Historische Gesellschaft Willebadessen sammelt bereits Exponate Aktive planen Heimatmuseum

Willebadessen (WB). Die Kanonenkugel ist auch nach 250 Jahren ein gewichtiger Fund. »Ein französischer Sechspfünder«, sagt Gerd Grasse. »Wie er damals in Gebrauch war.« Und zwar in Willebadessen, während des Siebenjährigen Krieges. Diese und andere Exponate aus der Region möchte Grasse gerne ausstellen – in einem neuen Heimatmuseum.

Von Daniel Lüns
Verschiedene historische Gegenstände aus Willebadessen und Umgebung hat Gerd Grasse bereits zusammengetragen. Dazu zählen etwa ein alter Fotoapparat, Musketen- (links) und Kanonenkugeln und ein Trinkbecher, der an Kaiser Wilhelm I. erinnern soll.
Verschiedene historische Gegenstände aus Willebadessen und Umgebung hat Gerd Grasse bereits zusammengetragen. Dazu zählen etwa ein alter Fotoapparat, Musketen- (links) und Kanonenkugeln und ein Trinkbecher, der an Kaiser Wilhelm I. erinnern soll. Foto: Daniel Lüns

Wunsch ein Heimatmuseum aufzubauen

Der Antiquar und Kunsthändler gehört, wie etwa 20 weitere Mitglieder, der Historischen Gesellschaft Willebadessen an. Vor vier Jahren sei die Gesellschaft gegründet worden. Seitdem gebe es auch den Wunsch, in Willebadessen ein Heimatmuseum aufzubauen.

Etwa acht Gesellschaftsmitglieder arbeiteten daran, den Wunsch zu erfüllen. »Wenn ich etwas zum Anfassen habe, dann kann ich das besser vermitteln als auf dem theoretischen Weg«, erklärt Grasse. »Wir wollen Kultur, Identität und Tradition dokumentieren, stiften und vermitteln.«

An fünf Orten bereits Exponate eingelagert

Um dieses Ziel umzusetzen, sind die Engagierten rührig gewesen. An fünf Orten haben sie bereits Exponate eingelagert, die mit der Geschichte Willebadessens zu tun haben. Neben der Kanonenkugel gehören dazu unter anderem auch alte Nähmaschinen, Webstühle und landwirtschaftliche Geräte. »Uns wurden sogar noch mehr Geräte zugesichert. Aber die können wir nicht abholen, weil wir keinen Platz dafür haben.«

Damit die Gegenstände auch wissenschaftlich erfasst werden, hat Grasse bereits erste Kontakte mit Denkmalschutzexperten in Münster geknüpft. Zum Aufbau des Museums wurde bereits ein mehrseitiges Konzept aufgestellt. Darin enthalten ist eine Liste an Themenschwerpunkten, die beim Aufbau berücksichtigt werden könnten. Auch die Ergänzung des Museumsangebotes durch Kunstausstellungen, Lesungen oder Vorträge ist Thema. Zur Finanzierung des Museums soll ein Trägerverein gegründet werden.

»Das Wichtigste aber ist, dass wir für das Museum auch Räume finden«, erklärt Gerd Grasse. »Sollten wir die bekommen, dann könnten wir gleich an Ausstellungen arbeiten. Uns geht es aber nicht um die Schnelligkeit, sondern um die Stabilität.«

Scheune möglicher Standort

Mit der Raumfrage hat sich Grasse bereits an Willebadessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm gewandt. Der erklärt, dass die Verwaltung der Gesellschaft keine Zusage habe geben können. Zudem sei die Auswahl an städtischen Räumen, welche man für so ein Museum zur Verfügung stellen könnte, begrenzt. Neben der baufälligen alten Mühle gebe es etwa noch die Ackerscheune, das ehemalige Seminarzentrum gegenüber des Schlosses.

»Die Verwaltung hat vom Rat aber den Auftrag bekommen, die Ackerscheune zu vermarkten«, erklärt der Stadtoberhaupt. 288.000 Euro soll das Gebäude kosten, Kontakte mit Interessenten habe es gegeben. Unter anderem hatte Konstantin Freiherr von Wrede gegenüber dem WESTFALEN-BLATT erklärt, den Komplex übernehmen und etwa zu einem Übernachtungsbetrieb umbauen zu wollen (WB vom 18. Oktober).

Sollte es nicht gelingen, die Ackerscheune auf diese Weise zu verkaufen, werde der Komplex im nächsten Schritt wohl ab Januar öffentlich angeboten. Sollte auch dieser Verkauf scheitern, so müssten sich Rat und Verwaltung überlegen, wie mit dem Gebäude weiter verfahren werden soll, erklärt Bluhm. »Das wäre dann vielleicht im März oder April.« Sollte die Stadt das Gebäude behalten, so wäre eine Nutzung als Heimatmuseum eine mögliche Variante.

Räume und Dinge gesucht

Die Historische Gesellschaft Willebadessen ist auf der Suche nach Räumen, in denen die Exponate gesammelt oder ausgestellt werden können. Zudem suchen die Aktiven weiterhin nach historischen Gegenständen aus Willebadessen. Interessierte wenden sich an Gerd Grasse, Telefon 05646/9457588.

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