Karl-Heinz Vogt (67) geht nach 52 Berufsjahren in den Ruhestand – Dagmar Kieselmann ist neue Vorstandsvorsitzende
Das HPZ mit viel Herzblut umgestaltet und modernisiert

Warburg/Paderborn -

Mit Karl-Heinz Vogt und Klaus-Heiner Kaufmann sind zwei langjährige Führungspersönlichkeiten der Caritas Wohn- und Werkstätten im Erzbistum Paderborn zum Jahresende 2020 in den Ruhestand gegangen. Vogt, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführers der Caritas Wohnen gGmbH, war Jahrzehnte Chef des HPZ St. Laurentius in Warburg.

Montag, 04.01.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 08:52 Uhr
Karl-Heinz Vogt ist nach 52 Berufsjahren zum Ende des Jahres 2020 in den Ruhestand gegangen Foto: CWW Paderborn

Karl-Heinz Vogt begleitete das Amt des Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführers der Caritas Wohnen gGmbH. Klaus-Heiner Kaufmann war zeitgleich Vorstand, führte als Geschäftsführer die Caritas Werkstätten gGmbH und leitete die Hauptgeschäftsstelle des Vereins. Ihre offizielle Verabschiedung musste coronabedingt abgesagt werden.

Karl-Heinz Vogt (67) ist nach 52 Berufsjahren in den Ruhestand gegangen. Der gebürtige Rimbecker war Jahrzehnte Chef des Heilpädagogischen Therapie- und Förderzentrums (HPZ) St. Laurentius in Warburg. Seine persönlichen Sachen hat Vogt bereits vor Weihnachten aus seinem Büro im HPZ getragen. Darunter ein sogenanntes „Lebenszeichen“, ein aus Holz geschnitzter Mensch, das ihm seine Tochter aus Afrika mitgebracht hatte. „Diese Figur erdet mich. Sie erinnert an die Ursprünglichkeit des Menschseins“, sagt der Afrika-Liebhaber und Familienvater von drei Kindern. Vogt hat fünf Enkel – „und das sechste ist unterwegs“.

Es habe für ihn in den vergangenen Jahrzehnten beruflich kein größeres Glück gegeben, als für andere Menschen da sein zu können. „Die Menschen mit Behinderung und ältere Menschen sind unsere Auftraggeber, keine Gesetzesgeber oder Ämter“, betont Vogt.

Die erste Hälfte seiner Berufsjahre war der Diplom-Verwaltungswirt zunächst Kommunalbeamter, später dann in verschiedenen Leitungsfunktionen der Behinderten- und Altenhilfe tätig.

Unter Vogts Führung sind in den Jahren 2003 bis 2014 60 Millionen Euro in die Zukunft und Modernisierung des HPZ investiert worden. Eine deutliche Verbesserung der Wohnverhältnisse sowie der Personalsituation gehen auf sein Konto. Früher seien beispielsweise 3- bis 4-Bett-Zimmer für die Bewohner die Regel gewesen, heute habe fast jeder ein eigenes Apartment. Zudem seien Außenwohngruppen eingerichtet worden.

Unternehmerisches Denken etabliert

Unternehmerisches Denken in der Gesundheitswirtschaft zu etablieren, hat er immer als Grundstein für sein Handeln gesehen, zum Beispiel Einrichtungen und Dienste zu Dienstleistungsunternehmen umzugestalten – auch um junge Menschen, Fachkräfte, nach Warburg zu holen. Gegenüber der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik für die Arbeit in der Sozialwirtschaft zu werben, sah Vogt als eine Kernaufgabe seines Schaffens, etwa bei der Mitgestaltung und Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes.

Eine Herzensangelegenheit ist für Vogt die Schaffung des „Quartiers Laurentiushöhe“, eines neuen Stadtviertels mit inklusivem Ansatz am HPZ, das Vogt maßgeblich mit auf den Weg gebracht hat. Die Idee dazu sei ihm vor sieben Jahren gekommen, erinnert sich Vogt. Die Umsetzung sei allerdings ein Generationenauftrag und nicht an seine Person gebunden. In der Beobachterrolle, nunmehr ohne Verantwortung, werde er die Entwicklung des Quartiers – „eine Riesenchance für Warburg“ – weiter kritisch begleiten.

Karl-Heinz Vogt will sich auch weiter als Unternehmensberater beruflich engagieren. „Die Zeit für den Schaukelstuhl ist noch nicht gekommen“, sagt er. Die gewonnenen Freiräume will er nutzen, um im Ruhestand mehr zu lesen und dem Langstreckenlauf zu frönen.

Werkstätten ausgebaut

Klaus-Heiner Kaufmann trat 1990 seine Laufbahn in der Behindertenhilfe als Werkstattleiter der Caritas Werkstätten in Warburg an. Nach mehreren Leitungspositionen innerhalb des Gesamtunternehmens wurde Klaus-Heiner Kaufmann 2005 mit der Geschäftsführung der Caritas Werkstätten betraut. Als Vorstand des CWW Paderborn war er für die zentralen Dienstleistungen Finanzen und IT verantwortlich, später auch für die Hauptverwaltung. Klaus-Heiner Kaufmann hat die Werkstätten mit heute zehn Betrieben und 1700 Beschäftigten in Paderborn, Büren und Warburg zu Orten der Teilhabe am Arbeitsleben ausgebaut. Sein größtes Ziel war es, den Beschäftigten den Weg aus der Werkstatt in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Durch arbeitsmarktnahe berufliche Bildung konnten so etwa 170 Arbeitsplätze in der Wirtschaft geschaffen werden. Damit verfolgte er von Beginn an das Inklusionsziel und hat die Werkstätten zukunftsfähig aufgestellt.

Neuer Vorstandsvorsitz

Neue Vorstandsvorsitzende des CWW Paderborn ist seit dem 1. Januar Dagmar Kieselmann, die einstimmig vom Aufsichtsrat gewählt wurde. Die Diplom-Sozialarbeiterin und Betriebswirtin ist bereits seit 2009 Geschäftsführerin der Caritas Altenhilfe und seit 2010 Vorstand des CWW Paderborn.

Neue Geschäftsführer

Die Personalentscheidung für die Nachfolge der beiden ausscheidenden Geschäftsführer hat der Aufsichtsrat bereits getroffen. Die Geschäftsführung sowie das Vorstandsamt für den Geschäftsbereich Werkstätten hat ab dem 1. Januar Karla Bredenbals übernommen, für den Geschäftsbereich Wohnen Matthias Schmidt. Zusammen mit Dagmar Kieselmann bilden sie den Vorstand der CWW Paderborn.

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