Landessynode beschäftigt sich mit Beschlussvorschlag
Lippische Landeskirche will Trauung für gleichgeschlechtliche Paare

Detmold (epd). In der Lippischen Landeskirche können sich auch gleichgeschlechtliche Paare voraussichtlich bald trauen lassen. Die Lippische Landessynode, die am 14. Juni in Horn-Bad Meinberg tagt, beschäftigt sich mit einem entsprechenden Beschlussvorschlag.

Dienstag, 04.06.2019, 19:35 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 19:38 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Dieser sieht ein Kirchengesetz zur Änderung der Ordnung über das Leben in der Gemeinde vor, wie der Lippische Landessuperintendent Dietmar Arends am Dienstag in Detmold mitteilte. Darin wird vorgeschlagen, künftig keinen Unterschied mehr bei der Trauung für Menschen gleichen oder unterschiedlichen Geschlechts zu machen. Damit reagiere die Kirche auf das im Jahr 2017 vom Bundestag beschlossene Recht auf Eheschließungen für gleichgeschlechtliche Paare.

Bislang gibt es Segnungsgottesdienste

Bislang gibt es in der Lippischen Landeskirche für gleichgeschlechtliche Paare in eingetragenen Lebenspartnerschaften Segnungsgottesdienste. »Als Kirche müssen wir uns nun entscheiden, wie wir uns im Blick auf die Ehe von Personen gleichen Geschlechts verhalten«, heißt es in der Begründung des Antrags. Pfarrer, die Bedenken gegen einen solchen Traugottesdienst haben, sollen dem Antrag zufolge nicht dazu verpflichtet werden. Eine Trauung homosexueller Paare ist unter anderem bereits in der Evangelischen Kirche im Rheinland möglich.

300.000 Euro jährlich zur Förderung von Projekten

Die im vergangenen Jahr von der Lippischen Landessynode beschlossenen Erprobungsräume für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen sollen nun starten, wie Arends sagte. Bis Ende August können Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen Projektideen einreichen. Eine Fachgruppe entscheidet über die Förderungen durch die Landeskirche. Voraussichtlich könnten die ersten Projekte ab Anfang des nächsten Jahres starten, sagte Arends. Die Modellprojekte können beispielsweise bei der regionalen Zusammenarbeit von Kirchengemeinden sowie in der Diakonie, Jugendarbeit oder Kirchenmusik neue Wege erproben. Die Landeskirche stellt dafür für die Dauer von fünf Jahren insgesamt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, also jährlich 300.000 Euro.

Lippische Landeskirche hat 159.000 Mitglieder

Als Schwerpunkt werde sich die Landesynode mit dem Bekenntnis der reformierten Partnerkirche in Südafrika (URCSA) befassen, kündigte Arends an. Das zur Zeit der Apartheit entstandene Bekenntnis thematisiere wichtige Themen wie Gerechtigkeit und Versöhnung. In einem Jahr soll die Synode darüber abstimmen, ob in der Verfassung der Landeskirche ein Bezug zu dem Bekenntnis aufgenommen werden soll. Damit würden auch Fragen des erstarkenden Antisemitismus und Rechtsextremismus sowie drängende Fragen nach der Gerechtigkeit in der Gesellschaft und der Welt berührt, hieß es. Die Lippische Landeskirche ist mit rund 159.000 Mitgliedern die drittkleinste der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland.

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