Grabmal der Familie Schuchard in Calenberg saniert – Eindeckung erneuert, Sandsteinmauerwerk ausgebessert
Mausoleum erstrahlt in neuem Glanz

Warburg -

Das Kupfer glänzt im Sonnen- und im Mondlicht. Die weithin sichtbare Kuppel des Mausoleums in der Warburger Ortschaft Calenberg hat eine neue Eindeckung bekommen. Ebenfalls saniert wurde das Sandsteinmauerwerk des Oktogons mit Apsis.

Montag, 04.01.2021, 03:00 Uhr
Ein Blick auf Kuppel und Oktogon des Mausoleums in Calenberg. Dahinter befindet sich der städtische Friedhof. Foto: Karl-Heinz Wiemers

In neuem Glanz erstrahlt nun das Grabmal der Familie Schuchard. Erst mit der Zeit werden die Kupferplatten matter werden. 70 Jahre lang hatte zuvor eine Schiefereindeckung die Kuppel geziert, doch der Schiefer löste sich Stück für Stück auf. Wasser drang ein und wusch auch die Mauerwerksfugen aus. Wie berichtet, war eine Sanierung dringend nötig gewesen. Der erste Schritt ist jetzt getan, weitere Bauabschnitte sind noch in der Planung.

„In ebenso zielgerichteter wie harmonischer Zusammenarbeit mit den Fachbehörden, der Bauleitung und den Fachfirmen, ist der erste Abschnitt der Sanierungsmaßnahme nun abgeschlossen“, berichtet Eigentümer Hans-Hugo Schuchard.

Planung und Bauaufsicht liegen in den Händen von zwei Architekten, Diplom-Ingenieur Alexander von Köckritz aus Beverungen und Diplom-Ingenieur Stefan Dreier aus Nieheim. Die Firmen Gerüstbau Wiesmann aus Dalhausen, Prange GmbH aus Brilon (Kupfer- und Klempnerarbeiten), Mathies aus Bad Driburg (Sandsteinarbeiten) sowie Koch & Möller aus Kassel (Blitzableiterbau) sorgten mit ihrem Fachwissen und umsichtiger Arbeitsweise dafür, dass alle behandelten Gewerke nun wieder Wind und Wetter trotzen.

Kupfer statt Schiefer

Das jetzt Kupfer statt Schiefer die Kuppel ziert, ist dem Ursprung geschuldet. Im Ersten und abermals im Zweiten Weltkrieg war die Kupfereindeckung für die Kriegswirtschaft abgebaut worden. Die Architekten Alexander von Köckritz und Stefan Dreier hatten aufgrund alter Zeichnungen herausgefunden, dass Kupfer tatsächlich das zuerst verarbeitete Material des im Jahre 1892 fertig gestellten Grabmals war. Dem wurde nun Rechnung getragen.

Das eindrucksvolle, 2,70 Meter große Kreuz krönt auch wieder die Kuppel. Es war abgenommen und zur Überarbeitung in die Werkstatt gebracht worden.

Unter der Kuppel befindet sich das Oktogon (Achteck) an den sich die halbkreisförmige Apsis schmiegt. In diesem Mittelteil des Zentralbaus wurden alle schadhaften Stellen denkmalgerecht ausgebessert und alles fein säuberlich verfugt. Das Schadensbild war durch eindringendes Wasser und damit auch Frost verursacht worden.

„Die Abstimmung mit allen Beteiligten war richtig gut und auch das Wetter hat gepasst“, freut sich Hans-Hugo Schuchard, dass der Zeitrahmen weitestgehend eingehalten werden konnte.

Fördermittel sind geflossen

Finanziell unterstützt wurden die Sanierungsarbeiten von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Denkmalförderprogramm des Landes. „Hier greifen viele Räder ineinander, da werden auch Arbeiten erledigt, die so nicht für jeden ersichtlich, aber dennoch sehr wichtig sind“, erklärt Schuchard.

Welches Fugenmaterial kann und welches darf bei einem denkmalgeschützten Objekt benutzt werden? Ist der Sandstein noch erhältlich, damit größere Fehlstellen restauriert werden können? In Abstimmung mit den zuständigen Behörden und Firmen mussten solche Fragen geklärt werden.

Weitere Sanierungsmaßnahmen

Angedacht sind in den kommenden Jahre noch weitere Sanierungsmaßnahmen. Die Säulengänge, die Gruftebene, zwei Sarkophage sowie die Stützmauern zum Städtischen Friedhof stehen auf dem Plan. Doch auch hier müssen erst verschiedene Anträge bearbeitet und bewilligt werden.

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