Rosi und Klaus Krekeler haben am Maifeiertag Goldene Hochzeit Im Einsatz für die Ärmsten der Welt

Peckelsheim (WB). Als am 1. Mai 1970 die Glocken der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Peckelsheim läuten, traute Dechant Dr. Johannes Fuhlrott Rosi und Klaus Krekeler. An diesem Freitag und 50 Jahre später feiert das Paar Goldene Hochzeit.

Von Astrid E. Hoffmann
Rosi und Klaus Krekeler sind fest im Glauben verwurzelt und für ihr Engagement in armen Ländern bekannt. An diesem Freitag feiern sie das Fest der Goldenen Hochzeit.
Rosi und Klaus Krekeler sind fest im Glauben verwurzelt und für ihr Engagement in armen Ländern bekannt. An diesem Freitag feiern sie das Fest der Goldenen Hochzeit. Foto: Astrid E. Hoffmann

„Auf der Terrasse mit viel Abstand und nur im engsten Familienkreis“, sagt der Goldbräutigam. Die geplante große Feier mit Gästen aus Afrika und Indien musste wegen der Pandemie abgesagt werden.

Ehepaar leitet Patenschaftsorganisation für Kinder in Äthiopien

Die Krekelers sind vielen bekannt durch ihre Patenschaftsorganisation für Kinder in Äthiopien. 1998 gründeten sie die Organisation „Von Mensch zu Mensch“, die sie bis heute führen.

Zudem ist Klaus Krekeler als Diakon im Pastoralverbund Willebadessen-Peckelsheim vielen vertraut.

Klaus Krekeler ist ein gebürtiger Franke. Als Klaus Eichler wurde er in Nürnberg geboren.

Schon mit fünf Jahren ging es für ihn und seine Familie in den Heimatort des Vaters, nach Wattenscheid. Klaus Eichler machte dort eine Ausbildung zum Elektroinstallateur und bildete sich zum Elektrotechniker weiter.

Rosi Krekeler wurde 1949 in Peckelsheim geboren.

Nach der Schule wollte sie Kinderkrankenschwester werden, doch die Eltern stimmten nicht zu. „Sie befürchteten, ich würde in Paderborn unter die Räder kommen“, erinnert sie sich.

So absolvierte sie eine Lehre als Büroangestellte bei Möbel Krüger, ihr Vater war dort als Tischler tätig.

Paar lernt sich in Peckelsheim über Verwandte kennen

In dem Haus der Familie Krekeler lebten auch Tanten und Cousinen von Klaus Eichler. Als der junge Mann seine Verwandten besuchte, lernte er Rosi kennen. Im August 1964 heiratete Rosi Krekelers ältere Schwester – und Klaus gehörte zu den Gästen. Da war es um beide geschehen.

Von da setzte sich Klaus Krekeler an den Wochenenden in die Bahn, mit der er bis Eissen kam, dann ging es zu Fuß zur großen Liebe. Später zuckelte er mit dem VW Käfer von Wattenscheid bis Peckelsheim.

„1966 wurde ich in Delmenhorst zur Bundeswehr eingezogen und bewarb mich für den Standort Borgentreich“, berichtet Klaus Krekeler.

„Dort wollte keiner hin, doch diejenigen, die mitkamen, waren letztlich begeistert.“ Als Berufssoldat war er im Bunker in Auenhausen stationiert.

Rosi Krekeler war nach der Lehre doch noch nach Paderborn gegangen. Sie arbeitete zwei Jahre im Haushalt bei Studienräten und betreute auch deren Kinder.

Am 23. Dezember 1969 gaben sich Rosi und Klaus, der nun den Namen seiner Frau annahm, das Ja-Wort vor dem Standesbeamten. Im Mai 1970 wurde mit der Familie im Haus der Krekelers gefeiert.

Das frischvermählte Paar zog nach Bühne. 1971 wurde Tochter Nicole geboren. Es erfolgte der Umzug in die Bundeswehrsiedlung nach Borgentreich.

Zur Geburt des Sohnes Noel 1974 war kein Arzt und keine Hebamme rechtzeitig zur Stelle. „Meine Frau hielt unseren Sohn schon im Arm, als der Arzt endlich eintraf“, erinnert sich der zweifache Vater.

Umzug ins eigene Haus im Jahr 1975

Ins eigene Haus nach Peckelsheim zog die Familie 1975, und Rosi Krekeler erfüllte sich 1986 doch noch ihren Berufswunsch.

Sie machte eine Krankenpflegeausbildung in Marsberg. „Sie war die Älteste in ihrer Klasse und hat den Abschluss mit eins plus bestanden“, sagt der Ehemann stolz. Bis 1995 arbeitete Rosi Krekeler in der Intensivpflege im St.-Marien-Hospital Marsberg.

Klaus Krekeler arbeitete in der Militärseelsorge mit, war viermal zur Wallfahrt in Rom und studierte schließlich noch in seiner Bundeswehrzeit Theologie.

Am 19. November wurde er zum Diakon geweiht und schied im Dezember 1994 aus dem Bundeswehrdienst aus.

1994 verändert sich das Leben des Ehepaares

Dies war ein besonderes Jahr für das Ehepaar. Ein Hüftleiden zwang Rosi Krekeler, ihre Arbeit aufzugeben, doch die Hände in den Schoß legen, das wollte sie nicht.

„Ehe ich sterbe, möchte ich noch einmal Mutter Teresa sehen“, hatte sie damals gesagt – und das war schon der indirekte Anfang ihrer Patenschaftsorganisation. Und sie lernte Mutter Teresa tatsächlich kennen.

Zusammenarbeit mit Schwestern der Mutter Teresa

Allein war Rosi Krekeler zunächst in Sao Paulo, Brasilien bei Aids-Kranken im Einsatz gewesen. Nach der ersten Alleinreise nach Indien kam ihr Mann mit. Anschließend halfen sie bei den Schwestern der Mutter Teresa in Addis Abeba in Äthiopien. Das Ehepaar brachte sich mit seinem ganzen Wissen und Können ein.

Jubelpaar feiert gerne

Doch nicht nur die Arbeit und die Hilfe prägen das Leben des Goldpaares. „Wir haben jedes Fest mitgenommen, wir tanzen gern und waren bei den Feiern oft die Ersten und die Letzten“, sagt Rosi Krekeler.

1979 schoss Klaus Krekeler den Vogel ab beim Königsschießen des Schützenvereins St. Sebastian. Seine Königin war Renate Kröger.

Zehn Jahre später fiel der Vogel erneut, diesmal war Rosi seine Königin und so führten sie das Schützenvolk an. Erfahrung hatten sie genug, denn sie waren sieben Mal als Hofstaatpaar dabei.

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