Team der Kreisleitstelle blickt auf arbeitsreiches Jahr zurück – Johannes Ritter zieht erste Einsatzbilanz
Telefone standen in keiner Stunde still

Brakel -

Arbeiten statt feiern an Weihnachten oder Silvester: „Das bringt der Beruf mit sich“, sagt der stellvertretende Leiter der Leitstelle des Kreises Höxter für Rettungsdienst und Feuerwehr in Brakel, Jürgen Romund, kurz vor dem Jahreswechsel dem WESTFALEN-BLATT. „Bei uns gibt es nicht Montag bis Freitag, sondern Dienst oder frei.“ In Berufen wie dem Rettungsdienst sind Nächte, Wochenenden und Feiertage nicht per se arbeitsfrei. So stieß die Jahreswechsel-Crew der Leitstelle um 0 Uhr am Arbeitsplatz mit alkoholfreiem Sekt auf ein hoffentlich gesundes, glückliches 2021 an – um dann sofort in die Dienstroutine zurückzukehren und für Anrufer da zu sein.

Samstag, 02.01.2021, 08:05 Uhr aktualisiert: 02.01.2021, 08:10 Uhr
Foto: Sabine Robrecht

Auch 2020 standen die Telefone in der Kreisleitstelle in keiner Stunde still. Leiter Johannes Ritter blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück und zieht eine erste Einsatzbilanz. In der Zeit vom 1. Januar bis 23. Dezember 2020 wurden in der Leitstelle insgesamt 29.527 Einsätze bearbeitet. Diese Einsätze beziehen sich auf Hilfeersuchen von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Kreis Höxter und Gebieten angrenzender Kreise und Länder, die die Leitstelle Kreis Höxter in der Notfallrettung mit zu versorgen hat. Das Aufkommen im Bereich Rettungsdienst betrug 27.725 Einsätze, für den Bereich Feuerwehr waren es 1.802. Somit musste das Team der Leitstelle insgesamt 29.527 Einsätze organisieren und koordinieren. Gegenüber 2019 mit 31.225 Einsätzen (29.102 Rettungsdienst- und 2.123 Feuerwehreinsätzen), ging das Aufkommen im Rettungsdienst und der Feuerwehr leicht zurück. „Die rückläufige Zahl der Feuerwehreinsätze resultiert daraus, dass der Kreis Höxter im abgelaufenen Jahr zum Glück von massiven Unwettern verschont blieb“, erläutert Johannes Ritter.

In diesem Zusammenhang unterstreicht Matthias Kämpfer, Leiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Straßenverkehr, wie wichtig es ist, sich im Brandfall richtig zu verhalten: „Wer bei einem Brand einen kühlen Kopf bewahrt und richtig reagiert, kann Menschenleben retten.“ Damit dies gelingt, haben sich Brandschützer einen Handlungsplan ausgedacht. Maßgeblicher Bestandteil ist die leicht zu merkende Feuerwehr-Notrufnummer 112. Kämpfer skizziert die optimale Reihenfolge des Handelns: Zuerst den Brand melden! „Oft kann der Laie nur schwer einschätzen, wie groß und gefährlich ein Feuer ist“, warnt er. „Wer einen untauglichen Löschversuch unternimmt, vergeudet unter Umständen wertvolle Zeit oder facht das Feuer sogar an.“ Danach gilt es, sich in Sicherheit zu bringen: „Wenn die Feuerwehr alarmiert ist, hat die kontrollierte Flucht höchste Priorität!“ Erst zuletzt einen Löschversuch unternehmen: „Wenn augenscheinlich keine Menschenleben in Gefahr sind und die Lage überschaubar ist, kann ein eigener Löschversuch sinnvoll sein.“

Wie schnell es zu solch einer Extremsituation kommen kann, zeigte sich am Abend des zweiten Weihnachtstages in Beverungen, als der Dachstuhl eines Hauses in der dicht bebauten Innenstadt lichterloh in Flammen stand. Mehr als 100 Einsatzkräfte kämpften gegen das Feuer und brachten es unter Kontrolle. Starker Wind sorgte immer wieder für das Aufflackern von Brandnestern. Personen kamen durch umsichtiges Handeln nicht zu Schaden, das Gebäude wurde allerdings stark in Mitleidenschaft gezogen, es muss womöglich abgerissen werden.

Im Herbst 2020 standen gleich zweimal die 160 Sirenen im Kreisgebiet im Mittelpunkt. So wurde am 10. September zum ersten Mal ein bundesweiter Probealarm ausgelöst. Auch im Kreis Höxter heulten an diesem Warntag um 11 Uhr sämtliche Sirenen auf. Am 3. Oktober fand ebenfalls erstmals im gesamten Kreisgebiet gleichzeitig der regelmäßige Sirenenprobealarm statt, der von nun an in allen zehn Städten einheitlich jeweils am ersten Samstag im Monat um 12 Uhr durchgeführt wird. Um Irritationen vor allem in den Randbezirken der Städte zu vermeiden, haben sich die Kreisbrandmeister in OWL zu einem einheitlichen Zeitpunkt für die Sirenenprobealarme entschlossen.

Natürlich war 2020, wie Jürgen Romund am Silvestertag bilanziert, auch durch die Covid 19 geprägt. Für den Rettungsdienst bringe die Pandemie eine hohe Belastung mit sich. Allein durch die Schutzkleidung und das Desinfizieren der Fahrzeuge erhöhe sich der zeitliche Aufwand eines Einsatzes. Die Bürgerinnen und Bürger seien überwiegend besonnen und verantwortungsbewusst, hat Jürgen Romund den Eindruck.

Sieben Dinge, die man im Brandfall niemals tun sollte

Das Team der Leitstelle gibt der Bevölkerung Tipps mit ins neue Jahr. Folgendes sollte man im Brandfall nicht tun:

– Niemals Wertsachen suchen, während sich das Feuer ausbreitet. Das eigene Leben ist wichtiger.

– Niemals ein wachsendes Feuer auf eigene Faust bekämpfen. Ohne ausreichende Kenntnisse und mit untauglichen Löschmitteln scheitert der Versuch und vergeudet Zeit.

– Niemals in die oberen Stockwerke eines Gebäudes flüchten. Der Rauch zieht im Treppenhaus nach oben und kann den Flüchtenden den Rückweg abschneiden. Aus oberen Stockwerken fällt die Rettung oft schwerer.

– Niemals den Aufzug benutzen. Ein Stromausfall kann den Aufzug stoppen und die Flüchtenden sitzen in der Falle.

– Niemals schnell Türen öffnen. Hinter einer Tür könnten Feuer und Rauch lauern, die sich durch Sauerstoffzufuhr noch schneller ausbreiten. Daher nur dann vorsichtig öffnen (und danach wieder schließen), wenn es unbedingt sein muss.

– Niemals trotz Feuers in die Wohnung zurückkehren – auch dann nicht, wenn man etwas Wichtiges zurückgelassen hat. Der Brand könnte sich ausgebreitet haben.

– Niemals am brennenden Gebäude den Einsatz der Feuerwehr beobachten. Rettungs- und Fluchtwege müssen frei bleiben. Zuschauer können die Löscharbeiten behindern.

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