Schloss Schweckhausen: 2019 wird das Gebäude von Außen hergerichtet, 2020 von Innen Langjährige Sanierung geht weiter

Schweckhausen (WB). Die umfangreiche Sanierung des Schloss Schweckhausen geht weiter. In diesem Jahr wird das Ensemble von Außen wieder hergerichtet, 2020 soll die Innensanierung folgen. Der Warburger Architekt Lothar Beltz wurde mit dem Projekt betraut. Zunächst wird die Gräfte trockengelegt und abgebaggert.

Von Daniel Lüns
Die umfangreichen Außenarbeiten am Schloss Schweckhausen beginnen: Zunächst wird mithilfe eines Baggers die Gräfte trockengelegt und entschlammt. Schicht um Schicht wird das Erdreich dabei vorsichtig abgetragen.
Die umfangreichen Außenarbeiten am Schloss Schweckhausen beginnen: Zunächst wird mithilfe eines Baggers die Gräfte trockengelegt und entschlammt. Schicht um Schicht wird das Erdreich dabei vorsichtig abgetragen. Foto: Daniel Lüns

Der Aushub ist dringend nötig. Im Wassergraben (Gräfte) sammelt sich Erdreich und Schlamm ab, der regelmäßig abgetragen werden muss. »Laut den Archiven ist dies das letzte Mal aber um 1700 geschehen«, erklärt Stefan M. Rokoss. Ihm und seiner Frau Prof. Dr. Yu Ho-fang gehört das Wasserschloss. Interessiert verfolgen sie die Arbeiten vor Ort. »Ich bin sehr zufrieden. Die kommen gut voran«, sagte Rokoss über die beauftragten Firmen.

Die Entwässerung der Gräfte habe im Januar begonnen, seit Montag sei nun ein Bagger im Einsatz. »In die Gräfte kann er nicht hineinfahren. Daher brauchten wir einen Bagger mit einem langen Auslieger«, sagt Rokoss. Vom Ufer aus wird das Erdreich vorsichtig abgetragen – Schicht für Schicht. Am Boden der angelegten Gräfte wurde nämlich eine wasserundurchlässige Schicht aus Lehm und Ton geschaffen. Und die muss intakt bleiben.

6000 Kubimeter Erdreich werden ausgehoben

An der Südseite ist der Abstand zwischen Ufer und Schloss jedoch sehr groß. Selbst der 24-Meter-Ausleger reicht nicht mehr aus, um vom Rand der Gräfte an alle Stellen heranzukommen. Daher soll dort mit Schotter eine Rampe angelegt werden, die der Bagger befahren kann. Damit die Maschine von jeder Seite aus genug Platz hat, lassen die Besitzer gerade auch ausstehende Holzschnittarbeiten erledigen.

Etwa 3000 Quadratmeter sei die Gräfte groß. Sie müsse einen Meter tief ausgebaggert werden, stellenweise auch eineinhalb Meter tief. Die etwa 6000 Kubikmeter Erdreich, die dabei ausgehoben werden, sollen gelagert werden. Die Masse soll später dazu verwendet werden, um das Außengelände zu gestalten, wie den Park.

Putz fehlt seit 19. Jahrhundert

»Wenn der Aushub erledigt ist, dann beginnt der Ernst des Lebens«, sagt Stefan M. Rokoss. Denn erst dann würden Schäden sichtbar, die bisher verborgen waren. Nach dem Ausgraben würden die Mauern der Gräfte gesäubert, untersucht und instand gesetzt. Dasselbe soll auch mit den Grundmauern des Gebäudes geschehen.

Anschließend wird das Schloss eingerüstet. Schäden an der Fassade sollen dabei beseitigt werden. Zudem soll das Schloss – in Absprache mit dem Denkmalpflegeamt – mit einem hellen Schlämmputz verkleidet werden. »Die Ecksteine, Fensterumrahmungen und Friese heben wir dabei hervor«, erklärt Stefan M. Rokoss.

»Das Schloss war ursprünglich bereits verputzt«, erklärt der Eigentümer. Ähnlich wie bei der Wewelsburg (Kreis Paderborn) sei der Putz jedoch abgeschlagen worden. Beim Schloss Schweckhausen sei dies im 19. Jahrhundert geschehen. Seitdem ist das Gebäude Wind und Wetter quasi schutzlos ausgesetzt.

Alte Struktur des Schlosses soll wieder hergestellt werden

Die Maßnahmen sollen in diesem Jahr voraussichtlich bis in den Oktober hinein andauern. Dabei sind weitere Eingriffe geplant, welche die ursprüngliche Struktur des Schlosses wiederherstellen sollen. So sollen im Dach wieder Gauben verbaut werden. Sie waren an der Ostseite des Schlosses zu sehen. Ebenfalls ist angedacht, die alten Schornsteine wiederherzurichten.

Über die Arbeiten freut sich auch Schweckhausens Ortsbürgermeister Heinz-Jürgen Schmitt, der die Baustelle regelmäßig besucht. Wie viel die genannten Arbeiten kosten werden, steht zurzeit noch nicht fest.

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