Horn-Bad Meinberg: Mutter soll an 20 Taten beteiligt gewesen sein
Mädchen 60 Mal missbraucht?

Horn-Bad Meinberg (WB). Im Fall des Elternpaares aus Horn-Bad Meinberg, das wegen des mutmaßlichen Missbrauchs einer Tochter in Untersuchungshaft sitzt, geht die Staatsanwaltschaft im Moment von 60 Taten des Vaters aus. »Die Mutter war wahrscheinlich an etwa 20 Taten beteiligt«, sagte gestern Johanna Dämmig, die stellvertretende Sprecherin der Staatsanwaltschaft Detmold.

Donnerstag, 28.03.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 28.03.2019, 09:08 Uhr
Das ehemals versiegelte Türschloss des Einfamilienhauses. Foto: Christian Althoff

Wie berichtet, waren die Eltern am 15. März festgenommen worden, nachdem die Frau gegenüber einem Bekannten Äußerungen über die Taten gemacht hatte. Dieser Zeuge war daraufhin zur Polizei gegangen.

Christian Thüner aus Herford, der Anwalt des Beschuldigten, sagte, es sei »unglücklich«, dass der Fall öffentlich bekannt geworden sei. »An erster Stelle muss der Schutz der Kinder stehen. Ihre Identität darf nicht bekanntwerden.«

Der Kreis Lippe hatte das mutmaßliche Opfer und seine Schwester in Obhut genommen. »Die beiden werden in jeder Hinsicht professionell betreut«, sagte Kreissprecher Steffen Adams.

Sorge der beiden inhaftierten Elternteile gelte den Kindern

Zu Informationen, nach denen der Vater gegenüber dem Haftrichter Missbrauchstaten von erheblichem Gewicht zugegeben haben soll, wollte Rechtsanwalt Thüner keine Stellung nehmen. »Der Beschuldigte und seine Frau, die von meiner Kollegin Deborah Weinert vertreten wird, machen im Moment keine Angaben. Es ist aber richtig, dass sie beim Haftrichter etwas zugegeben haben.«

Thüner erklärte, die große Sorge der beiden inhaftierten Elternteile gelte den Kindern. »Sie fragen sich, was jetzt aus den Mädchen wird, und möchten natürlich am liebsten alles ungeschehen machen. Natürlich ist klar, dass das so einfach nicht geht.« Ob die Familie jemals wieder vereint werde, stehe in den Sternen. Immerhin säßen die Eltern in Untersuchungshaft, weil das Amtsgericht eine Wiederholungsgefahr sehe.

Die Polizei wertet im Moment Datenträger aus, die sie in dem Haus der Familie sichergestellt hatte. Rechtsanwalt Thüner sagte, soweit er wisse, gebe es im Moment aber nicht den Vorwurf, dass die Eltern bei Taten Fotos hergestellt haben sollen. »Aber die Kripo muss natürlich auf Nummer sicher gehen und genau hinschauen.«

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