Willebadessener feiern Vitusfest mit Prozession – Helfer schmücken die Straße Blumenpracht für den Schutzpatron

Willebadessen (WB). Es ist sechs Uhr in der Früh und die meisten Willebadessener sind schon auf den Beinen. Mit Tannenzweigen und Blütenblättern gestalten sie einen meterlangen Blumenteppich. Alle packen mit an, wenn einer der Höhepunkte des Jahres bevorsteht – das Vitusfest.

Von Michaela Weiße
Legen verschiedene Ornamente und auch Schriftzüge aus Rosenblättern (von links): Sabine Nüsse, Anna Pankraz, Marita Kleinemeier sowie Marei Nüsse.
Legen verschiedene Ornamente und auch Schriftzüge aus Rosenblättern (von links): Sabine Nüsse, Anna Pankraz, Marita Kleinemeier sowie Marei Nüsse. Foto: Michaela Weiße

Zu Ehren des heiligen Vitus, dem Schutzpatron Willebadessens, zogen zahlreiche Gläubige in der Prozession von der Kirche zu den verschiedenen Stationen, um gemeinsam zu beten. Der kostbare Schrein mit den Reliquien des heiligen Vitus wurde von den Schützen über den Blumenteppich getragen.

Das Allerheiligste in der Monstranz hielt Bischof Franz-Josef Bode aus Osnabrück, der zuvor auch die Festpredigt gestaltete, in seinen Händen.

Zahlreiche Helfer packen mit an

Das Vitusfest in Willebadessen hat eine lange Tradition. Zum Gelingen des Festes tragen jedes Jahr zahlreiche Helfer mit bei. So etwa die Anwohner der »Lange Straße«, die bereits früh morgens den Blumenteppich gemeinsam gestalten.

Der Blumenteppich ziert die Lange Straße. Foto: Weiße

»Uns ist sehr daran gelegen, dass die Tradition aufrecht erhalten wird«, sagt Helferin Birgit Uhe. Auch die 18-jährige Marei Nüsse hilft bereits seit vielen Jahren fleißig mit. Aus roten Rosen legt sie den Schriftzug »Vitus«.

Mit Schablonen oder auch eigener Kreativität werden die verschiedenen Ornamente gestaltet. Meist sind es Symbole der Eucharistie, wie beispielsweise der Kelch.

Tradition wird an Kinder weitergegeben

Vor der Friedhofskapelle sind die Mitarbeiter des Katholischen Kindergartens St. Vitus im Einsatz. »Die Blumen haben wir gestern in Feldern und Gärten gesammelt«, berichtet Heidrun Cebul, die bereits mit dieser Tradition aufgewachsen ist und diese auch an ihre Töchter Mara-Christin (10) und Mia (8) weitergibt.

Die beiden Mädchen haben sehr viel Freude beim Schmücken des Blumenteppichs. »Das macht Spaß«, sind sich die Kinder einig. Neben den gesammelten Blumen erhalten die Helfer auch Spenden von Floristen und Gärtnern, berichtet Ortsbürgermeister Uwe Cebul.

»Direkt nach der Prozession muss der Blumenteppich dann wieder entfernt werden«, erklärt Heidrun Cebul. »Damit die Straßen für die Autos wieder frei sind.«

Heiliger Vitus

Der heilige Vitus, mancherorts auch Veit genannt, zählt zu den 14 Nothelfern. Er starb als Märtyrer um 304 unter Kaiser Diokletian in Italien.

Der Schutzpatron wurde der Legende nach von seinen Zieheltern zum christlichen Glauben erzogen. Sein leiblicher Vater lehnte dies jedoch strikt ab und wollte ihn töten lassen.

Auch Kaiser Diokletian, dessen Sohn der jugendliche Vitus geheilt hatte, versuchte erfolglos ihn vom christlichen Glauben abzubringen. Deshalb warf er ihn den Löwen vor. Diese legten sich aber der Legende nach zu Vitus Füßen und taten ihm nichts.

Schließlich wurde Vitus zusammen mit seinen Zieheltern in siedendes Öl geworfen. Engel retteten sie daraus und brachten sie zurück nach Lukanien in Süditalien, wo sie starben. Der Gedenktag des heiligen Vitus ist der 15. Juni.

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