Gedenkstätte für Heilige Katharina Kasper eingeweiht und gesegnet
Eine Oase der Erinnerungen

Willebadessen (WB). Mit einem festlichen Hochamt im Freien neben der Kirche ist die Gedenkstätte für die Heilige Katharina Kasper im Pastorengarten in Willebadessen am Sonntag eingeweiht und gesegnet worden.

Dienstag, 11.08.2020, 06:00 Uhr
Einweihung und Segnung der Gedenkstätte (hinten von links): Franz und Alexander Krelaus, Diakon Dirk Gellert, Mechthild Herbst, Zele­brant Monsignore Prof. Dr. Rüdiger Althaus, Wolfgang Reifer, Bürgermeister Hans Hermann Bluhm, Bildhauer Raphael Strauch, (vorne von links) die Ordensschwestern Hildegundis, Christopha, Adelgunde, Theresia, Angela und Bernardia. Foto: Bettina Peters

Zu den Feierlichkeiten eingeladen hatte der Kirchenvorstand. Die Willebadessener hatten Monsignore Prof. Dr. Rüdiger Althaus als Zelebrant gewinnen können und auch sechs Ordensschwestern aus Dernbach waren der Einladung gerne gefolgt. Mehr als 70 Gläubige trotzten am Sonntagmorgen der Hitze und schützen sich mit Regenschirmen vor den Sonne. Der Musikverein und die Organistin Karin Spork sorgten für die musikalische Begleitung des Festhochamtes. Diakon Dirk Gellert gestaltete die Messe mit.

Im Herbst 1922 kommen die ersten Schwestern

Mit der Statue der Heiligen und Ordensgründerin möchten die Verantwortlichen an die Zeit erinnern, die die Schwestern der armen Dienstmägde Jesu Christi in Willebadessen verbracht haben. Im Herbst 1922 kamen die ersten Schwestern des Dernbacher Ordens nach Willebadessen, nachdem das Willebadessener Krankenhaus fertiggestellt worden war. Neben der Pflege von Kranken, Alten und Kindern gründeten die Schwestern 1923 auch eine Nähschule in Willebadessen.

„Die Schwestern übernahmen die Betreuung von Kranken und Hilfebedürftigen bei Tag und Nacht. Erst wenn sie sagten, dass ein Arzt hinzugezogen werden müsste, wurde das getan. Dabei spielte auch der finanzielle Aspekt eine Rolle. Die Schwestern kosteten nichts, ein Arzt aber musste bezahlt werden“, berichtete Schwester Oberin Theresia.

Zu Hochzeiten mehr als zehn Ordensschwestern

Zu Hochzeiten lebten mehr als zehn Ordensschwestern in Willebadessen. 2008 verließ Schwester Adelgunde als letzte Schwester das Eggestädtchen. Sie war bis zum Schluss der Tradition der Schwestern gefolgt.

Mechthild Herbst aus Willebadessen hatte die Idee zur Errichtung einer Gedenkstätte. „Mir kam der Gedanke, dass wir vielleicht einen Erinnerungsort an die Arbeit und Hilfe der Schwestern schaffen könnten, als Katharina Kasper im Jahr 2018 von Papst Franziskus heilig gesprochen wurde. Die Schwestern gehörten zu Willebadessen. Da die Heiligsprechung Katharinas genau zehn Jahre nach der Verabschiedung der Schwestern stattfand, schien mir der passende Zeitpunkt dafür nun gekommen.“

Sie kontaktierte den Kirchenvorstand, fragte bei der Stadt an und brachte so den Stein ins Rollen. „Wir haben überlegt, wie man das Wirken der Ordensschwestern in Willebadessen und das Andenken an Katharina Kasper am besten würdigen könnte und schufen so diese Erinnerungsoase“, erklärte Wolfgang Reifer, Vorsitzender und Geschäftsführer des Kirchenvorstandes.

Steele mit Inschrift von Bildhauer Raphael Strauch

Die Statue stand bereits seit 40 Jahren in der Gründerkapelle der Kirche und war von einem Künstler „Erdmann“ geschaffen worden, wie eine Inschrift an der Rückseite der Statue bezeugt. Der Bildhauer Raphael Strauch aus Helmern errichtete die Steele mit der Inschrift, und der Landschaftsgartenbau Blömeke sorgte für die Gestaltung des Umfeldes.

Willebadessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm steuerte eine Sitzbank bei, die nun zum Verweilen einlädt. Das Ehepaar Franz und Alexandra Krelaus stiftete eine Informationstafel, die über das Wirken der Schwestern in Willebadessen informiert.

Schwester Adelgunde lebte bis 2008 in Willebadessen

Auch Oberin Theresia war sichtlich gerührt von dem Engagement der Kirchengemeinde. „Schon vor zwölf Jahren sind die letzten Armen Dienstmägde aus Willebadessen fortgegangen – und Sie haben sie noch immer in guter Erinnerung. Das trifft ins Herz.“

Schwester Adelgunde lebte bis 2008 in Willebadessen. Die 82-jährige Ordensschwester freute sich bei der Einweihung und Segnung der Gedenkstätte über viele bekannte Gesichter und schwelgte in schönen Erinnerungen: „Ich habe mich viel um die alten Menschen im Altenheim bemüht. Das Singen und Musizieren hat mir dabei am besten gefallen.“ Auch die Vitus­prozession ist bei ihr in guter Erinnerung geblieben. „Immer, wenn eine Ordensschwester Richtung Paderborn unterwegs ist, bitte ich sie, den „lieben, kleinen Vitus zu grüßen.“

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