Tatverdächtige Halbschwester (15) aus Detmold wird bei Facebook angegriffen Mord: Nicolas’ Familie sammelt für den Sarg

Detmold (WB). Nach dem Mord an dem dreijährigen Nicolas aus Detmold haben Verwandte in Polen eine Spendenaktion gestartet, um die Überführung sowie die Beerdigung in die Heimat der Familie zu finanzieren. Der tote Junge liegt seit der Obduktion im Kühlraum eines Bestatters.

Von Christian Althoff
Auf einer der Kerzen, die neben Blumen an dem Mehrfamilienhaus abgelegt wurden, steht »Friede sei mit Dir«.
Auf einer der Kerzen, die neben Blumen an dem Mehrfamilienhaus abgelegt wurden, steht »Friede sei mit Dir«. Foto: Guido Kirchner/dpa

Nicolas war Weihnachten 2015 in Deutschland zur Welt gekommen, die Familie hat polnische Wurzeln. Der Junge lebte mit seiner Halbschwester und seiner alleinerziehenden Mutter in Detmold. Dort wurde der Dreijährige am vergangenen Mittwoch offenbar von der 15 Jahre alten Halbschwester mit 28 Messerstichen im Schlaf getötet. Anschließend soll die Täterin mit Blut eine Botschaft an die Wand geschrieben haben, zu deren Inhalt sich die Ermittler nicht äußern. »Warum das Mädchen seinen Bruder so hasste, ist weiter unklar«, sagte Rechtsanwalt Helmut Wöhler aus Bad Salzuflen am Montag. Die Familienverhältnisse seien alles andere als ideal gewesen, »aber das gibt es ja häufiger«.

Auf dem polnischen Internetportal »Pomagam«, auf dem man Geld für die unterschiedlichsten Zwecke sammeln kann, haben Hinterbliebene am Wochenende Fotos von Nicolas veröffentlicht. Sie beziffern die Kosten für Überführung und Beerdigung auf umgerechnet 4000 Euro und bitten um Spenden. Dort steht: »Er war ein liebevoller und fröhlicher Junge, dessen Leben unerwartet ein schreckliches Ende genommen hat. Von Trauer erfüllt möchten wir ihn beisetzen, wo seine Nächsten leben, Menschen, die er geliebt hat und die ihn in ihre Herzen geschlossen haben.« Bis Montagabend hatten 220 Spender bereits die Hälfte der Summe aufgebracht.

Unterdessen greifen Menschen die verhaftete Schülerin auf ihrer Facebook-Seite an, machen ihr Vorwürfe und beleidigen sie. Auch das Bild einer Galgenschlinge wurde gepostet. Andere Nutzer versuchen, das Mädchen in Schutz zu nehmen und weisen auf die scheinbar schwierigen familiären Verhältnisse hin.

Kommentare

Politik sollte mal handeln

Nach dem Mord an den 3 jährigen Jungen in Detmold frage ich mich mal wieder warum nicht früher in schwierigen Familienverhaeltnisse eingegriffen wird. Sind die Verantwortlichen Ämter überfordert oder blind? Wie kann es denn sein das eine 15 jährige auf ihren kleinen Bruder aufpassen muss, während die Mutter arbeitet? Irgendwann muß da doch mal was schief gehen. Ist es ja in diesem Fall auch. Traurig aber wahr.

1 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7059927?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198397%2F2949417%2F