimmen abgesagt

Am Sonntag erklärte Stadtwerke-Sprecher Rüdiger Ernst auf Anfrage, dass das Schulschwimmen im Hallenbad Rehme am heutigen Montag nicht stattfindet. Die betroffenen Schulen würden entsprechend informiert. Wie von Dienstag an mit den Öffnungszeiten für das Hallenbad verfahren werde, soll am heutigen Montag entschieden werden.

Die Schwimmkurse und ihr Ablauf

Regelmäßig werden im Hallenbad Rehme Schwimmkurse für Vier- bis Sechsjährige angeboten. Am Ende der zehn Einheiten können die Kinder das »Seepferdchen« ablegen, das heißt unter anderem, das 25-Meter-Becken einmal ohne Hilfe durchqueren zu können. Der aktuelle Kurs, bei dem es Samstag zu dem tragischen Todesfall kam, war in der Vorwoche gestartet.

Während der einstündigen Schwimmstunde halten sich die Eltern üblicherweise im Vorraum des Bades nahe der Kasse auf, berichtete eine Mutter im WB-Gespräch, die mit ihrer Tochter (5) vor einigen Monaten einen Kurs in Rehme belegt hatte. »Dort stehen Tische und Stühle. Es gibt auch eine Sichtverbindung zum Becken. Dort sollen sich die Eltern aber in der Regel nicht aufhalten, um nicht die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich zu ziehen.«

Die Atmosphäre während des Kurses hat die Bad Oeynhausenerin als »gut« und »freundlich« wahrgenommen. Den Ablauf schildert sie nach ihrem Erleben vor einigen Wochen so: »Die Kinder spielen und planschen vornehmlich im Nichtschwimmerbereich, wo sie stehen können. Einzeln begleitet der Schwimmlehrer Kinder ins Tiefe, um dort gezielt zu üben.« Eine zweite Person sei im Bad anwesend gewesen. Nach ihrer Wahrnehmung war das ein Schwimmmeister, während in ihrem Kurs ein junger Mann aus Vlotho als Honorarkraft die Kinder im Becken betreut habe.

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