Passionsfestspiele feiern in Willebadessen Premiere – Zukunft unklar 170 Zuschauer sehen Tod Jesu

Willebadessen (WB). Als Jesus am Kreuz stirbt, bricht es Maria das Herz. Mit Wehklagen verabschiedet sich die Gottesmutter von ihrem Sohn – und 170 Besucher der Passionsfestspiele in Willebadessen verfolgen die Szenerie mit.

Von Daniel Lüns
Angetrieben von römischen Soldaten trägt Jesus (Thomas Gruna) sein Kreuz durch die Straßen. Die Menschen, die ihm dabei am Wegesrand begegnen, sind fassungslos. Auch das Publikum verfolgte das Geschehen der Darsteller gebannt.
Angetrieben von römischen Soldaten trägt Jesus (Thomas Gruna) sein Kreuz durch die Straßen. Die Menschen, die ihm dabei am Wegesrand begegnen, sind fassungslos. Auch das Publikum verfolgte das Geschehen der Darsteller gebannt. Foto: Daniel Lüns

Intendantin ist »sehr zufrieden«

Auf dem Vorplatz der Stadthalle erlebten die Zuschauer die Passionsgeschichte mit. Erzählt wurde die – soweit möglich – aus der Sicht der Gottesmutter Maria, von ihrer jungfräulichen Empfängnis bis zum Tod des eigenen Sohnes am Kreuz. Anna-Karén Kruk hauchte dabei der besonderen Mutterrolle Leben ein. »Ich bin die Magd des Herrn. Es geschehe, wie du gesagt hast«, sagte sie etwa mit fester Stimme, als ihr offenbart wird, den Sohn Gottes zur Welt zu bringen.

Stephan Wurst spielte Josef. Hoffnungsvoll bat der Maria darum, seine Frau zu werden – und war konsterniert, als sie ohne sein zutun schwanger wurde. Dennoch trug er seine Rolle mit Fassung und stand seinem Ziehsohn zur Seite. Aber auch in seiner Rolle als Kaiphas ging Wurst auf. Den Hohepriester, der federführend an der Auslieferung Jesu an die Römer beteiligt ist, spielte er gekonnt kaltschnäuzig. Der Sohn Gottes verzieh seinen Anklägern dennoch. »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun«, rief Thomas Gruna verzweifelt, nachdem er durch die Straßen getrieben und schließlich ans Kreuz geschlagen wurde.

Mit der Premiere ist Petra Merschmann, Intendantin der Passionsfestspiele Willebadessen, »sehr zufrieden«. Mit dem kalten, regnerischen Wetter sei man klar gekommen. Der Dauerregen hielt auch die Zuschauer nicht ab, etwa 170 Menschen wollten die Passionsfestspiele sehen. In der Pause wärmten sie sich mit heißer Suppe oder Punsch auf. Für die Bewirtung hatten die Veranstalter mit »Karins Getränke Welt« und dem Café Herzstück zwei Anbieter aus Willebadessen gewonnen.

Lokale Darsteller glänzen in ihren Rollen

Merschmann lobt auch die lokalen Darsteller, darunter Bewohner des Laurentiusheimes und Bürger aus Willebadessen. Sie hätten ihre Rollen klasse gespielt. Trotz alledem sei aber unklar, wie es mit den Passionsfestspielen weitergeht. Geplant war, dass sie auch in den nächsten Jahren aufgeführt werden – im Willebadessener Schlosspark. Ob es dabei bleibt, ist fraglich. »Im nächsten Jahr wird es wieder Passionsfestspiele geben. Nur der Ort steht noch nicht fest«, betonte die Intendantin.

Obwohl Bürgermeister Hans Hermann Bluhm und Ortsbürgermeister Uwe Cebul das Team sehr unterstützt hätten, habe der Streit um den Austragungsort für viel Wirbel und Unruhe gesorgt. »Wir spielen unsere nächsten Termine, dann lecken wir unsere Wunden. Danach schauen wir weiter«, erklärt Merschmann.

Die kurzfristige Verlegung auf den Vorplatz der Willebadessener Stadthalle sei eine gute Notlösung gewesen, mehr aber auch nicht. »So eine Veranstaltung lebt von einer Naturbühne, nicht von einer gepflasterten Fläche. Aber in Willebadessen sehen wir zurzeit auch keine Möglichkeit, es anders zu machen. Das Areal am Schloss wird jedenfalls wohl kein Thema mehr sein«, sagt sie.

Interessierte können die Darstellung noch am heutigen Karfreitag, 30. März, um 16.30 und um 19.30 Uhr sehen. Einlass ist jeweils 45 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. Es gibt eine Abendkasse.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.