Willebadessener Bürgermeisterkandidaten nehmen Stellung
Wie kommt die Stadt aus den roten Zahlen?

Willebadessen (WB). Welche politischen Ziele verfolgen die Bürgermeisterkandidaten im Altkreis Warburg? Wie wollen sie die Probleme in den Kommunen anpacken und lösen? Das WESTFALEN-BLATT will in den kommenden Wochen allen Lesern die Möglichkeit geben, sich ein Bild von den Vertretern, die am 13. September auf dem Wahlzettel stehen, zu machen. Daher stellen wir den Kandidaten in Warburg, Borgentreich und Willebadessen jeweils die gleiche Frage und veröffentlichen deren Antworten.

Donnerstag, 06.08.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 06.08.2020, 05:04 Uhr
Willebadessen schreibt seit Jahren rote Zahlen. Wie kann das geändert werden. Die beiden Bürgermeisterkandidaten haben da unterschiedliche Vorstellungen – wie die Antworten auf die Frage des WESTFALEN-BLATTES zeigt. Foto: Daniel Lüns

Wie kommt die Stadt Willebadessen aus den roten Zahlen? Diese Frage stellen wir den Bürgermeisterkandidaten für die Eggestadt an diesem Donnerstag.

Norbert Hofnagel (CDU):

Die Kommunen wissen wegen Corona derzeit nicht, welche zusätzlichen Belastungen auf sie zukommen. Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich behaupten würde: „Nur so geht’s!“

Ich bin davon überzeugt, dass die Stadt Willebadessen grundsätzlich auf soliden Füßen steht und diese Krise meistern wird. Aber etwas zu versprechen, was man nicht halten kann, dafür stehe ich nicht.

Die Möglichkeiten einer Kommune, den „roten Zahlen“ zu entkommen, lassen sich einfach zusammenfassen: Entweder müssen Einnahmen erhöht oder Ausgaben gesenkt werden. Keinesfalls dürfen Versprechungen gemacht werden, die nur durch Belastung unserer Kinder zu bezahlen sind!

Daher ist es mein erklärtes Ziel, rote Zahlen zu verkleinern anstatt sie zu vergrößern und dennoch vielfältige Maßnahmen für unsere Stadt und ihrer Bürger möglich zu machen.

Ich verspreche den Bürgern im Falle meiner Wahl, Willebadessen verantwortungsvoll weiter zu entwickeln und besonnen mit den Einnahmen unserer Stadt umzugehen. Bei Projekten werde ich dafür einstehen, ein hohes Maß an Fördergeldern für die Stadt zu akquirieren. Beim Ausbau der Grundschule in Willebadessen und beim Umbau des Sportplatzes in Peckelsheim ist dies mit nahezu 90-Prozent-Förderung bereits jetzt beispielhaft gelungen.

Darüber hinaus sehe ich Landes- und Bundespolitik in der Pflicht, die kommunalen Finanzen zu verbessern und gerechter zu verteilen. Der ländliche Raum erbringt sehr viele Leistungen für die Menschen in den großen Städten, die es wert sind, vergütet zu werden. Ich verspreche, mich dafür einzusetzen, dass die aktuellen Zuweisungen von Finanzmitteln zu unseren Gunsten überarbeitet werden!

Mario Schmidt (SPD):

Die nachhaltige Konsolidierung des Haushalts in einer derart kleinen Kommune wird nicht durch Mangelverwaltung, Löcher mit Rücklagen stopfen und Aussitzen gelingen. Oberste Priorität haben für mich alle Investitionen in die Zukunft, welche nicht nur den Bestand sichern, sondern auch für Wachstum sorgen.

Das gilt als erstes für die Einwohnerzahl, denn ohne attraktive Wohnmöglichkeiten wird es nicht gelingen, Familien zu binden. Deshalb müssen mehr Bauplätze angeboten werden und Leerstände nutzbar gemacht werden. Sehr wichtig ist es, Gewerbebetriebe als Arbeitgeber zu halten und neue anzulocken, in dem man bedarfsgerecht Gewerbestandorte anbietet und dafür aktiv Werbung betreibt. Das ist in der Vergangenheit versäumt worden.

Die gute Verkehrsanbindung und weitere Standortfaktoren bieten viele Möglichkeiten, welche bislang nicht ausgeschöpft worden sind. Das gilt in besonderer Weise auch für den Tourismus als nachhaltigem Wirtschaftsfaktor. Willebadessen hat aktuell bereits eine überdurchschnittliche Zahl an Übernachtungen im Kreis Höxter. Das kann mit einem neuen Tourismuskonzept noch deutlich gesteigert werden. Hier gilt es, die Vorzüge unserer Region hervorzuheben und überregional bekannt zu machen. Von Erholungsmöglichkeiten bis zu Sport- und Aktivurlaub ist hier eine breite Palette umsetzbar. Es ist beispielsweise wenig bekannt, welche fantastischen Möglichkeiten für Fahrradurlauber vorhanden sind und das sowohl für Radwanderer mit Anbindung an das Radwegenetz als auch für sportlich ambitionierte Biker. Willebadessen mit seinen vielen Facetten in der naturnahen Umgebung muss als Urlaubsregion etabliert werden.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7522830?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851059%2F
Flug mit Migranten aus Moria in Hannover gelandet
Unbegleitete minderjährigen Migranten, kranke Kinder oder Jugendliche sowie ihre Familien aus dem abgebrannten griechischen Lager Moria sind am Morgen in Hannover angekommen.
Nachrichten-Ticker