Freitag bis Sonntag in Detmold – Rolf Becker und Robert Stadlober lesen vor
Italiens Literaten zu Gast in OWL

Detmold (WB/as). Italiens zeitgenössische Literatur ist reich an großartigen Autorinnen und Autoren. Zu nennen sind da unter anderem Giulia Caminito, Davide Longo, Marco Balzano und Paolo Giordano. Von Freitag bis Sonntag bringt das Literaturbüro OWL italienische Schriftsteller und ihre Werke in die Region.

Mittwoch, 07.10.2020, 02:00 Uhr
Giulia Caminito ist so etwas wie der Stargast in Detmold. Ihr Roman „Ein Tag wird kommen“ sorgt für Aufsehen. Foto: Rino Bianchi

Im Detmolder Sommertheater zeichnen der italienische Literaturwissenschaftler und Übersetzer Luigi Reitani und Moderator Jürgen Keimer am Freitag, dem 9. Oktober, ab 19.30 Uhr ein leuchtendes Porträt der italienischen Literatur nach 1945. Sie zeigen, dass die italienische Kulturszene der Nachkriegszeit maßgeblich von Verlegerpersönlichkeiten sowie bedeutenden Lektoren und Autoren geprägt wurde.

Mit Davide Enia und Giulia Caminito sind am Samstagnachmittag, dem 10. Oktober, ab 14 Uhr zwei Vertreter der italienischen Gegenwartsliteratur zu Gast. Davide Enia erzählt in seinem 2019 erschienenen Roman „Schiffbruch vor Lampedusa“ die Geschichte von Menschen, die die Erfahrung der Zerbrechlichkeit der Existenz und den Anblick des Todes miteinander teilen und weitergeben.

Giulia Caminitos Roman „Ein Tag wird kommen“ (2020) ist eine italienische Familiengeschichte in Zeiten des aufkeimenden Faschismus, ein politischer Roman über Schuld und Anarchie, Widerstand und unverwüstliche Hoffnung – in einer Sprache, so zärtlich-rau wie die Liebe zwischen zwei Brüdern. Im Gespräch mit Jürgen Keimer und den Übersetzerinnen Susanne Van Volxem und Barbara Kleiner stellen die Autoren ihre Bücher vor und zeigen, dass sich eine fantasiereiche und intelligente Erzählweise sehr wohl mit einem Anliegen verbinden lässt. Der Sprecher und Schauspieler Thomas Streipert liest die deutschen Übersetzungen.

Am Samstag, dem 10. Oktober, feiert Etta Scollos Konzertlesung „Voci di Sicilia“, die sie zusammen mit ihrem Ensemble und Schauspieler Robert Stadlober auf die Bühne bringt, ab 19.30 Uhr Premiere in Deutschland. Das Programm zeugt von der unerschöpflichen Vielfalt und Lebendigkeit Siziliens im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Europa und Afrika. Die italienische Sängerin veröffentlicht erstmals eigene Erzählungen, die mit ihren Liedern und mit Texten sizilianischer Dichter und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verflochten werden.

Am Ende des Festivals steht am Sonntag, dem 11. Oktober, ab 11.30 Uhr ein Klassiker der italienischen Literatur: Pier Paolo Pasolinis „Die lange Straße aus Sand“. Schauspielgröße Rolf Becker lässt den Reisebericht entlang der italienischen Küste in seiner Lesung lebendig werden. Im Sommer 1959 legte Pasolini im Auftrag einer Mailänder Zeitschrift über 3000 Kilometer in einem Fiat Millecento zurück. Der entstandene Text ist das genaue und eigenwillige Dokument einer Zeit zwischen dem Ende der Tradition und der aufziehenden Globalisierung.

Informationen zu Eintrittskarten und Corona-Schutzauflagen stehen im Internet auf der Seite des Literaturbüros OWL.

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