Warburger Unternehmen wechselt den Besitzer – SPX Flow übernimmt alle 62 Mitarbeiter
US-Konzern kauft Stelzer

Warburg -

Die Stelzer Rührtechnik International GmbH (62 Mitarbeiter, Jahresumsatz über 10 Millionen Euro) aus dem Speckgraben im Industriegebiet Lütkefeld hat den Besitzer gewechselt.

Dienstag, 02.02.2021, 21:30 Uhr
Das Warburger Unternehmen Stelzer Rührtechnik hat vor zwei Jahren den größten Auftrag seiner 74-jährigen Firmengeschichte erhalten. Die 2019 bestellten Bauteile für die weltgrößte Bioraffinerie in Europa zur Gewinnung von Ethanol wurden Ende 2020 ausgeliefert. Der Auftrag hatte einen Wert von zwei Millionen Euro. Stelzer Rührtechnik

Das Warburger Unternehmen, das seit 2015 in den Firmenverbund der börsennotierten finnischen UTG Mixing Group eingebunden war, ist am 18. Januar von UTG an das ebenfalls börsennotierte US-amerikanische Unternehmen SPX Flow verkauft worden.

Das hat Oliver Tappe, weiterhin alleiniger Geschäftsführer von Stelzer Rührtechnik, dieser Zeitung bestätigt.

„Der weltweit bekannte Name ‚Stelzer‘ bleibt erhalten und steht weiterhin für Qualität, Zuverlässigkeit und Service“, berichtet Tappe. „Durch diese Übernahme können der Standort Warburg und die 62 Arbeitsplätze noch weiter gesichert werden“, sagt er.

Stelzer, Spezialist für die Kons­truktion, Fertigung und Inbetriebnahme von Rührwerken, werde in das Mixer-Geschäft von SPX Flow integriert. Nach Angaben von Tappe ergänzt die Marke Stelzer „das bereits starke Portfolio der führenden Mischer- und Rührwerksmarken Lightnin, Plenty und APV“.

Die Zusammenführung des derzeitigen Geschäftsfeldes von SPX Flow mit Stelzer eröffne neue Ressourcen und Fähigkeiten und erweitere das Portfolio an Prozesslösungen erheblich, so Tappe.

„Ich sehe diese neue Partnerschaft sehr positiv für die Entwicklung des Unternehmens Stelzer und seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Das gemeinsame Agieren am Markt als ein führender Entwickler und Hersteller von Rührwerken wird für unsere Kunden ein großer Vorteil sein“, erklärt der Geschäftsführer des Warburger Unternehmens.

„Dabei werden unsere Kunden nicht auf die bekannte flexible Unterstützung mit kurzen Dienstwegen eines mittelständischen Unternehmens verzichten müssen“, betont Tappe.

Die ersten Projekte seien bereits von SPX initiiert worden. Für die Optimierung der Produktion (Arbeits- und Umweltschutz) bei Stelzer sei zudem eine Million Euro vom US-Konzern bereitgestellt worden, berichtet er.

Die Übernahme von Stelzer durch das amerikanische Unternehmen sei eine großartige Möglichkeit, „das Vertriebsvolumen nun kontinuierlich und langfristig erheblich zu steigern und den Standort Warburg auszubauen“, sagt Jürgen Rasch, Vertriebsdirektor bei Stelzer. „Wir haben nun Zugang zu neuen Märkten, die wir bisher aufgrund unserer Kapazität noch nicht bedienen konnten. Uns steht nun ein sehr großes weltweites Vertriebsnetzwerk mit Niederlassungen und Agenten zur Verfügung. Wir können jetzt unsere Produkte noch stärker als bisher weltweit vertreiben und dadurch schneller wachsen“, sagt er.

Aufgrund des umfangreichen Portfolios der Sparte SPX-Rührtechnik gebe es erhebliche Synergien in allen Bereichen und praktisch keinerlei Beschränkung hinsichtlich der Größe und Anforderung für Rührwerke, führt Jürgen Rasch aus.

Vertriebsdirektor Jürgen Rasch (von links), Geschäftsführer Oliver Tappe und Technischer Leiter Jörg-Peter Lindner sehen in der Übernahme eine „Win-win-Situation“.

Vertriebsdirektor Jürgen Rasch (von links), Geschäftsführer Oliver Tappe und Technischer Leiter Jörg-Peter Lindner sehen in der Übernahme eine „Win-win-Situation“. Foto: Stelzer Rühtechnik

Jörg-Peter Lindner, Technischer Leiter bei Stelzer, spricht von einer „Win-win-Situation“ für alle Beteiligten: „Speziell die Kernbereiche der SPX-Gruppe in der Lebensmittelproduktion, Pharmazie und Biotechnologie sowie Großchemie ergänzen sich hervorragend mit den Kernkompetenzen von Stelzer.“

Die Warburger Firma habe es mit einem Quantensprung in der technischen Zusammenarbeit und Entwicklung zu tun. Durch mehrere Fertigungsstandorte in den USA, Europa und Asien können wir Rührwerke nun flexibel fertigen.“ Innerhalb kürzester Zeit sei die Kooperation mit den SPX Forschungs- und Entwicklungszentren aufgebaut worden. „Dadurch sind wir jetzt in der Lage, auch extrem komplexe Kundenansprüche zu erfüllen“, stellt Lindner fest.

 

SPX

SPX ist ein US-amerikanischer Industriekonzern mit Sitz in Charlotte, North Carolina. SPX verzeichnet mit fast 5000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 1,5 Milliarden US-Dollar und ist in mehr als 30 Ländern vertreten und vertreibt seine Produkte in mehr als 100 Ländern.Das Produktangebot konzentriert sich auf Dreh-, Antriebs- und Hydrauliktechnologien sowie automatisierte Prozesssysteme für die Lebensmittel-, Getränke- und Industriemärkte.

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