Corona-Krise stellt Kleiderstube der AWO in Peckelsheim vor Herausforderung
Deutlicher Zuwachs an Sachspenden

Willebadessen -

Schuhe, Jacken, Hosen oder auch Kinderspielzeuge und Kuscheltiere türmen sich vielzählig in der „Kornscheune“ in der Peckelsheimer Burgstraße.

Montag, 30.11.2020, 20:30 Uhr
Andrea Ressel hat Freude an den besonderen Stücken. Foto: Bettina Peters

Der Ortsverein der AWO betreibt dort bereits seit 2004 seine Kleiderstube und versorgt so Bedürftige, die von öffentlichen Mitteln leben müssen, mit Kleidung.

Maria Rose leitete seit Eröffnung die Kleiderstube und füllte das Ehrenamt 16 Jahre mit viel Freude aus. Aufgrund der Corona-Krise war die 77-Jährige, die als Rentnerin bekanntlich einer Risikogruppe angehört, aber gezwungen, ihrer Tochter Andrea Ressel dieses Amt zu übergeben.

„Wegen der Pandemie haben wir uns deutlich umstellen müssen“, erklärt Paul Arens, Vorsitzender der AWO Peckelsheim. Normalerweise unterstützen mehr als 25 ehrenamtliche Helfer beim Rausgeben und Verteilen der Secondhand-Ware.

Um zu viele Kontakte zu vermeiden, wurden die Öffnungszeiten gekürzt, sodass nun lediglich etwa fünf Helfer zum Einsatz kommen.

Zudem sei in der Zeit des Lockdowns etwas umgeräumt worden, um größere Gänge zu schaffen und Besuchern mehr Abstand zu ermöglichen.

Abdulwahab Ramadani lebt seit drei Jahren in Deutschland und engagiert sich ehrenamtlich in der Kleiderstube. Er achtet genau darauf, dass sich nur sechs Kunden im Laden aufhalten und Sicherheitsabstände eingehalten werden.

„Wir haben einen deutlichen Zuwachs an Sachspenden registriert“, berichtet Andrea Ressel. „Wahrscheinlich haben viele Leute die Zeit im Lockdown genutzt, um ihren Kleiderschrank oder den Dachboden aufzuräumen und dabei viele schöne Sachen entdeckt, die sie aber nicht mehr benötigen und nun anderen Menschen zur Verfügung stellen möchten.“

Viel Wert legen die Männer und Frauen in der Kleiderstube auf die Qualität der Kleidungsstücke, die sie in ihre Bestände aufnehmen.

Jedes Stück, dass in der Kleiderstube auf neue Besitzer wartet, wurde von den Mitarbeitern gesichtet. „Wir müssen häufig betonen, dass wir keine kaputten oder verwaschenen Kleidungsstücke gebrauchen können“, erklärt Mitarbeiterin Ursula Rudkoski.

„Wenn uns beim Durchsehen der Spenden auffällt, dass wir ein Teil davon nicht gebrauchen können, müssen die Spender ihre Sachen leider wieder mitnehmen.“

Auch das Abstellen von Klamotten vor der Kleiderstube ist strengstens verboten. „Unsere Kleiderstube ist keine Müllhalde, wo jeder kostengünstig Kleidung entsorgen kann. Mit unserer Arbeit möchten wir diejenigen in der Gesellschaft unterstützen, die unsere Hilfe brauchen“, betont An­drea Ressel.

Der Großteil der Spenden habe aber eine hohe Qualität und oft fänden sich sogar einige Schätze oder auch Markenprodukte darunter, zum Beispiel von Jack Wolfskin oder Gerry Weber.

Jeder sei in der Kleiderstube willkommen und dürfe in den Beständen nach ein paar schönen Kleidungsstücken stöbern, die gegen eine Spende abgegeben werden.

„Besonders vor Karneval findet man normalerweise einige Narren, die sich mit kostengünstigen Kostümen eindecken möchten. Aber auch Theater AGs bedienen sich an unserem Fundus“, berichtet An­drea Ressel.

Ziemlich begeistert ist sie auch von der Kleiderauswahl. Neben einem Brautkleid hat es ihr aktuell ein Hofdamenkleid angetan.

Besonders wichtig sind dem Team der AWO aber auch die Jungen und Mädchen – und so hat es extra für seine kleinen Gäste eine eigene Spiele-Ecke in der Kleiderstube eingerichtet.

„Inzwischen haben wir über 100 Gesellschaftsspiele auf Lager. Zudem gibt es eine breite Auswahl an CDs und Kuscheltieren. Ich würde fast sagen, dass wir genauso gut ausgestattet sind wie das Christkind“, freut sich Hartmut Rudkoski, der sich in der Kinderecke sehr wohl fühlt und sich hier auskennt wie in seiner Westentasche.

„Bei uns gibt es jedes Mal etwas Neues zu entdecken, weil immer ein paar neue Spenden eintrudeln. Ein Besuch lohnt sich also immer“, so Vorsitzender Paul Arens.

Wegen der Verkürzung der Öffnungszeiten hat das AWO-Team eine Handynummer (0151/62444060) eingerichtet, über die Anfragen von Kunden und Spendern außerhalb der Öffnungszeiten telefonisch oder per WhatsApp gestellt werden können.

Öffnungszeiten der Kleiderkammer: montags und dienstags jeweils von 14.30 bis 17 Uhr.

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