Geschäftsleute kritisieren Vollsperrung der Nethebrücke in Willebadessen »Hier steht bald alles still«

Willebadessen (WB). Der Verkehr auf der Nethebrücke in Willebadessen steht vom 11. Juli an still. Grund für die dreiwöchige Vollsperrung ist die Sanierung des Bauwerkes. Unternehmer befürchten jetzt dramatische Umsatzeinbußen.

Von Michaela Weiße

Karin Fehring erwartet, dass ihre Einnahmen in dieser Zeit um etwa die Hälfte schrumpfen werden. »Dabei haben es kleine Einzelhändler auf dem Markt ohnehin schon schwer«, sagt die Inhaberin von »Karins Getränkewelt«. Ihr Markt liegt in unmittelbarer Nähe der Nethebrücke. Sie und viele weitere Geschäftsleute werden durch die Vollsperrung erheblich beeinträchtigt, denn aus Richtung Fölsen kommend werden Autos und Lastwagen das Eggestädtchen nicht mehr erreichen können. Eine Umleitung für den überörtlichen Verkehr soll voraussichtlich über Dringenberg und Neuenheerse ausgeschildert werden. Detaillierte Informationen zu den Umleitungen sollen in Kürze noch bekannt gegeben werden, sagte gestern Gerhard Hüllweg, Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau in Paderborn.

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Diesen Umweg werden viele Kunden nicht in Kauf nehmen und dann auf andere Läden ausweichen.

Metzger Georg Vogt

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»Diesen Umweg werden viele Kunden nicht in Kauf nehmen und dann auf andere Läden ausweichen«, glaubt Metzger Georg Vogt. Auch er befürchtet, dass er während der dreiwöchigen Brückensanierung Umsatzeinbußen verzeichnen wird. Seine Fleischerei liegt an der Langen Straße. Diese Hauptverkehrsstraße in Willebadessen passieren täglich auch zahlreiche Lastwagen. »Viele LKW-Fahrer halten bei uns für einen schnellen Imbiss«, berichtet Vogt. »Diese Kunden werden dann wohl oder übel ausbleiben.« Daher halten Karin Fehring und Georg Vogt eine nur halbseitige Sperrung der Nethebrücke für eine sinnvolle Alternative.

»Das ist wegen neuer gesetzlicher Bestimmungen jedoch nicht möglich«, erklärt Gerhard Hüllweg. Demnach müssen Brücken mindestens 8,40 Meter breit sein, um sie mittels halbseitiger Sperrung zu sanieren. »Das hat mit dem Arbeitsschutzgesetz zu tun«, erläutert Hüllweg weiter. Es müsse ein bestimmter Sicherheitsabstand zwischen Autoverkehr und Bauarbeiten gewährleistet werden, um die Bauarbeiter nicht zu gefährden.

»Es sind ja Arbeiten, die gemacht werden müssen. Daher finde ich es gut, dass es in den Sommerferien passiert, da dann sowieso weniger los ist«, sagt Brunhilde Wiegers. Trotzdem geht sie davon aus, dass auch ihre Buchhandlung mit Einbußen rechnen muss. Ralf Hake, Inhaber des Computerservice an der Langen Straße, erwartet hingegen keine dramatischen Einbrüche für sein Geschäft.

Alte Sandsteinbrücke von 1853 wurde 1980 abgerissen

Der frühere Ortsheimatpfleger von Willebadessen, Heinrich Müller, erinnert sich noch daran, als die Brücke im Jahr 1980 gebaut wurde. Der Abriss der alten Sandsteinbrücke von 1853 habe damals viele Willebadessener traurig gestimmt. »Die Brücke war ein Musterbeispiel für Formschönheit und Stabilität«, sagt Müller.

Obwohl das Bauwerk nicht kaputt gewesen sei, musste es damals aus Sicherheitsgründen abgerissen werden. Für den Bau der neuen Nethebrücke vor 36 Jahren war dann auch eine Vollsperrung nötig, berichtet der 82-Jährige.

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