In den vergangenen vier Jahren sind 41 innovative Projekte im Kreis Höxter ins Leben gerufen worden
Leader bringt Lebensqualität

Kreis Höxter -

In den vergangenen vier Jahren ist auf Grundlage der Leader-Förderung einiges passiert: Gemeinsam mit vielen engagierten Akteuren vor Ort hat die von der EU geförderte Hilfe in 28 nordrhein-westfälischen Regionen lokale und maßgeschneiderte Entwicklungskonzepte umgesetzt – welche die zehn Kommunen und ihre 124 Dörfer im Kreis gestärkt in die Zukunft gehen lassen.

Montag, 04.01.2021, 22:00 Uhr
Der Diemeltaler Schmetterlingssteig ist eines von 41 Projekten, die mit 65 Prozent aus LEADER-Mitteln gefördert wurden. Erst kürzlich erhielt der länderverbindende Fernwanderweg eine Auszeichnung des Heimatpreises im Kreis Höxter. Foto: Christiane Sasse

Die einzelnen Projekte zeichnen sich durch große Vielfalt aus: Ob innovative Ideen aus Wirtschaft, Tourismus, Soziales oder Naturschutz – das Leader-Regionalbüro mit Christiane Sasse und Lia Potthast hilft tatkräftig mit, Pläne in die Tat umzusetzen und somit große und kleine Träume zu verwirklichen. Nicht umsonst konnte das Regionalmanangement den Kreis Höxter als die Leader-Region in NRW mit bester Mittelbindung etablieren.

„Zu den Ideen der Menschen im Kreis Höxter gehört es beispielsweise, sich nicht zu scheuen, völlig neue Wege einzuschlagen, wie es die Vision der Gemeinwohlregion vorsieht. Mehrere Städte wie Steinheim, Willebadessen und Brakel haben sich dem Gemeinwohlgedanken angeschlossen, um künftig Unternehmen, Verwaltungen und andere Organisationen dazu anzuregen, ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltiger, transparenter und nach ethischen Werten zum Wohle aller zu handeln. Ziel ist es, die Anforderungen der Zukunft zu meistern und die regionale Lebensqualität zu stärken“, sagt Christiane Sasse.

Mehr Lebensqualität

Um mehr Lebensqualität gehe es auch bei den Zukunftswerkstätten, die auf Initiative der katholischen Landvolksschule Hardehausen gemeinsam mit 20 Ortschaften der Region zu einer facettenreichen Ideenschmiede führte, deren Projekte das Dorfleben attraktiver und zukunftsfähiger machten. In diesem Sinne präsentiert sich der Ludowinengarten in Bökendorf, der auf einem alten Schul- und Klostergartengelände nicht nur den Grimm‘schen Märchenfiguren eine neue Bühne offenbarte, sondern auch durch seine robusten, nachhaltig gestalten Spielgeräten und Mitmachstationen zu einem beliebten Treffpunkt von Jung und Alt wurde. Sasse: „Tradition, Kulturgeschichte und Moderne gehen im Musterdorf eine wunderbare Symbiose ein und haben bereits überregionale Bedeutung erlangt.“

Eine ebenso gelungene Verbindung von christlicher Tradition und Moderne zeige sich an den neu installierten 42 Bibelpfählen und Stelen, die entlang der 315 Kilometer langen „Kloster-Garten-Route“ zur Entdeckungsreise anregen. Pilgerreisen mit dem Rad auf gut ausgewiesenen Touren sollen mit dem reichen klösterlichen Erbe bekannt machen und zum spirituellen Erleben inmitten abwechslungsreicher Natur inspirieren.

Echter Genuss sind die Radtouren

Ein breites Spektrum nehmen die Leader-Projekte im touristischen Bereich ein. „Echten Genuss versprechen die Radtouren durch das kulinarische Kulturland. Die einzelnen Landgenusstouren verbinden auf verschiedene Weise und auf verschiedenen Strecken Landschaft, Kultur und den typischen Geschmack der Region“, so die Verantwortliche. Das große „H“ stehe für einen starken Ort im Süden der Region: In Hardehausen sieht das neue Entwicklungskonzept mit vier Partnern vor, dass Erholungssuchende und Familien zukünftig facettenreiche Möglichkeiten haben, Natur, Schöpfung, Bildung und Kultur zu erleben. Zahlreiche Erlebnisstationen sollen in diesem Jahr Kloster, Wald und Wisente in den Fokus stellen. Dass eine gemeinschaftliche Förderung über Ländergrenzen hinweg möglich sei, verdeutliche der Diemeltaler Schmetterlingssteig, der als 152 Kilometer langer Fern-Rundwanderweg die Naturschönheiten in den Ländern NRW und Hessen verbinden soll. Für die Umsetzung des Projektes arbeiteten acht Kommunen aus drei Landkreisen und zwei Bundesländern zusammen.

„Natürlich nehmen auch soziale Aspekte einen großen Stellenwert in der Land-Entwicklung ein“, betont Sasse: „In einer älter werdenden Gesellschaft wird die Ausbildung zum Pflegelotsen, der im Fall eines Falles in den Unternehmen erster Ansprechpartner ist und Orientierung gibt, unerlässlich. Um als Kreis auf dem Markt wettbewerbsfähig zu sein, bedarf es eine Vielzahl an gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften.“ Impulse, diese für die Region anzuwerben und ihnen dann mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, sei die Aufgabe der neugegründeten Service- und Rückkehragentur. Und gut vernetzt präsentierten sich auch die Dörfer: Durch das Projekt Dorf.Zukunft.Digital machen sich 30 Orte fit für digitale Zukunft und holen sich „die Welt nach Hause“.

Vielfalt der Streuobstwiesen

Um Landschaft und Natur in der Region zu schützen und nachhaltig weiterzuentwickeln, sind Obstwiesenberater unter anderem für interessierte Flächeneigentümer in den Kommunen im Einsatz. Die Vielfalt der Streuobstwiesen als prägendes Element der heimischen Kulturlandschaft zu erhalten und ihre Früchte in den regionale Wirtschaftskreislauf hineinzubringen, stehe im Mittelpunkt der Konzeptstudie unter dem Titel Heimatapfel. Aus der Studie heraus habe sich die Herstellung einer heimischen Saftschorle entwickelt, die bald auf den Markt kommen soll.

Naturschützer, Landwirte und Jäger seien nicht immer einer Meinung, beim Bildungshaus Modexen jedoch zögen ehrenamtliche Mitglieder aus diesen Gruppen an einem Strang. „Durch den Bau moderner und multifunktionaler Schulungs- und Seminarräume mitten in einer grünen Umgebung soll die Kulturland-Bildung zu verschiedenen Themen und Fragestellungen für zahlreiche gesellschaftliche Gruppen vorangetrieben werden“, sagt Sasse.

Einen Einblick in das Projekt schaffe einer von drei selbstgedrehten Videoclips, die auf der Website zu sehen sind (wir berichteten). Weitere Infos: Lokale Aktionsgruppe (LAG) Kulturland Kreis Höxter; 05271/ 9743-44 oder -45; www.leader-in-hx.eu.

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