Ehepaar Krekeler aus Peckelsheim bittet um Unterstützung für ihre Hilfsaktion
Äthiopien leidet in der Pandemie

Willebadessen (WB). Täglich erreichen die deutschen Helfer Klaus und Rosi Krekeler neue Bitten um Hilfe aus Äthiopien. Das Ehepaar aus Willebadessen-Peckelsheim leistet dort bereits seit mehr als 20 Jahren Hilfe, ermöglicht Patenschaften für Kinder, den Aufbau von Schulen und Kindergärten, Frauen- und Wasserprojekte, Hüttenbau und medizinische Projekte.

Mittwoch, 28.10.2020, 03:00 Uhr
Die Hilfsinitiative „Patenschaften von Mensch zu Mensch“ setzt sich dafür ein, dass die Menschen in ihrem Heimatland Äthiopien gefördert werden. „Denn all die jungen Leute, die als Flüchtlinge bei uns ankommen, müssten eigentlich bei ihren Familien vor Ort sein, um ihnen zu helfen“, sagt Klaus Krekeler. Das dies wichtig wäre, zeigt das Bild von drei Geschwistern, deren Eltern sie verlassen haben.

„Während man sich in Europa in der Pandemie um die Maskenpflicht streitet, können die Menschen in Äthiopien kaum ihren Alltag bewältigen“, sagt Klaus Krekeler von der Hilfsinitiative „Patenschaften von Mensch zu Mensch“. Die Regierung ordne Quarantäne an, „ohne sich dafür zu interessieren, ob die Menschen ohne den Handel, den Einkauf und Verkauf auf den Märkten überhaupt überleben können.“ Seine Frau Rosi Krekeler ergänzt: „In Äthiopien bedeutet das Schließen der Schulen nicht einfach nur ‚homeschooling‘, sondern oft das Fehlen der einzigen sicheren Mahlzeit für die Kinder.“

Drangvolle Enge

Das Ehepaar aus Peckelsheim möchte auf die besonders schwierige Situation der Äthiopier während der Corona-Pandemie aufmerksam machen: „Ausgehverbot heißt nicht, vielleicht mit ein oder zwei Kindern bei guter Verpflegung zuhause zu sitzen. Der Aufenthalt in den kleinen Hütten mit mehreren Generationen und vielen Kindern bedeutet oft drangvolle Enge, versammelt um eine rauchige Feuerstelle, ohne eigenen Schlafplatz“, macht Klaus Krekeler deutlich. Die Regierung ordne Maskenpflicht und Desinfektion an, „die Menschen haben aber gar nicht die Möglichkeit, sich daran zu halten. Hat man einmal eine Maske ergattert, wird sie getragen, bis sie auseinanderfällt.“

Rosi Krekeler weiß: „An Corona zu sterben, ist in Äthiopien normal. Es wird aber nicht publik, da es kaum einen interessiert und es auch wenige Möglichkeiten zur Testung gibt.“ Ein solcher Test sei für die Menschen oft nicht erschwinglich und schon gar nicht Arzt- oder Krankenhausbesuche – geschweige denn Medikamente. So wisse oft auch niemand, ob der Kranke an Corona oder an einer anderen der zahlreichen Krankheiten gestorben ist. „Allein, krank, hungrig und vor allem ohne Hoffnung auf Besserung“, sagt Rosi Krekeler, „sitzen gerade die Kinder, die Frauen und die alten Menschen in ihren Hütten.“

Menschen in ihrem eigenen Land fördern

Das Peckelsheimer Ehepaar sieht die einzige Möglichkeit, den Menschen zu helfen, darin, diese in ihren eigenen Ländern zu fördern: „Denn all die jungen Leute, vor allem Männer, die aus Äthiopien, Eritrea oder vielen anderen Staaten als Flüchtlinge bei uns ankommen, müssten eigentlich bei ihren Familien vor Ort sein, um ihnen zu helfen, die Infrastruktur zu erhalten, die Felder zu bestellen, die Älteren zu versorgen und vieles mehr.“

So haben es sich die Krekelers nun wieder verstärkt zur Hauptaufgabe gemacht, neben den Patenschaften, den Priestern und Orden in Äthiopien dabei zu helfen, die von den Jungen und Männern verlassenen Restfamilien mit Nahrung und medizinischer Betreuung zu versorgen.

Klaus Krekeler berichtet: „Die Priester, oft auch Leiter der kirchlichen Schulen und Kindergärten, öffnen immer wieder die Räume, um dort die Menschen mit Getreide und Öl zu versorgen und den Kindern zwischendurch Betreuung und wenigstens etwas Schulbildung zu ermöglichen. Auch die Schwestern der Orden bieten ihre Dienste in ihren Zentren oder Kliniken an.“ Aber oft gebe es einfach zu viele Hilfesuchende.

Bau von Kindergärten oder Hütten zurückgestellt

„Dann muss man die wirklich am schlimmsten Betroffenen herausnehmen und versorgen“, so Rosi Krekeler. Ein bitteres Erlebnis, welches das Ehepaar selbst oft miterlebt hat oder daran mitwirken musste. Der Bau von Kindergärten oder Hütten ist momentan weitgehend zurückgestellt, es wird nur noch komplettiert. Alles andere müsse warten, „bis die ärgste Not behoben ist“, erklärt Klaus Krekeler.

Trotz all des Elends reißen aber auch die Konflikte in Äthiopien nicht ab. Das Ehepaar berichtet, dass marodierende junge Männer im Land herumreisen: „Sie nutzen bestehende ethnische Konflikte, um sich oft, einfach aus Langeweile, gegenseitig zu bekämpfen oder Geschäfte und Autos zu zerstören.“ Dieses führe auch die Regierung an ihre Grenzen und destabilisiere und verschlimmere die Lage dort zusätzlich.

Einreise aktuell nicht möglich

Klaus und Rosi Krekeler können zurzeit nicht selbst nach Äthiopien einreisen. Aus diesem Grund bringen sie immer wieder Hilfen auf den Weg, die über die Banken vor Ort ankommen und die Betreuer bei ihren schwierigen Aufgaben unterstützen. So bittet das Ehepaar erneut um Unterstützung für ihre Hilfsaktion.

Die Kontodaten sind: Verbundvolksbank OWL, Kirchengemeinde „St. Marien“, Kennwort: Patenschaften, IBAN: DE08 4726 0121 9300 0800 41, BIC: DGPBDE3MXXX.

Weitere Informationen gibt es über die Internetseite www.menschzumensch.org oder auch per E-Mail an Rosi-klaus@t-online.de.

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