Bistumsleitung hat die Staatsanwaltschaft informiert – Vorwürfe liegen länger zurück
Geistlicher ist vorläufig beurlaubt

Willebadessen (WB). Der Leiter des Pastoralverbundes Willebadessen-Peckelsheim ist vom Erzbistum Paderborn vorläufig beurlaubt worden. Darüber sind die Gläubigen am Wochenende in den Gottesdiensten informiert worden.

Montag, 20.01.2020, 21:00 Uhr
Der Leiter des Pastoralverbundes Willebadessen-Peckelsheim ist vorläufig beurlaubt worden. Zu den genauen Vorwürfen gegen den Geistlichen möchte sich das Erzbistum Paderborn nicht äußern. Die Vorwürfe bezögen sich auf einen länger zurückliegenden Zeitraum. Der Geistliche hat bislang den Pastoralverbund Willebadessen-Peckelsheim mit der St.-Vitus-Kirche im Mittelpunkt geleitet – zum Pastoralverbund gehören zehn Gemeinden und 5099 Mitglieder (2017). Foto: Christian Geschke

Die Beurlaubung sei am Donnerstag, 16. Januar, „aus verhaltensbezogenen Gründen“ ausgesprochen worden, heißt es in einem Schreiben von Personalchef Monsignore Andreas Kurte an die Gemeinden. Es handelt sich um strafrechtlich relevante Vorwürfe. Zum näheren Sachverhalt äußert sich das Erzbischöfliche Generalvikariat auf Nachfrage des WESTFALEN-BLATTES nicht.

Bistum äußert sich nicht zum näheren Sachverhalt

„Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, können und dürfen wir uns nicht zum näheren Sachverhalt äußern“, erklärt Kurte, Leiter der Zentralabteilung Pastorales Personal. Damit die Seelsorge im Pastoralverbund Willebadessen-Peckelsheim weiterhin gewährleistet ist, übernimmt Pater Josef Klingele während der Beurlaubung des PV-Leiters die Vertretung. Weitere Gespräche, insbesondere zum kirchlichen Leben vor Ort, stünden noch aus.

Der beurlaubte Pfarrer war für ein Gespräch zu den Vorwürfen am Montag nicht erreichbar.

„Die Bistumsleitung hat die Staatsanwaltschaft über Vorwürfe gegen einen Geistlichen des Erzbistums Paderborn informiert“, bestätigt Pressesprecher Benjamin Krysmann. Die Vorwürfe bezögen sich auf einen länger zurückliegenden Zeitraum.

Gremien vor Ort zeitnah in Kenntnis gesetzt

„Die betreffende Person wurde nach einem Gespräch im Erzbischöflichen Generalvikariat für den Zeitraum der voraussichtlichen Ermittlungen vorläufig vom Dienst beurlaubt“, so Krysmann weiter. Das Pastoralteam und die Verantwortlichen in den Gremien vor Ort seien durch das Erzbistum zeitnah über die Sachlage in Kenntnis gesetzt worden. Krysmann weiter: „Alle Verantwortlichen stehen in engem Kontakt und sind bemüht, einen für alle Beteiligten bestmöglichen Umgang mit der herausfordernden Situation zu finden.“

Auf einige Fragen wollte der Pressesprecher des Erzbistums Paderborn keine Antworten geben: Hat es jemals zuvor bereits Vorwürfe gegen den Geistlichen gegeben? Welche genauen Vorwürfe liegen aktuell gegen den 57-Jährigen vor? Wer hat die aktuellen Vorwürfe gegen den Pfarrer erhoben?

In der Aufklärung von strafrechtlichen Vorwürfen gegen Mitarbeitende folge das Erzbistum Paderborn durchgehend festgelegten und einheitlichen Kriterien, so Benjamin Krysmann. Der Pressesprecher erläutert: „Geistliche und kirchliche Mitarbeitende werden bis zur Klärung der Vorwürfe vorläufig beurlaubt. Das Erzbistum Paderborn ist als Arbeitgeber an die Vorgaben des Datenschutzes, die Wahrung der Persönlichkeitsrechte und an Verschwiegenheitsobliegenheiten gebunden. Daher werden keine Namen und Angaben zu Tatvorwürfen, die mit Namen in Verbindung gebracht werden könnten, öffentlich benannt.“

Kirchenrechtliches Voruntersuchungsverfahren wird eingeleitet

Der Staat sei ermittlungsführend. Es werde alles unterlassen, was diese staatlichen Ermittlungen behindern könnte. Ein kirchenrechtliches Voruntersuchungsverfahren wird eingeleitet und nach Abschluss des staatlichen Strafverfahrens weitergeführt. Benjamin Krysmann: „Jeder einer Straftat Verdächtigte gilt nach deutschem Recht während der gesamten Dauer des Strafverfahrens als unschuldig.“

Am Montag konnte die Staatsanwaltschaft noch nichts zu einem Verfahren gegen den Pfarrer sagen: „Bei der Staatsanwaltschaft Paderborn ist derzeit kein Ermittlungsverfahren gegen den Mann anhängig“, erklärt Oberstaatsanwalt Marco Wibbe auf Nachfrage der Redaktion.

Das Schreiben an die Staatsanwaltschaft wurde seitens der Bistumsleitung allerdings auch erst am vergangenen Freitag per Boten an die Staatsanwaltschaft geschickt, wie Pressesprecher Krysmann sagt.

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