Polizei Höxter: Wer eine Party an Silvester ausrichtet, der zahlt 500 Euro – die Teilnehmer zudem jeder 250 Euro
Wer gegen die Corona-Verordnung verstößt, der muss zahlen

Höxter (WB/rob) -

Die Polizei und die Ordnungsämter der Städte im Kreis Höxter setzen Silvester mehr Personal ein als in den Vorjahren. Es wird in der Nacht kontrolliert! Die Behörden appellieren an alle, die Corona-Hygiene-Verordnungen zu beachten.

Donnerstag, 31.12.2020, 16:03 Uhr aktualisiert: 31.12.2020, 16:54 Uhr
In der Silvesternacht laufen hier die Notrufe aus dem gesamten Kreisgebiet auf und von hier aus werden die Einsatzfahrzeuge zu den Einsatzorten dirigiert: Zu sehen sind vier Kolleginnen und Kollegen stellvertretend für das gesamte Team der Leitstelle der Polizei in Höxter, das an Silvester und Neujahr in mehreren wechselnden Schichten für die Sicherheit der Bevölkerung im Dienst ist. Foto: Polizei Höxter

Wer zum Jahreswechsel gegen die Corona-Schutzverordnung verstößt, der kann kräftig zur Kasse gebeten werden, erklärt Jörg Niggemann, Sprecher der Kreispolizeibehörde Höxter.

Teuer wird es etwa, wenn eine gastronomische Einrichtung weiterbetrieben wird: 5000 Euro sind dann fällig.

Das Veranstalten eines öffentlichen Feuerwerkes kostet 2500 Euro Strafe.

Auch Partys und Feiern sind verboten. Wer eine ausrichtet, zahlt 500 Euro, die Teilnehmer zudem jeweils 250 Euro.

Auch auf das Anstoßen mit Sekt im Freien sollte man verzichten: Noch bis 10. Januar ist in der Öffentlichkeit der Verzehr alkoholischer Getränke untersagt. Wer es dennoch tut, riskiert eine Strafe von 100 Euro.

Zudem sind Versammlungen am 31. Dezember 2020 und 1. Januar 2021 untersagt; ansonsten sind private Treffen auch im öffentlichen Raum auf maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten beschränkt, wenn ein Abstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Kinder bis einschließlich 14 Jahre zählen nicht mit. Ein Verstoß kostet 250 Euro – pro Person.

 

Böller und Raketen: Was ist in NRW erlaubt?

Silvester in Zeiten von Corona – auch das wird ganz anders als sonst. Partys sind verboten, und für den öffentlichen Raum gibt es strenge Kontaktbeschränkungen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Regeln, die während des Jahreswechsels in NRW gelten:

  • Was darf ich Silvester in den eigenen vier Wänden machen?
  • Kurz gesagt: Partys sind verboten – ansonsten gibt es aber keine offizielle Regel. Nach den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung sind Treffen mit Freunden oder der Familie an Silvester in den eigenen vier Wänden nicht durch eine Gästezahl begrenzt.

Wie an Weihnachten werde es keine beliebigen Kon­trollen zu Hause geben, kündigte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) an. Bei Partys werde aber eingegriffen. „Partys heißt Feiern. Und das kann man ganz schnell entscheiden: Ist das ein friedliches Abendessen – oder ist das eine Party?“, so Reul. Das NRW-Gesundheitsministerium betonte zudem: Weiterhin gelte die dringende Empfehlung, die Regelungen zu den Kontakt­beschränkungen auch im privaten Bereich anzuwenden und soziale Kontakte auf das wirklich Nötigste zu beschränken.

  • Was darf in der Silvesternacht draußen unternommen werden?
  • Hier gilt grundsätzlich, was auch schon zuletzt die Regel war: Im öffentlichen Raum dürfen sich fünf Personen aus höchstens zwei Haushalten gemeinsam aufhalten. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt.
  • Weitere Regeln:
  • In einigen besonders vom Coronavirus betroffenen Städten und Kreisen gilt auch über den Jahreswechsel eine nächtliche Ausgangssperre. Etwa im Kreis Gütersloh, wo die Zahl der coronapositiv Getesteten zuletzt besonders hoch war. Die Bürger müssen hier zwischen 22 und 5 Uhr im Haus bleiben. Nur in besonderen Ausnahmen darf die Wohnung verlassen werden – Silvesterfeiern und Feuerwerke gehören nicht dazu. Auch Oberhausen, die Kreise Düren und Lippe ­sowie die Stadt Solingen haben nächtliche Ausgangs­beschränkungen beschlossen.
  • Wie ist es mit Feuerwerk?
  • Feuerwerke wird es vielerorts nicht geben – verboten sind sie aber nur mancherorts. Der Verkauf von Feuerwerk und Böllern ist in ganz Deutschland untersagt worden. Ob mit bereits früher gekauften Böllern geknallt werden darf, ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich geregelt. In der Landeshauptstadt Düsseldorf etwa gibt es ein Feuerwerksverbot für die gesamte Altstadt. In Bonn ist im öffentlichen Raum das Böllern verboten – und zwar im gesamten Stadtgebiet.
  • Was sollen die Einschränkungen bewirken?
  • Innenminister Reul unterstrich, dass Raketen und Böller am besten nicht gezündet werden sollen: „Lassen Sie es doch einfach sein, gehen Sie auf Nummer sicher.“ Es entlaste das Gesundheitssystem, wenn die Risiken von Unf­ällen mit Pyrotechnik minimiert würden, bekräftigte er. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) äußerte sich ähnlich: „Jede Behandlung eines Verunglückten sorgt für eine ­zusätzliche Belastung des Klinikpersonals.“
  • Wie stellt sich die die Polizei für Silvester auf?
  • So etwas wie eine Reise ins Ungewisse ist der Jahreswechsel in Zeiten von Corona für Polizei und Ordnungsämter in NRW. „Für die Sicherheitsbehörden ist es ungeheuer schwer vorauszusagen, wie sich die Menschen verhalten werden“, so Innenminister Reul. Auf mögliche Probleme sei man aber eingestellt. So seien an Silvester etwas mehr Polizisten im Einsatz als vor einem Jahr – ins­gesamt über 4800. Ein Teil der Kräfte sei in Bereitschaft und könne bei Bedarf an­gefordert werden.
  • Was ist mit Ausflügen in Schnee-Regionen?
  • Das Wetter bleibt in den kommenden Tagen im Bergland winterlich kalt. Und ver­boten sind Ausflüge etwa ins Sauerland nicht. Doch davon wird abgeraten, nachdem es zuletzt zahlreiche Tages­touristen dorthin gezogen hatte – Staus und überfüllte Parkplätze waren die Folgen beispielsweise im Wintersportort Winterberg.

„Bei allem Verständnis für ein paar Stunden Auszeit in einer schönen Ferienregion wie dem Sauerland, erst recht in einer schönen Schneelandschaft: Jetzt gilt es, möglichst zu Hause zu bleiben“, mahnte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Neben Winterberg appellierte auch die Eifel­gemeinde Hellenthal an schneehungrige Ausflügler, nicht mehr zu kommen.

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