Amtsgericht Warburg eröffnet Verfahren – Stadt Willebadessen wird mitbieten
Alte Apotheke wird zwangsversteigert

Willebadessen (WB). Ein Haus für nur einen Euro: Dieses Angebot finden Interessierte zurzeit in Peckelsheim. Dort steht mit der alten Apotheke auch noch ein stadtbekanntes Gebäude zum Verkauf. Das schöne Fachwerkhaus von einst ist jedoch nur noch eine Ruine. Das Amtsgericht Warburg hat dafür nun ein Zwangsversteigerungsverfahren eröffnet.

Samstag, 31.10.2020, 04:02 Uhr aktualisiert: 31.10.2020, 04:10 Uhr
Mehr als 150 Jahre alt ist das Fachwerkhaus an der Lützer Straße, schätzt der Sachverständige Wolfgang Schäfers. Das Gebäude sei aber in einem schlechten Zustand. Foto: Daniel Lüns

Selber kaufen und abreißen lassen

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Die Zwangsversteigerung hat beim Amtsgericht Warburg die Geschäftsnummer 5 K 012/19. Als Ansprechpartner bei der Stadt Willebadessen wird Kämmerer Martin Rehermann, Telefon 05644/ 8820, genannt. Bei der Versteigerung ist eine Mund-Nasen-Maske zu tragen.

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Der Stadtverwaltung ist das Haus seit Jahren ein Dorn im Auge. Bisher lautete ihr Plan: Selber kaufen und abreißen lassen, damit dort etwas Neues entstehen kann. Bis dato scheiterte das an den Besitzern. Da im Grundbuch aber diverse Forderungen eingetragen sein sollen, die bislang offenbar nicht beglichen wurden, strebte die Stadt schließlich das Zwangsversteigerungsverfahren an.

Ob der Plan der Stadt – also kaufen und dann abreißen – genau so weiterverfolgt werden soll, das kann Bürgermeister Hans Hermann Bluhm nicht sagen. Darüber müsse sein Nachfolger Norbert Hofnagel entscheiden, der ihn offiziell am Sonntag im Amt ablöst. Fest stehe aber: Wenn die Zwangsversteigerung am Freitag, 5. März 2021, um 9 Uhr im Saal 24 des Amtsgerichtes in Warburg beginnt, dann werde auch ein Vertreter der Stadt Willebadessen anwesend sein – und mitbieten.

Sachverständiger erstellt Gutachten

„Die Stadt ist daran interessiert, dort Ordnung herzustellen“, erklärt Bluhm. Denn der Bereich an der Anschrift Lützer Straße 24 ist zurzeit nicht sonderlich ansehnlich. Und obendrein gefährlich: Im Frühjahr dieses Jahres stand fest, dass Steine aus dem Bauwerk auf den Bürgersteig herabzufallen drohten. Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht hatte das Ordnungsamt den Bauhof daher damit beauftragt, das Haus mit Flatterband abzusperren. An diesem Zustand hat sich bis heute nichts geändert.

Wolfgang Schäfers, Diplom-Ingenieur und Sachverständiger für Immobilienbewertungen aus Warburg, hat im Auftrag des Amtsgerichtes Warburg ein Gutachten über das Haus angefertigt. Sein Fazit ist eindeutig: „Das Gebäude muss im Sinne der öffentlichen Sicherheit abgerissen werden.“

Abbruchkosten von 30.300 Euro

Demnach sei das Fachwerkhaus unterkellert, zweigeschossig und mehr als 150 Jahre alt. Das Innere des Hauses habe er nicht besichtigen können. Es sei jedoch, laut Aussage der Stadtverwaltung, von Hausschwamm befallen. Auch der Zustand der Außenwände sei „sehr schlecht“, sagt Schäfers. Das Fachwerk sei in Teilbereichen verfault und das Dach wohl undicht. Es bestehe Einsturzgefahr.

Zudem liege auf dem nichtbebauten Teil des Grundstücks Müll, Bauschutt und Schrott. Entsprechend niedrig schätzt Schäfers auch den Verkehrswert des Grundstückes ein: den besagten einen Euro, „da in der Bewertungspraxis negative Immobilienwerte nicht vorgesehen sind“. Denn während das 473 Quadratmeter große Grundstück einen Marktwert von etwa 13.200 Euro habe, seien für den Abbruch des Hauses etwa 30.300 Euro in die Hand zu nehmen.

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