Warburger Krankenhaus kämpft mit Covid-19-Fällen – Tarifverhandlungen am Montag
„Mitarbeiter an ihrer Grenze“

Warburg (WB/vah) -

Im Warburger Helios-Klinikum hat die Zahl der Covid-19-Patienten eine immense Größenordnung angenommen. Entsprechende Informationen dieser Zeitung bestätigte die Geschäftsleitung auf Anfrage.

Mittwoch, 06.01.2021, 21:58 Uhr aktualisiert: 06.01.2021, 22:12 Uhr
Das Warburger Helios-Klinikum behandelt derzeit 21 Covid-19-Patienten, läuft aber wieder im Regelbetrieb. Foto: Ralf Benner

Seit Mittwoch werden in Warburg 21 Covid-19-Patienten behandelt, davon sechs beatmet auf der Intensivstation. Diese Covid-Patienten würden strikt von anderen getrennt.

In der Mitarbeiterschaft des Krankenhauses gab es nach Informationen von Geschäftsführer Tobias Hindermann in der zweiten Coronawelle 14 positive Fälle. „Einige konnten ihren Dienst nach der häuslichen Quarantäne bereits wieder aufnehmen. Aufgrund der erhöhten Infektionszahlen nach den Feiertagen wurden mehrere Abstrichserien bei Mitarbeitern und Patienten durchgeführt, um asymptomatische Infizierte finden zu können“, berichtet er. Vorsorglich seien bis zur Klärung der Testergebnisse zuletzt keine weiteren Patienten angenommen worden.

In enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt sei der Regelbetrieb nun aber wieder aufgenommen worden. „Notfallmäßige Aufnahmen, die nicht im Vorhinein mittels PCR-Test auf eine Covid-Infektion getestet werden können, werden auch bei unauffälligem Eingangsscreening so lange isoliert, bis ein negatives PCR-Ergebnis vorliegt“, beschreibt der Geschäftsführer.

Kritisch sieht der Betriebsrat des Hauses die Lage. „Die Mitarbeiter in der Pflege kommen an ihre Grenze. Es brennt“, heißt es in einer Stellungnahme. Für die Belegschaft sei die angespannte Situation ein erneuter Beleg dafür, in den Tarifverhandlungen für 250 Mitarbeiter, die im Dezember abgebrochen und am Montag fortgesetzt werden, weiter vehement die Aufnahmen des Warburger Standortes in den Helios-Konzerntarif zu fordern, der sich am Tarif im öffentlichen Dienst orientiert.

Bislang hat das Warburger Krankenhaus für die meisten Mitarbeiter einen eigenen Haustarifvertrag, der deutlich unter dem des Konzerns liegt. Beispielsweise erhalten Pflegekräfte im Konzern einen monatlichen Bonus von 300 Euro. Das bleibt den Warburger Mitarbeitern bislang verwehrt, beklagt der Betriebsrat. Es fehle die Wertschätzung für die vor allem in diesen Corona-Zeiten hoch belastende Arbeiter des Hauses.

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