Ministerium verdeutlicht Dimension der geplanten Gebühren an OWL-Hochschulen Etwa 4500 Studenten müssten zahlen

Detmold (WB). Studierende aus Nicht-EU-Staaten sollen künftig an Hochschulen in NRW Gebühren bezahlen. So will es die neue schwarz-gelbe Landesregierung. Im Gespräch sind 1500 Euro pro Semester. Doch wie viele Studenten wären von einer solchen Regelung in OWL ungefähr betroffen?

Von Bernd Bexte
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) verdeutlicht jetzt die Größenordnung. Sie hat eine entsprechende Anfrage des lippischen Landtagsabgeordneten Dennis Maelzer (SPD) beantwortet. Demnach studierten im vergangenen Jahr etwa 4500 Frauen und Männer aus Nicht-EU-Staaten an einer der staatlichen Hochschulen in der Region – die meisten (1810) übrigens an der zweitgrößten Hochschule, der Uni Paderborn.

Sie zählte insgesamt gut 20.000 Studenten. Erst dann folgt die Uni Bielefeld (insgesamt gut 24 000 Stundenten) mit 1374 Eingeschriebenen aus Nicht-EU-Ländern. Die anderen staatlichen Hochschulen fallen dagegen deutlich zurück (siehe Tabelle).

1500 Euro pro Semester

Die Studiengebühren sind aber noch nicht beschlossen: »Die mögliche Einführung für Nicht-EU-Ausländerinnen und -Ausländer in NRW befindet sich im Beratungsprozess«, teilt Ministern Pfeiffer-Poensgen mit. Im Koalitionsvertrag von CDU und FDP in Düsseldorf heißt es: »Für eine Verbesserung der Qualität der Lehre und der Studienbedingungen an den Hochschulen des Landes sind zusätzliche finanzielle Ressourcen unerlässlich. Zur Finanzierung entsprechender Maßnahmen durch die Hochschulen werden wir jedoch auf die Einführung allgemeiner Studiengebühren verzichten. Stattdessen werden wir Studienbeiträge für Studierende aus Drittstaaten einführen und uns am ›Baden-Württemberg-Modell‹ orientieren.«

Dort sollen Studenten aus Nicht-EU-Staaten ab dem kommenden Wintersemester 1500 Euro pro Semester zahlen.

NRW-Hochschulrektoren kritisieren die Gebühren: »Die Universitäten haben sich in den letzten Jahren verstärkt um Internationalisierung bemüht. Diese Aktivitäten sollten nicht ausgebremst werden«, warnt der Rektor der Universität Bielefeld, Prof. Gerhard Sagerer. Besonders hart träfe es die Studentenschaft an Musikhochschulen. »In NRW sind im Schnitt 30 Prozent der Studierenden an den Musikhochschulen aus dem Nicht-EU-Ausland«, sagt Thomas Grosse, Rektor an der Hochschule für Musik in Detmold.

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