Nachfrage ist viel höher als das Angebot
Willebadessen verlost elf Bauplätze

Willebadessen -

Die elf Bauplätze des Neubaugebietes Hurst III in Willebadessen sind heiß begehrt. Die Stadtverwaltung hat dazu sogar so viele Bauanfragen erhalten, dass sie die Plätze unter notarieller Aufsicht verlosen wird.

Donnerstag, 04.02.2021, 22:38 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 22:40 Uhr
Das Neubaugebiet Hurst III in Willebadessen ist bereits erschlossen. Nun muss geklärt werden, wer dort bauen darf. Foto: Daniel Lüns

„Die nächste Anfrage kam direkt aus dem angrenzenden Wohngebiet, die weiteste kam aus Bayern“, erklärt Markus Blaschek, Leiter des Willebadessener Bauverwaltungsamtes. Nach mehreren Gesprächsrunden seien 25 „ganz konkrete“ Anfragen übrig geblieben, anfangs sei es sogar ein Vielfaches dessen gewesen.

„Mit dieser Masse an Anfragen haben wir nicht gerechnet“, sagt Blaschek. Als ganz konkret bewertet er die Anfragen, bei denen etwa bereits sehr genaue Bauvorstellungen vorliegen. In manchen Fällen hätten sich die Menschen bereits um die Finanzierung oder die Beantragung von Baukindergeld gekümmert.

Laut Blaschek seien es mehrere Faktoren, die Hurst III begehrt machten. In nächster Nähe liege Natur, Nahversorgung, ein Sport- und Schulangebot. Auch die Verkehrsanbindung sei durch die Nähe zu Bahnhof und Bundesstraßen günstig.

Manche Interessenten wollten zudem in der Nähe ihrer Willebadessener Verwandten wohnen. Auch der Preis dürfte eine Rolle spielen: 65 Euro kostet ein Quadratmeter Bauland. Das Verlegen von Kanälen, Leerrohren für Glasfaser und die Installation der LED-Straßenbeleuchtung ist da schon mit drin.

Um niemanden zu bevorzugen oder zu benachteiligen entschied sich die Stadtverwaltung dazu, die Bauplätze zu verlosen. „Für uns ist das ein Pilotprojekt“, erklärt Willebadessens Bürgermeister Norbert Hofnagel. „So gelten für alle die gleichen Chancen. Durch eine neutrale Losung schaffen wir zudem eine Transparenz, die es so noch nicht gegeben hat.“

Ein Windhundverfahren – wer zuerst kommt, kriegt das Grundstück – schloss Hofnagel aus. Das sei etwa aus rechtlicher Sicht kritisch. Um bei der Verlosung auf Nummer sicher zu geben, stimmte die Stadt das Verfahren mit einer Rechtsberatung ab. „Dabei kamen wir zu dem Ergebnis, dass eine Verlosung unter gewissen Voraussetzungen erfolgen muss“, ergänzt Blaschek.

Zuerst müssten sich die Interessenten auf die Bauplätze bewerben. Eine Woche vor dem Beginn der Bewerbungsfrist werde die Stadt mit einer öffentlichen Bekanntmachung in den lokalen Zeitungen darauf hinweisen. Das solle in Kürze geschehen. Die Frist laufe dann nach sechs Wochen ab.

Nicht zugelassen werden Investorengruppen, erklärt Blaschek. Wer in Willebadessen wohne und in Hurst III ein zweites Haus bauen wolle, könne sich auch nicht bewerben. Wer aus dem Stadtgebiet Willebadessen komme, werde nicht bevorzugt behandelt.

Die Bewerbung erfolge schriftlich auf Formularen. Die könne man bei der Stadt abholen oder sich zuschicken lassen. „Nur vollständige Bewerbungen werden berücksichtigt. Entscheidend ist das Datum, an dem die Bewerbung bei uns eingeht“, erklärt der Bauverwaltungsamtsleiter.

Eine Kostenübernahmeerklärung müssten die Interessenten der Bewerbung ebenfalls beifügen – und den Nachweis der Zahlung eines Pfandes über 1000 Euro. „Wir zahlen es aus, wenn der Kauf erfolgt oder wenn er nicht erfolgt. Das Geld gibt es auf jeden Fall zurück“, sagt Blaschek.

„Zudem erwarten wir von den Bewerbern, dass sie einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten“, sagt Markus Blaschek. Zusagen, auf das Haus eine Fotovoltaik-Anlage zu bauen und auf einen reinen Steingarten zu verzichten, seien Teil eines Vorvertrages.

Auch müsse eine persönliche Rangliste der elf Grundstücke abgegeben werden. „Jeder Bewerber muss seine Wahl verbindlich erklären. Diese Angabe lässt sich auch später nicht mehr ändern.“ Dann folge eine Vorprüfung seitens der Stadt.

Nach etwa sechs Wochen würden die Unterlagen zur Prüfung an eine Notarkanzlei weitergegeben. Im Anschluss werde der Termin für die öffentliche Verlosung bekannt gegeben. Bewerber, die alle Voraussetzungen erfüllt hätten, würden hierzu eingeladen.

Der Termin werde voraussichtlich Ende April bzw. Anfang Mai in einer größeren Halle ausgerichtet. Dessen Leitung solle ein unabhängiger Jurist innehaben, erklärt Markus Blaschek. Nähere Details sollen noch bekannt gegeben werden.

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