Willebadessener Blauröcke suchen neue Leiter – Ausscheiden aus beruflichen Gründen Wehrführer bitten um Entpflichtung

Willebadessen (WB). Die komplette Leitung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Willebadessen hat um die vorzeitige Entpflichtung von ihren Aufgaben gebeten. Sowohl Wehrführer Benjamin Ortmann als auch seine Stellvertreter Heiner Hesselmann und Sven Vandiken scheiden aus ihren Ämtern aus – aus beruflichen Gründen.

Von Daniel Lüns
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Das hat Willebadessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm am Donnerstagabend in der Sitzung des Rates bekannt gegeben. »Mich hat es selbst auch erschreckt. Aber der Beruf geht zunächst einmal vor«, erklärt Bluhm auf Nachfrage des WESTFALEN-BLATTES. Am Freitag lud er die Führungskräfte der Willebadessener Wehr zu einer Dienstbesprechung ein, die noch im Juni sein soll. Dort soll die Situation besprochen werden – und womöglich ein neuer Leiter der Feuerwehr gefunden werden. Bis ein Nachfolger feststeht, bleibt Wehrführer Benjamin Ortmann kommissarisch im Amt.

Wehrführer Benjamin Ortmann bleibt zunächst kommissarisch im Amt Foto: Thöne

»Man merkt schon, dass es für Arbeitgeber immer schwieriger wird, den Ausfall von Arbeitnehmern, die bei der Feuerwehr sind, zu verkraften«, erklärt Hans Hermann Bluhm. Zumal der Wettbewerb der Firmen untereinander manchmal ohnehin dafür sorge, dass eine Knappheit vorherrsche. Bluhm: »Daher an dieser Stelle mein herzlicher Dank an alle Arbeitgeber, dass sie ihre Mitarbeiter für die Arbeit bei unserer Feuerwehr freistellen.«

Daten und Fakten

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Willebadessen hat 258 aktive Mitglieder und verfügt über 17 Fahrzeuge. Die Wehr gliedert sich in die Löschzüge Willebadessen und Peckelsheim, hinzu kommen die Löschgruppen Altenheerse, Borlinghausen, Eissen, Engar, Ikenhausen, Löwen, Niesen, Fölsen, Helmern und Schweckhausen.

Haben interessierte Ehrenamtliche immer weniger Zeit für die Feuerwehr? »Ja, das lässt sich seit ein paar Jahren so sagen«, erklärt Wehrführer Benjamin Ortmann. »Beim Nachwuchs geht es noch, vor allem im Bereich der Jugendfeuerwehr.« Aber im Bereich ab 18 Jahre werde es zunehmend schwieriger, Personal zu finden. »Wir versuchen, über die landesweite Kampagne ›Feuerwehrensache‹ Nachwuchs zu gewinnen. Bisher gab es da bei mir aber noch keine Rückmeldungen«, sagt Ortmann.

Die Gründe, nicht zur Feuerwehr zu gehen – insbesondere in den Bereich Wehrführung – seien vielfältig. Vor allem aber sei der Arbeitsaufwand nicht zu unterschätzen. »Als Leiter der Feierwehr ist es mit dem Löschdienst ja nicht getan. Es ist das große Drumherum, was man auf den ersten Blick nicht sieht«, sagt Ortmann: das Organisieren, die Fahrzeugbeschaffung und vieles mehr gehörten dazu. »Das ist, wie ein großes Unternehmen zu leiten.«

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