Früherer OWL-Regierungspräsident im Alter von 89 Jahren gestorben Trauer um Walter Stich

Detmold (WB). Der langjährige Regierungspräsident des Regierungsbezirks Detmold, Walter Stich, ist am Samstagabend in Detmold im Alter von 89 Jahren gestorben. Stich war von 1979 bis 1995 oberster Landesbeamter in Ostwestfalen-Lippe.

Dieses Foto von Walter Stich entstand im Jahr 2010.
Dieses Foto von Walter Stich entstand im Jahr 2010. Foto: Oliver Schwabe

Regierungspräsidentin Judith Pirscher würdigt Stich für seinen Einsatz für die Region.„Mit Walter Stich ist ein überzeugter Begründer und Verfechter der ‚Idee Ostwestfalen-Lippe‘ von uns gegangen. Ohne ihn wäre die Region heute eine andere.“

Walter Stich habe als Motor und Moderator des Regionalbewusstseins gegolten, heißt es in einem Nachruf der Bezirksregierung. „Ostwestfalen-Lippe kann nur dann eine positive wirtschaftliche Entwicklung nehmen, wenn eine gemeinsame Identität und ein gemeinsames Handeln der Verantwortlichen in den heimischen Kommunen sichergestellt ist“ – diese Überzeugung habe Stichs Wirken als Regierungspräsident geprägt.

Die Marke OWL geht auf seine Initiative zurück

„Das Entstehen der ‚Marke OWL‘ ist maßgeblich auf die Initiative und die Durchhaltekraft von Herrn Regierungspräsidenten a.D. Stich zurückzuführen“, sagt Regierungspräsidentin Judith Pirscher. Die Potentiale Ostwestfalen-Lippes als wirtschaftlich prosperierende Region zu erkennen und andere zu gemeinsamem Handeln zu veranlassen, seien herausragende Fähigkeiten Walter Stichs gewesen, die er stets in den Dienst der Allgemeinheit gestellt habe, so die Regierungspräsidentin.

Auch an der Entwicklung der Bezirksregierung Detmold habe er nach Eintreten in den Ruhestand weiter großes Interesse gezeigt. Seine Verbundenheit zur Bezirksregierung habe er auch in allen Jahren nach seiner Pensionierung gelebt.

Zahlreiche Ehrenämter

Schon während seiner Dienstzeit engagierte sich Walter Stich in zahlreichen Ehrenämtern in Ostwestfalen-Lippe. Dazu zählt zum Beispiel der Lippische Heimatbund, dessen Vorsitz er von 1990 bis 2004 innehatte und dessen Ehrenmitglied er war. Außerdem war Stich Vorstandsvorsitzender der evangelischen Stiftung Ludwig-Steil-Hof, des Bezirksverbandes Ostwestfalen des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge sowie des Fremdenverkehrsverbandes Teutoburger Wald e.V., heißt es in der Würdigung Stichs durch die Bezirksregierung weiter.

Er war zudem Gründungspräsident der Philharmonischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe mit Sitz in Detmold.

Im Jahr 2000 wurde Stich zum Ehrensenator der Universität Bielefeld ernannt, von 1988 bis 2000 war er Vorsitzender des Kuratoriums der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft. Das vielfältige ehrenamtliche Engagement Walter Stichs wurde 1984 mit der Verleihung des „Bundesverdienstkreuzes am Bande“ und 1994 mit der Verleihung des „Großen Bundesverdienstkreuzes“ gewürdigt. Am 30. August 2019 erhielt Walter Stich den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Walter Stich hinterlässt seine Ehefrau Hildegard und drei Töchter.

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