Musikhochschule hat sich zwei Jahre vorbereitet
Detmold: 60 Veranstaltungen zu Beethovens Geburtstag

Detmold (WB). 250 Jahre Beethoven: Auch an der Detmolder Hochschule für Musik (HfM) steht 2020 ganz im Zeichen des Komponisten. Insgesamt geht es in 60 Veranstaltungen um das Genie und sein Werk. „Die Studenten holen sich alle ihren Beethoven, niemand will hier an ihm vorbei“, sagt Professor Manuel Lange.

Mittwoch, 05.02.2020, 05:30 Uhr
250 Jahre Beethoven auch in Ostwestfalen-Lippe: Die Installation „Inside Beethoven! Das begehbare Ensemble“ ist im Lippischen Landesmuseum Detmold und danach im Paderborner Heinz-Nixdorf-Museumsforum zu sehen. Foto: Simon Waloschek

Als künstlerischer Prorektor hat er das Jubiläumsjahr mitgeplant. Und dabei ist mehr herausgekommen als Variationen der berühmten 9. Sinfonie, deren 4. Satz mindestens so populär ist wie Carl Orffs „Carmina Burana“.

Prof. Manuel Lange

Prof. Manuel Lange Foto: Ackermann

„Die 9. Sinfonie wird in ihrer Popularität nur noch von Beethovens ‚Für Elise’ übertroffen“, scherzt Lange. Die Melodie sei „offenbar sehr strapazierfähig und wird auch sehr strapaziert“. Das Neue war damals, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dass „am Ende einer Sinfonie ein Chor und Gesangssolisten auftraten“. Zur Bekanntheit trägt auch bei, dass die „Ode an die Freude“ aus dem letzten Satz seit 1972 die offizielle Hymne der Europäischen Union und des Europarates ist. Dabei war Beethoven (1770-1827) nicht der erste Komponist, der Friedrich Schillers Gedicht vertonte (1823). Franz Schubert (1797-1828) war ihm 1815 zuvorgekommen.

Wiener Klassik ist Standard im Studium

„In Detmold ist die Wiener Klassik Standard im Studium. Und kein Pianist kommt ohne Beethoven aus, weil er das Klavier so revolutioniert hat“, sagt der künstlerische Gesamtleiter von BTHVN2020/Detmold, so der Slogan im Gedenkjahr. Vor einer überzogenen Popularisierung Beethovens hat er keine Sorge. „Das sehe ich recht entspannt. Wenn Crossover-Projekte Zugänge schaffen, dann immer gerne. Mir nimmt das von meinem Beethoven nichts weg.“

Sein Beethoven? An der Hochschule gibt es die Reihe „Mein Beethoven“. Professorinnen und Professoren erzählen von ihrem persönlichen Zugang zu Beethoven und tragen Lieblingsstücke auf ihren Instrumenten vor. Manuel Lange ist am 10. Mai dran und wird sich „An die ferne Geliebte“ vornehmen. „Das ist aufgrund seiner durchkomponierten Form und des ihm immanenten Themas ‚Lied’ der ultimative Liederzyklus.“ Vor zwei Jahren begann die Vorbereitung auf das Beethoven-Jahr. „Bei uns fühlen sich viele berufen, etwas beizutragen“, sagt Lange mit Blick auf das Programm. Sogar die Schlagzeuger haben ihren Zugang zum Werk gesucht und mit „Marimba meets Beethoven“ (Streichquartett F-Dur op. 18,1) gefunden.

Stummfilm wird an der Orgel begleitet

Weitere Höhepunkte: Das Auryn-Quartett führt alle 16 Streichquartette Beethovens auf (7. bis 9. Februar und 5. bis 7. Juni); der Stummfilm „Beethoven“ (1927) von Hans Otto Löwenstein mit Fritz Kortner in der Titelrolle wird von Professor Tomasz Adam Nowak live und improvisiert an der Orgel begleitet (18. April, Konzerthaus); Beethovens Schwerhörigkeit wird medizinisch und musikalisch beim Detmolder Sommertheater unter dem Titel „Im Himmel werde ich hören!“ thematisiert (30. und 31. Oktober).

Ungewöhnlichstes Projekt: begehbares Ensemble

Das ungewöhnlichste Projekt ist „Inside Beethoven! Das begehbare Ensemble“. In der Installation treten Musiker virtuell auf, die Besucher dürfen die Bühne betreten, an die Plätze der Musiker gehen und aus nächster Nähe beim Spielen zuhören. Gespielt wird das Septett Es-Dur op. 20 in der Version für Bläser und Streicher sowie in Beethovens eigener Triobearbeitung für Klavier, Klarinette und Cello op. 38. Derzeit ist die Ausstellung im Lippischen Landesmuseum Detmold zu sehen und vom 26. Februar bis 26. April im Paderborner Heinz-Nixdorf-Museumsforum.

www.hfm-detmold.de/bthvn2020/

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