Jäger wollte im Jahr 2015 einen Waschbär erstechen und traf den Kopf von Terrier Winston
Langer Streit um erblindeten Jagdhund beendet

Detmold (WB/ca). Fünf Jahre nach einem Jagdunfall, bei dem ein Terrier schwer verletzt worden war, haben zwei Jäger aus Lügde ihren Streit vor dem Landgericht Detmold mit einem Vergleich beendet.

Mittwoch, 07.10.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 07.10.2020, 10:50 Uhr
Ein Waschbär läuft über eine Wiese (Symbolbild). Foto: Sina Schuldt/dpa

Die Jagd fand 2015 statt. Der vierjährige Jagdterrier Winston stellte einen Waschbären, packte ihn am Hals und hielt ihn fest. Die Jäger kamen hinzu, und einer zog sein Messer. Das wird üblicherweise am Brustkorb der Beute angesetzt, um dann zuzustoßen. Der Jäger soll jedoch ausgeholt haben, und er traf beim Zustechen den Kopf des Terriers. Das Messer ging durch den Knochen ins Auge. Der Hund wurde in der Kleintierklinik Lichtenau gerettet, aber er erblindete einseitig.

Mehr als 15.000 Euro Schadenersatz gefordert

Der Besitzer fordert Schadensersatz – 6000 Euro für den Hund und 9600 Euro für entgangene Decktaxen. Denn vor dem Unfall wurde Winston sechs Mal im Jahr zum Decken eingesetzt, was jedes Mal 400 Euro eingebracht haben soll. Nach Angaben des Besitzers nahmen potenzielle Kunden nun aber Abstand davon, ihre Hündin von Winston decken zu lassen, wenn sie seinen Kopf sahen.

Die Lippische Landesbrandversicherung, die Haftpflichtversicherung des Jägers, wollte nur 600 Euro zahlen. Der Hundebesitzer klagte, aber das Verfahren zog sich hin, weil immer neue Gutachten nötig wurden. Ein Gutachter bestätigte, dass das Zustechen nicht waidmännisch gewesen sei. Ein anderer erklärte, trotz der einseitigen Erblindung hätte man den Hund weiter für Zucht und Jagd einsetzen können. Jetzt einigten sich die Jäger darauf, dass Winstons Besitzer 3750 Euro bekommt, aber 75 Prozent der Gerichtskosten tragen muss. Az.: 01 O 90/17

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