Förderantrag für 850.000-Euro-Projekt auf den Weg gebracht – Rat reagiert per Dringlichkeitsentscheid
Kunstrasen in Warburg-Scherfede geplant

Warburg -

Warburg-Scherfede könnte in absehbarer Zeit einen neuen Kunstrasensportplatz bekommen. Per Dringlichkeitsentscheid hat der Warburger Rat einen entsprechenden Förderantrag beim Land Nordrhein-Westfalen über 90 Prozent der Bausumme (Gesamthöhe: etwa 875.000 Euro) auf den Weg gebracht. 125.000 Euro der Kosten würde die Stadt schultern.

Mittwoch, 20.01.2021, 05:47 Uhr aktualisiert: 20.01.2021, 05:50 Uhr
Im Moment sind auf dem Warburg-Scherfeder Trainingsplatz nur die Maulwürfe aktiv. Kommt der Kunstrasen, werden dort auch Fußballer anderer Orte trainieren. Foto: Jürgen Vahle

In Warburg übernimmt in der kommenden Woche der Haupt- und Finanzausschuss aus Coronaschutzgründen die Tagesordnungspunkte des Rates. Die Frage, ob ein Förderantrag für einen Scherfeder Kunstrasensportplatz gestellt werden soll, konnte so lange allerdings nicht mehr warten. Bis zum 15. Januar musste das Formular beim Land NRW eingegangen sein.

In solchen Fällen gibt es das Mittel des Dringlichkeitsentscheids. Die Vorsitzenden der Fraktionen unterschreiben stellvertretend für die Ratsmitglieder. Einstimmig fiel das Votum aus. Neben Bürgermeister Tobias Scherf haben Hubertus Kuhaupt (CDU), Gerhard Rose (Bürger Union), Hilla Zavelberg-Simon (Bündnis 90/Die Grünen) und Andreas Braunst (AfD) den Förderantrag für den Bau des Kunstrasens in Scherfede auf den Weg gebracht.

Angezapft werden soll das Landesprogramm „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten 2020 und 2021“, das in diesem Jahr mit einem Betrag von 31 Millionen Euro ausgestattet worden ist. Bereits 2020 hatte die Stadt versucht, aus dem Programm Fördergeld für Sportstätten zu bekommen. Damals allerdings ohne Erfolg. Daher hoffen die Hansestadt und der SV Westfalia, in diesem Jahr mit dem Kunstrasenprojekt als einzigem Vorschlag aus Warburg Erfolg zu haben.

In nicht-öffentlichem Sitzungsteil behandelt

Der Förderantrag fußt auf einem Schreiben des SV Westfalia 03 Scherfede-Rimbeck vom Juli 2020. Er wurde im Oktober vergangenen Jahres im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung behandelt. Größer und halb-öffentlich vorgestellt worden war das Projekt beim einem Treffen des Stadtsportverbandes im Herbst und während der Jahreshauptversammlung des SV Westfalia im Jahr 2019.

Der neue Kunstrasen soll an der Stelle des jetzigen Trainingsplatzes errichtet werden. Scherfede verfügt an der Wilhelm-Lödige-Straße bekanntlich über zwei Rasen-Fußballplätze und sein Vereinsheim. Allerdings besitzt nur der Trainingsplatz eine Flutlichtanlage. Und die ist, sollte ein Kunstrasen an dieser Stelle gebaut werden können, dringend notwendig, denn der neue, nahezu ganzjährig nutzbare Platz soll dann auch anderen Vereinen zur Verfügung stehen und entsprechend oft genutzt werden.

Jugend- und Seniorenteams auch aus anderen Orten könnten dort Trainingszeiten angeboten werden, bestätigt Warburgs Schulamtsleiter Olaf Krane. Gleiches gelte für die Grundschule Scherfede und für das Familienzentrum.

Vereine bieten Eigenleistung an

Der SV Westfalia hat in der Fußball-Jugend ohnehin eine Spielgemeinschaft mit Bonenburg, Rimbeck und Wrexen. Denkbar sei aber auch, dass Seniorenmannschaften mit Spielern aus diesen Orten sowie aus Menne, Ossendorf und Nörde bei unbespielbaren Rasenplätzen in Scherfede ihre Übungseinheiten sowie Freundschafts- und Meisterschaftsspiele austragen können, berichtet der Scherfeder SV-Vorsitzende Robert Block. Das Sportheim würde man nach Absprache zur Verfügung stellen.

Allein sein Verein stellt derzeit im Fußball zehn Jugendteams sowie zwei Seniorenmannschaften, ein Alte Herren- und ein Frauenteam. All die hätten derzeit im Herbst, Winter und zeitigen Frühjahr, wenn die Rasenplätze nicht bespielbar sind, „ein Riesenproblem, vernünftig zu trainieren“, wie Robert Block berichtet. Trainings- und Spielzeitenzeiten auf dem Hüffertsportplatz seien einfach zu knapp.

Gemeinsam mit den anderen Vereinen hoffe er durch den Kunstrasenbau auf bessere Sportbedingungen für Teams aus dem westlichen Stadtgebiet. Die Vereine würden auch Eigenleistung beim Bau und das Suchen von Sponsoren anbieten.

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