Stadt Willebadessen reagiert mit Unverständnis – Eigentümer sieht auch Kommune in der Pflicht
Wald-Sperrung: Diskussion um Wegerecht

Willebadessen (WB). Mit großem Unverständnis hat Willeba­dessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm am Dienstag auf die Sperrung von Waldwegen durch Konstantin Freiherr von Wrede reagiert.

Dienstag, 02.06.2020, 21:00 Uhr
Um Wanderern trotzdem die Nutzung der Routen zu ermöglichen, hatte der CDU-Ortsverband Willebadessen Hinweisschilder für eine „Umleitung“ aufgestellt.

Wie berichtet, hatte der Waldbesitzer einen in seinem Besitz befindlichen Teil der gut frequentierten Rundwanderwege in Willebadessen sperren lassen . Betroffen ist davon unter anderem auch der Weg, der von der Vituskapelle aus über den Paschenberg wieder zurück in den Park führt.

Bürgermeister beruft sich auf das Wegerecht

Für Hans Hermann Bluhm ist die Sachlage eindeutig. Er beruft sich dabei auf das geltende Wegerecht. Aus einem alten Grundbucheintrag beim Amtsgericht Warburg gehe hervor, dass der Eigentümer der Parzellen nicht nur verpflichtet sei, den Weg instand zu halten, sondern es den „Eingesessenen von Willebadessen“ auch zu ermöglichen habe, diesen Weg zu nutzen und dort ebenfalls ihre Prozession abzuhalten. „Der Eigentümer muss Sorge tragen, dass das auch geht“, so Bluhm. Als Rechteinhaber sei mit besagten „Eingesessenen“ wohl die katholische Kirchengemeinde gemeint, interpretiert Bluhm den Eintrag.

Konstantin Freiherr von Wrede sieht sich „Hetzkampagne ausgesetzt“

Konstantin Freiherr von Wrede, der sich wegen der Sperrung des Waldes aktuell einer „Hetzkampagne ausgesetzt“ sieht, vertritt dagegen eine andere Auffassung. Es könne doch nicht sein, dass die Verpflichtung, den Wald zu unterhalten, ganz allein beim Besitzer liege. Im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT zieht er Parallelen zum Denkmalschutz von Gebäuden und sieht die Kommune ebenfalls in der Verantwortung, ihren Beitrag zu leisten. „Den Wald verkehrssicher zu machen, würde nicht weniger als 10.000 Euro kosten. Der Wald wird öffentlich genutzt, für die Kosten will aber niemand aufkommen“, betont er.

Besagter Wald, so seine Vorstellung, könnte zukünftig Teil eines umfassenden Tourismus-Konzeptes werden, an dem er gerne mitwirken würde. „Ich biete den Dialog an und bin gerne bereit, mich mit der Stadt an einen Runden Tisch zu setzen“, sagt er.

Haftungsrisiko zwingt Waldbesitzer zum Handeln

Von Wrede rechtfertigt gegenüber dieser Zeitung seine Entscheidung, den Wald sperren zu lassen. Es habe akuter Handlungsbedarf bestanden. Vertrocknete Äste und Bäume drohten, auf Wege zu fallen: „Es besteht Gefahr für alle, die den Wald betreten – und damit ein Haftungsrisiko für mich als Eigentümer.“ Er habe keine andere Wahl gehabt.

Kommentare

.  wrote: 03.06.2020 17:04
Durchaus nachvollziehbar
Was Herrn von Wrede zur Sperrung des Waldes veranlasst hat, ist absolut nachvollziehbar. Wenn die Stadt immer nur den Nutzen ziehen will, wäre es durchaus angebracht, sich an einen runden Tisch zu setzen. Wer in letzter Zeit einen Blick in besagten Wald geworfen hat, wird feststellen müssen, dass durch die Bäume wirklich eine Gefahr ausgeht.
Anstatt Herrn von Wrede zu diffamieren - auch auf öffentlich zugängliche Seiten in sozialen Medien - wäre es doch im Sinne aller, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden.
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