Landgericht Bielefeld sieht keine Gefahr mehr Mordfall Arzu Özmen: zwei Brüder vorzeitig frei

Detmold (WB). Vier Jahre nach dem Prozess um den »Ehrenmord« an der jesidischen Schülerin Arzu Özmen (18) aus Detmold hat das Landgericht Bielefeld zwei ihrer Brüder vorzeitig freigelassen.

Von Christian Althoff
Arzu wurde im türkischen Dorf Cayirli beerdigt. Ihre Eltern waren nicht unter den Trauergästen. Das Foto zeigt eine Mitarbeiterin des Vereins »Peri«, der vor allem Frauen aus patriarchalischen Familien hilft.
Arzu wurde im türkischen Dorf Cayirli beerdigt. Ihre Eltern waren nicht unter den Trauergästen. Das Foto zeigt eine Mitarbeiterin des Vereins »Peri«, der vor allem Frauen aus patriarchalischen Familien hilft.

Arzu Özmen wurde am 1. November 2011 von ihrer Schwester (27) und ihren Brüdern (25, 24, 22, 21) gewaltsam aus der Wohnung ihres nichtjesidischen Freundes in Detmold verschleppt. Stunden später wurde das Mädchen mit zwei Kopfschüssen hingerichtet. Wo – das ist bis heute ungeklärt. Die Leiche wurde auf einem Golfplatz in Schleswig-Holstein gefunden.

Im Mai 2012 verurteilte das Landgericht Detmold den Mörder zu lebenslanger Haft. Ein anderer Bruder und die Schwester wurden wegen Geiselnahme und Beihilfe zum Mord zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Die 21 und 24 Jahre alten Brüder, die bei der Verschleppung ihrer Schwester aus der Wohnung des nichtjesidischen Freundes geholfen hatten, aber am weiteren Wegbringen des Mädchens nicht beteiligt waren, bekamen fünfeinhalb Jahre Gefängnis . Das Gericht sprach von einem »Ehrenmord«.

Den ganzen Artikel lesen Sie am Dienstag, 28. Juni, im WESTFALEN-BLATT.

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