Benjamin Krentz übernimmt Gastronomie am Denkmal – mit Video
Dieser Mann tischt zu Füßen des Hermanns auf

Detmold (WB). Wenn’s für Benjamin Krentz gut läuft, wird er in den kommenden 20 Jahren die Besucher des Hermannsdenkmals mit Snacks versorgen.

Dienstag, 09.04.2019, 06:30 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 07:08 Uhr
Infinity-Chef Benjamin Krentz am Fuß des Hermannsdenkmals. Foto: Jan Gruhn

Der Druck ist hoch – schließlich bleiben von Ausflügen oft besonders die kulinarischen Eindrücke hängen. »Ich erinnere mich an einen Ausflug nach Weimar. Die Wurst dort war grauenhaft«, sagte Anke Peithmann, Vorsteherin des Landesverbandes Lippe. »Ich kann versichern: Unsere lippische Wurst schmeckt so gut, dass jeder den Hermann in bester Erinnerung behält«, kommentierte Krentz.

Krentz setzt auf Selbstbedienung

Wie der Landesverband gestern bekannt gab, wird Krentz mit seiner Infinity GmbH & Co. KG in den kommenden fünf Jahren den gastronomischen Betrieb am Hermannsdenkmal übernehmen – mit der Option auf Verlängerung um weitere 15 Jahre. Dabei wissen Krentz und seine Mitarbeiter bereits, worauf sie sich einlassen: Vor einem Jahr hatten sie nach der Insolvenz des vorherigen Pächters den Betrieb vorübergehend übernommen. Das hat offenbar so gut geklappt, dass sich der Landesverband Lippe nun für eine dauerhafte Lösung entschieden hat.

Benjamin Krentz ist so etwas wie der Gastro-Magnat im Kreis Lippe. Der Infinity-Geschäftsführer betreibt mit seiner Firma das Catering in der Phoenix Contact Arena, ehemals Lipperlandhalle. Hinzu kommen Freizeiteinrichtungen am Südufer des Schiedersees sowie Konferenzräume im Medium Detmold.

Krentz setzt bei der Versorgung der Tagesgäste vor allem auf Selbstbedienung. »Ich fahre nicht hier rauf, um mir ein großes Essen zu bestellen«, sagte Krentz. Es müsse vor allem schnell gehen. Noch in diesem Jahr wollen Landesverband und Betreiber zusammen kräftig in den Betrieb investieren. Etwa 100.000 Euro sollen vor allem in die Theke und den großen Saal fließen, in den Krentz künftig wieder mehr Party-Gesellschaften locken will. »Wir werden richtig Geld in die Hand nehmen«, sagte Peter Gröne von der Denkmal-Stiftung, die zum Landesverband gehört. Die Finanzmittel kommen jeweils zur Hälfte vom Verband und vom Pächter.

Erlebniswelt am Hermann geplant

Etwa 500.000 Besucher zählt der Landesverband Lippe jährlich am Abbild des Cheruskerfürsten Arminius. Ab Saisoneröffnung 2021 sollen es noch mal mehr werden. Dann soll die neue Erlebniswelt am Hermannsdenkmal fertig sein. Im kommenden Oktober ist Baustart. Das Projekt kostet etwa 2,3 Millionen Euro, der Landesverband stemmt 500.000 Euro. Die restlichen 1,8 Millionen werden über Landesmittel finanziert. In der Erlebniswelt sollen die Geschichten rund um den Hermann neu erzählt werden, Besucher sollen zum Beispiel virtuell in die Zeit der Schlacht im Teutoburger Wald eintauchen können.

Benjamin Krentz dürfte dieses neue Angebot entgegenkommen, schließlich bedeuten mehr Besucher auch mehr hungrige Gäste. Trotz der Harmonie, die Krentz und die Vertreter des Landesverbandes gestern zur Schau trugen, gibt es dennoch eine Meinungsverschiedenheit. Krentz würde sich mehr Aussichtspunkte wünschen, von denen aus die Besucher die Umgebung erkunden könnten. Sein Vorbild ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica, wo Gäste hinab ins Wesertal schauen können. Dafür müssten allerdings einige Bäume dran glauben. Diesem Vorhaben erteilte Peter Gröne sogleich eine deutliche eine Absage: »Da sind die politischen Widerstände zu groß.«

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