Warburgerin Yolanda Schäfer (16) absolviert auch in Corona-Zeiten ein Schuljahr in den USA
„Die Chance habe ich nur einmal im Leben“

Warburg -

Ihr Entschluss steht fest: „Im Abi nehme ich Englisch-Leistungskurs“, sagt Yolanda Schäfer. Doch bis die Warburgerin wieder zum Hüffertgymnasium geht, möchte sie die restlichen Monate an der High-School in den USA genießen – trotz Corona.

Mittwoch, 03.03.2021, 05:00 Uhr
„Echt amerikanisch“: Die Warburgerin Yolanda Schäfer hat sich als Cheerleaderin der Football-Schulmannschaft engagiert. „Eine tolle Erfahrung“, schwärmt die 16-Jährige. Foto: privat

„Ich habe nur einmal im Leben die Chance, ein Schuljahr in Amerika zu verbringen“, sagt die 16-Jährige und hat sich daher auch in Zeiten der Pandemie bewusst für das Auslandsjahr entschieden.

„Ich fühle mich sicher hier. Alle halten sich strikt an die Corona-Regeln. Wir tragen im Unterricht und sogar beim Sport Masken und halten Abstand“, berichtet die Warburgerin.

Seit dem vergangenen Sommer lebt sie in ihrer Gastfamilie im US-Bundesstaat Michigan und besucht die Maple Valley High School in Vermontville. „Ich hatte sehr viel Glück mit meiner Gastfamilie. Den Eindruck hatte ich schon nach den ersten schriftlichen Kontakten im vergangenen Jahr. Hier vor Ort hat er sich bestätigt. Ich habe mich zu jeder Zeit willkommen gefühlt“, schwärmt Yolanda Schäfer.

Yolanda Schäfer (rechts) mit ihrer Gastfamilie (von links) Kyle, Leslie und Lexi Booher auf den Sleeping Bear Dunes.

Yolanda Schäfer (rechts) mit ihrer Gastfamilie (von links) Kyle, Leslie und Lexi Booher auf den Sleeping Bear Dunes. Foto: privat

Ihre Gastschwester Lexi (17) geht in die gleiche Schule, beide Mädchen verbringen auch den Großteil ihrer Freizeit zusammen. „Wir waren sogar zusammen Ski fahren. Niemand in meiner Gastfamilie stand vorher schon mal auf Skiern. Ich habe versucht, es ihnen beizubringen. Das hat richtig Spaß gemacht“, berichtet Yolanda Schäfer.

Ansonsten ist sie diejenige, die in den USA viel lernt. „Ich liebe das Schulleben hier. Das ist ganz anders als zu Hause, viel kreativer“, erzählt die Warburgerin, die sich ihren Stundenplan weitgehend selbst zusammenstellen durfte.

„Glücklicherweise muss ich hier kein Mathe nehmen“, lacht sie. Dafür stehen Amerikanische Geschichte und Englisch auf ihrem Stundenplan. „Ich habe zudem ein Fach gewählt, das nennt sich Senior Seminar, da lernt man wirklich alles von der Lohnsteuererklärung bis zum Reifenwechsel“, macht die Warburgerin auch praktische Erfahrungen.

Sie ist mit „Experiment e.V.“ in den USA. Die Organisation ist gemeinnützig und das deutsche Mitglied von „The Experiment in International Living“. Kooperationspartner sind unter anderem das Auswärtige Amt, die Botschaft der USA, der Deutsche Bundestag und das Goethe-Institut.

Weniger Austauschschüler in den USA

„Im aktuellen Schuljahr haben wir aufgrund von Corona etwa 50 Prozent weniger Schülerinnen und Schüler vermittelt als in anderen Jahren. Wir gehen aber davon aus, dass sich das kommende Schuljahr wieder auf Vorjahresniveau einpendeln wird“, sagt Pressereferentin Carola Orti von Havranek.

Eine ähnliche Erfahrung hat auch Yolanda Schäfer an ihrer High School gemacht. „Wir sind aktuell nur sechs Austauschschüler, sonst sind es etwas mehr als doppelt so viele.“ Sie ist derzeit die einzige Deutsche in der Schule, spricht also den ganzen Tag englisch.

„Ich habe die Sprache schon vorher geliebt. Aber hier habe ich mich noch mal verbessert. Ich habe gelernt, einfach so drauf los zu quatschen“, erzählt die 16-Jährige. Wer sich mit ihr über ihre Erfahrungen in den USA unterhält, hegt daran übrigens nicht den geringsten Zweifel.

Cheerleading und Softball

Im ersten Halbjahr hat sie sich bei den Cheerleaderinnen engagiert. „Das war klasse. Wir haben das Football-Team der Schule angefeuert“, berichtet sie. Im zweiten Halbjahr hat sie sich für Softball entschieden.

„Die Jungs spielen Baseball, die Mädchen Softball. Ich habe das gewählt, weil ich so viel wie möglich vom amerikanischen Leben mitmachen möchte“, berichtet sie. Dazu gehört auch der High-School-Abschluss im Sommer.

„Die Roben und Hüte haben wir in der Schule schon bestellt. Das ist wie im Film“, lacht die 16-Jährige und freut sich auf den Abschluss, „der hoffentlich trotz Corona stattfinden kann.“

An die Maskenpflicht allerorts hat sie sich inzwischen gewöhnt. „Obwohl das am Anfang nicht leicht war, weil ich die Leute durch die Maske schlechter verstanden habe. Aber das geht inzwischen auch gut.“ Zwei Monate hat sie im Home-Schooling verbracht, seit Mitte Januar gehen sie und Gastschwester Lexi wieder normal zur Schule.

Ein Gastschuljahr im Ausland legt die Warburgerin allen Jugendlichen ans Herz. „Man lernt viel fürs Leben, wird selbstständiger und reifer und verlässt vor allem mal seine Komfortzone“, fasst sie zusammen. Noch bis zum Sommer bleibt sie an der High-School, bevor im neuen Schuljahr die Oberstufe am Hüffertgymnasium startet – mit Englisch als Leistungskurs.

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