Darsteller werden in Paderborn statt in Willebadessen auftreten Passionsspiele ziehen um

Willebadessen/Paderborn (WB/dal). Die Passionsspiele werden nicht mehr in Willebadessen veranstaltet. »Auf gar keinen Fall, das tue ich mir nicht mehr an«, erklärte Intendantin Petra Merschmann. Die Veranstaltung werde im kommenden Jahr nach Paderborn umziehen. Der genaue Spielort stehe jedoch noch nicht fest.

Bei den Passionsspielen vermitteln Darsteller die Lebens- und Leidensgeschichte Jesu.
Bei den Passionsspielen vermitteln Darsteller die Lebens- und Leidensgeschichte Jesu. Foto: Daniel Lüns

»Wir hatten das Gefühl, nicht willkommen zu sein«

Bei den Passionsspielen vermitteln Darsteller die Lebens- und Leidensgeschichte Jesu. Wie berichtet sollten die Passionsspiele von ihrem mehrjährigen Standort an Schäfermeiers Mühle in Salzkotten-Verne an den Willebadessener Schlossplatz verlegt werden. Aufgrund von Streitigkeiten zwischen dem Besitzer des Schlosses, Konstantin Freiherr von Wrede, und den Veranstaltern, dem eigens gegründeten Verein Naturbühne Willebadessen, musste die Veranstaltung kurzfristig auf den Vorplatz der Stadthalle umziehen.

Mit dieser Notlösung war die Intendantin nicht glücklich, »zumal wir das Gefühl hatten, nicht wirklich willkommen zu sein«, sagte Petra Merschmann. Am Karfreitag etwa seien mehrmals hupende Autos und Motorräder vorbeigefahren und hätten die Veranstaltungen gestört. Eine Familie mit Kinderwagen sei sogar stumpf durch das Bühnenbild gegangen – während einer Vorstellung.

Erwartungen an die Zuschauerzahlen sind erfüllt worden

»So etwas habe ich noch nicht erlebt. Wenn ich das alles gewusst hätte, dann hätte ich mich nicht für Willebadessen entschieden. Das war die falscheste Entscheidung, die ich in meinen 29 Berufsjahren getroffen habe«, sagt die Intendantin. Dennoch seien die Erwartungen an die Zuschauerzahlen erfüllt worden.

Hans Hermann Bluhm, Bürgermeister der Stadt Willebadessen, bedauert diese Entwicklung. »Es ist sehr schade. Kulturelle Veranstaltungen sind in Willebadessen schwer zu organisieren«, sagt das Stadtoberhaupt. »Hier bestand die Chance, in der Stadt dauerhaft etwas zu etablieren. Die Familie Merschmann ist dafür auch bekannt. Das dies nun nicht passiert, ist leider dem Verhalten einer Person zuzuschreiben«, sagt Bluhm in Richtung des Barons.

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