Neue Coronaschutzverordnung des Landes NRW: Inzidenz im Kreis Höxter auf 209 gestiegen – Landrat gegen 15-Kilometer-Radius
Kreis untersagt ab Montag private Treffen

Höxter -

„Das Gebot der Stunde lautet: Die persönlichen Kontakte müssen auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Das muss im öffentlichen Raum ebenso gelten wie in den eigenen vier Wänden“. Angesichts der hohen Corona-Infektionswerte im Kreis Höxter hat Landrat Michael Stickeln angekündigt, dass die Kreisverwaltung in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium des Landes die Beschränkungen der neuen Coronaschutzverordnung auch auf den privaten Bereich ausweiten möchte. Düsseldorf gab am Freitagabend dafür grünes Licht.

Freitag, 08.01.2021, 17:57 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 18:00 Uhr
Leere Straßen in diesen Lockdown-Wochen: Hier der Marktplatz in Höxter am Mittag. Foto: Michael Robrecht

Ein entsprechender Vorschlag hierzu wurde dem Ministerium am Freitag zugesandt. Die Entscheidung kam dann schnell noch vor dem Wochenende. Konkret bedeutet die Regelung im Kreis Höxter ab 11. Januar, dass sich künftig im gesamten Kreisgebiet auch in privaten Wohnungen die Mitglieder eines Haushaltes nur noch mit maximal einer anderen Person treffen dürfen. Hintergrund für diese Entscheidung ist die hohe Inzidenz im Kreis Höxter, die derzeit über 200 liegt.

„Wir sehen im Kreis Höxter sehr deutlich, dass sich viele Infektionen durch private Kontakte verbreiten. Deshalb bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger nochmals eindringlich: Verzichten sie schon jetzt komplett auf Besuche bei Freunden oder Verwandten, auch wenn es ihnen schwer fällt. Die Infektionszahlen sind besorgniserregend hoch. Wir müssen diese Pandemie gemeinsam eindämmen“, so Landrat Stickeln.

Am kommenden Montag, 11. Januar, tritt die neue Coronaschutzverordnung des Landes in Kraft, die persönliche Kontakte im öffentlichen Raum weiter einschränkt. „Wir hätten uns vom Land jedoch einheitliche Vorgaben erhofft“, sagt Matthias Kämpfer, Leiter des Krisenstabes des Kreises Höxter.

Der Kreis Höxter möchte daher einen Schritt weiter gehen und die geltenden Regelungen per Allgemeinverfügung auch auf den privaten Wohnbereich ausweiten. Konkret heißt es darin: „Private Zusammenkünfte und Ansammlungen sind nur gestattet mit Angehörigen des eigenen Hausstandes sowie zusätzlich mit einem Angehörigen eines weiteren Hausstandes, wobei dieser von betreuungsbedürftigen Kindern begleitet werden kann.“

Da das Gesundheitsministerium des Landes dem Vorschlag des Kreises Höxter zu gestimmt hat, kann die entsprechende Allgemeinverfügung Anfang kommender Woche veröffentlicht werden, so die Kreisverwaltung.

Landrat gegen 15-Kilometer-Einschränkung

Eine Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer ist in der ab 11. Januar geltende Coronaschutzverordnung des Landes NRW nicht enthalten. Jedoch sieht die Coronaschutzverordnung des Landes unter anderem weitere Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Bereich vor, die geeignet sind, die Infektionen auch im Kreis Höxter weiter einzudämmen. In Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium des Landes NRW erlässt der Kreis Höxter darüber hinaus eine für den Kreis Höxter geltende Allgemeinverfügung, die weitere Beschränkungen im privaten Bereich vorsieht. Sie wird am Montag in Kraft treten. „Da der Anstieg der Infektionszahlen im Kreis Höxter ist überwiegend auf Ansteckungen im familiären Bereich zurückzuführen ist, wäre eine Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer beim aktuellen Infektionsgeschehen als Maßnahme, die Infektionen bei uns im Kreis Höxter weiter einzudämmen, weder geeignet noch verhältnismäßig“, sagt der Landrat des Kreises Höxter, Michael Stickeln.

Corona-Zahlen vom Freitag

Im Kreis Höxter waren bis zum 8. Januar 2021 (Stand: um 0 Uhr) 2.693 laborbestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus erfasst (59 bestätigte Infektionen mehr als am Vortag). Davon gelten 2.180 Personen als genesen (68 Personen mehr als am Tag zuvor) und 471 Personen als noch aktiv infiziert (10 Personen weniger als am Vortag).

Eine weitere Personen aus dem Kreis Höxter, die positiv getestet waren, ist verstorben. Die Person war 95 Jahre alt und wohnte in Höxter.

Damit sind seit Beginn der Pandemie 42 positiv getestete Personen im Kreis Höxter verstorben.

Die Anzahl der COVID-19-Fälle der vergangenen 7 Tage pro 100.000 Einwohner beträgt für den Kreis Höxter laut Robert-Koch-Institut am 8. Januar: 209,624 (Stand: 0 Uhr).

Zahlen der Städte:

Bad Driburg 55 aktiv Infizierte (1 mehr); Beverungen 31 aktiv Infizierte (minus 5); Borgentreich 43 aktiv Infizierte (minus 4); Brakel 60 aktiv Infizierte (2 mehr); Höxter 55 aktiv Infizierte (minus elf); Marienmünster 25 aktiv Infizierte (minus 1); Nieheim 27 aktiv Infizierte (minus 4); Steinheim 48 Infizierte (plus 4); Warburg 88 aktiv Infizierte (minus 1); Willebadessen: 38 aktiv Infizierte (plus 8); Kreis Holzminden 132 aktiv Infizierte (plus 4).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7757132?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Doppelschlag entscheidet Westfalenderby
Abgeklatscht: Torschütze Sven Michel freut sich mit seinen Mitspielern über den 2:0-Führungstreffer.
Nachrichten-Ticker