Warburger Denkmalschutzverein kürt das Denkmal des Monats April: Das Haus an der Kalandstraße 5
Das älteste Fachwerkhaus Warburgs

Warburg -

Der Warburger Verein für Geschichte und Denkmalschutz hat das Gebäude der ehemaligen Hirschapotheke, Kalandstraße 5, zum Denkmal des Monats April erkoren.

Samstag, 10.04.2021, 03:00 Uhr
Das Steinhaus, das zur Kalandstraße reicht, wurde in den Jahren 1454 bis 1455 gebaut. Der rückwärtige Teil des Gebäudes entstand bereits ab 1452. Foto: Ralf Benner

Anfang des Jahres hatte der Vorstand seine Mitglieder und Interessierte darum gebeten, mögliche Gebäude für die Bewertung vorzuschlagen. Nach dem Glockengießerhaus im Januar fiel das Votum für Februar auf die Burgkapelle auf dem Burgfriedhof mit der romanischen Krypta. Im März wurde die Villa Berg an der Kasseler Straße 26 gekürt.

„Die Gründe für die Wahl der ehemaligen Hirschapotheke waren: Das Hinterhaus ist das älteste Fachwerkhaus Warburgs – von 1452 –, die große historische Bedeutung der Erbauer- und Besitzerfamilie Geyr, später Geyr von Schweppenburg, es war der Vorschlag unseres Mitgliedes Prof. Dr. Heiko Bewermeier und das Haus ist in einem vorbildlichen Pflegezustand“, erklärt Architekt Elmar Nolte.

Vom 13. bis ins 17. Jahrhundert habe sich das große Grundstück im Besitz der Familie Geyr befunden, erklärt der Verein auf seiner Internetseite weiter. Diese habe sich im 12. und 13. Jahrhundert von Köln über Paderborn nach Warburg ausgebreitet, durch Fernhandel ein großes Vermögen erworben und sei zum Patriziat der Stadt Warburg und zum Adel im Fürstentum Paderborn aufgestiegen.

Familie Geyr stellte Bürgermeister und Ratsherren

Auch seien Familienmitglieder immer wieder als Gografen von Warburg, Bürgermeister und Ratsherren erwähnt gewählt worden. Zudem habe die Familie umfangreichen Grundbesitz in der Warburger Umgebung besessen. Im Jahr 1396 soll dann bereits ein Bruchsteinhaus auf dem besagten Grundstück entstanden sein. Der heute noch bestehende Bau sei Mitte des 15. Jahrhunderts in zwei Bauabschnitten entstanden.

Ab 1452 sei zunächst das heutige Hinterhaus über einem massiven Gewölbekeller neu errichtet worden. Es sei „Haus am Kaland“ genannt worden, da sich sein Eingang an der Sternstraße gegenüber dem ehemaligen Kalandhaus – heute Corvinushaus – befand. Zwei Jahre später, 1454 bis 1455, sei es um ein großes Steinhaus bis zur heutigen Kalandstraße erweitert worden.

1613 sei im Haus unter Herbold Geyer erstmals eine Apotheke eingerichtet worden, die von Ludwig Bolte betrieben worden sei. 1699 seien dann Philipp Ernst und Gottfried Wüstenberg als Apotheker genannt worden. Sie hatten das Haus offenbar von der Familie Geyr erworben und es 1705 und 1706 als Wohn- und Geschäftshaus für ihre Zwecke umbauen lassen.

Apotheke bis zum Jahr 2012

Ab 1790 habe das Haus und die Apotheke einer Familie Gödecke gehört. Sie habe es 1843 erneut neugestalten und nach dem Abbruch der oberen Staffeln des Straßengiebels mit einer klassizistischen Fassadendekoration versehen. Der Familie seien 1864 der Apotheker Niemer und 1874 der Apotheker Hense gefolgt. 1908 habe der Apotheker Ludwig Küpper das Anwesen erworben, sein Sohn Josef Küpper und sein Enkel Edmund Küpper hätten die Apotheke dort bis zum Jahr 2012 geführt.

Bauhistorisch untersucht und dendrochronologisch datiert wurde der Gebäudekomplex 1985. Festgestellt worden sei, dass das auf 1492 datierte Hinterhaus wahrscheinlich über zwei Wohnetagen verfügte, darüber einen Speicherstock und weitere Speicherböden im Dachraum. Das Vorderhaus sei nicht unterkellert und habe wahrscheinlich eine ebenerdig befahrbare Wirtschaftsdiele gehabt, über der sich weitere Speichergeschosse befanden.

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