Kirche setzt Untersuchung gegen Pastoralverbunds-Leiter fort
Verjährt: Staatsanwalt stellt Ermittlungen ein

Willebadessen/Peckelsheim (WB/vah). Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Leiter des Pastoralverbundes Willebadessen/Peckelsheim wegen sexuellen Missbrauchs eingestellt.

Dienstag, 04.02.2020, 07:52 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 07:54 Uhr
St. Vitus-Kirche in Willebadessen. Foto: Bettina Peters

Das hat Monsignore Andreas Kurte, Leiter der Zentralabteilung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat, gestern im Vorfeld der Gemeindeversammlung in der Berghalle in Fölsen schriftlich mitgeteilt. Die Taten oder die Tat sind offenbar verjährt. Was dem Geistlichen konkret vorgeworfen wird, ist nach wie vor nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft habe dem Erzbistum mitgeteilt, dass „hinsichtlich der Taten, die dem Beschuldigten zur Last gelegt werden, eine Verfolgungsverjährung festgestellt wurde“, berichtete Kurte. Im Klartext: Was auch immer passiert ist, ist zu lange her, als dass es noch von Staatswegen verfolgt wird.

Längerer Zeitraum für kirchenrechtliche Untersuchung

Ungeachtet dessen gehen aber die innerkirchlichen Untersuchungen weiter. „In dem Fall, dass wenigstens wahrscheinlich eine Straftat eines Klerikers vorliegt, leitet der Ordinarius (hier Generalvikar) eine kirchrechtliche Voruntersuchung ein. Dies ist geschehen.“ Die Voruntersuchung werde trotz der Verjährung nach staatlichem Recht fortgesetzt, machte Andreas Kurte deutlich.

Nach Abschluss werde die Kongregation für die Glaubenslehre in Rom informiert, die dann wiederum Anweisungen zum weiteren Vorgehen erteilen werde. „Es handelt sich hier also um zwei unabhängige Rechtsbereiche: dem staatlichen und dem kirchlichen Recht“, berichtet Kurte weiter.

Für die kirchenrechtlichen Untersuchungen werde aller Erfahrung nach ein längerer Zeitraum benötigt. Der beschuldigte Leiter des Pastoralverbundes bleibe daher weiter vorläufig vom Dienst beurlaubt.

Im Generalvikariat angehört

Monsignore Kurte skizzierte noch einmal den Weg nach, der in diesem Fall beschritten worden sei. Der beschuldigte Pastor sei am 16. Januar im Generalvikariat angehört worden. Anschließend sei umgehend die Staatsanwaltschaft über die Vorwürfe in Kenntnis gesetzt worden. Parallel dazu sei das kirchenrechtliche Vorermittlungsverfahren eröffnet worden.

Dechant, das Pastoralteam und die Vorsitzenden der Gremien seien am 17./18. Januar über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt worden, die Gemeinden, in denen der Beschuldigte zuletzt tätig war, am 18./19. Januar. Dabei sei auch über die vorläufige Beurlaubung informiert worden.

Kommentare

Klaus - Dieter Leßmann  wrote: 05.02.2020 07:31
Was löuft mit unserer Judikative in Deutschland falsch ?
Solche Kapitalverbrechen an Schutzbefohlenen verjähren ??
Der mangelnde Vollzug, so manches Urteil in den letzten Jahren und ganz besonders die vielen absolut unverständlichen Entscheidungen unserer höchsten Gerichte, lassen mich an der Judikative unseres Landes und an der absoluten Unabhängigkeit der Bundesgerichte sehr zweifeln!
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