Tierschutz: Willebadessener Ehepaar vor Gericht – Verfahren eingestellt Fünf Jungkatzen mussten leiden

Warburg/Willebadessen (WB/ben). Weil sie fünf zugelaufene Jungkatzen über einen längeren Zeitraum erhebliches Leid zugefügt haben sollen, musste sich ein Ehepaar aus Willebadessen vor dem Amtsgericht Warburg verantworten. Mit Zustimmung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung stellte das Gericht das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von jeweils 250 Euro ein.

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Symbolbild Foto: dpa

Oberstaatsanwalt Christoph Zielke hatte dem Landwirt (61) und seiner gleichaltrigen Ehefrau einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen. Die vier getigerten und eine gestreifte Jungkatze waren nach Angaben des Kreisveterinäramtes unterernährt und sehr krank, ihre Augen waren komplett zugeschwollen, die Därme mit Würmern befallen.

Laut Staatsanwaltschaft mussten die Tiere leiden, weil die Angeklagten die Kosten für eine tierärztliche Behandlung gescheut haben sollen.

Angeklagte wollte erkrankte Tiere homöopathisch behandeln

Dem widersprach die Ehefrau des Bauern, die sich um die Katzen gekümmert habe. Sie habe gedacht, sie bekomme die Situation ohne einen Tierarzt selbst in den Griff, sagte sie. »Ich habe die Tiere homöopathisch behandelt«, erläuterte sie Richter Stephan Schne­yer. Sie räumte aber ein, sich im Umgang mit den Tieren falsch verhalten zu haben.

»Ich hätte die Tiere nicht anfüttern und so auf die Terrasse locken sollen.« Der Hof des Ehepaares liegt sehr ländlich. »Im Umkreis von vier Kilometern steht kein Haus, Katzen laufen uns häufiger zu«, erklärte der Landwirt.

Besorgte Bürgerin schaltete Kreisveterinäramt ein

Eine besorgte Bürgerin hatte das Kreisveterinäramt in Höxter über die Zustände auf dem Bauernhof informiert. Ein Tierarzt entdeckte die fünf unterernährten und kranken Katzen unweit des Hofes. Sie sollen sehr zutraulich gewesen sein. Nach tierärztlicher Untersuchung wurden die Tiere bei einer Privatperson in Obhut gegeben. Der Kreis Höxter erstattete Anzeige gegen das Ehepaar.

Die Ehefrau des Landwirtes hat mittlerweile die Kosten für den Tierarzt bezahlt und übernimmt auch die Kosten für die Kastration der Tiere. Sie gelobte Besserung.

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