In vielen Orten des Kreise war der heilige Mann unterwegs – In Germete und Natzungen nimmt er die Kutsche
Corona-Pandemie kann den Nikolaus nicht stoppen

Warburg/Borgentreich/Willebadessen -

Nicht Schützenfest, nicht Sportfest und auch nicht der Karneval: Der Nikolausumzug ist das beliebteste Fest im Luftkurort Germete. Das jedenfalls hat 2014 eine Umfrage ergeben, an der mehr als 250 Dorfbewohner teilgenommen haben. Kein Wunder also, dass sich der heilige Mann auch von der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht stoppen ließ. Und das war am Wochenende in vielen Orten des Kreises Höxter so.

Sonntag, 06.12.2020, 23:39 Uhr
In Germete hat Kutscher Stefan Kofler den Nikolaus (Herbert Leifert) und sein Engelchen (Katja Schweins) in der Kutsche zu Kindern wie Thilo gefahren. Foto: Jürgen Vahle

Zwar kam der Patron der Germeter St.-Nikolaus-Gemeinde nicht, wie das seit 76 Jahren üblich ist, vor großem Publikum aus dem Wald geritten, um die Kinder anschließend auf dem Hof der Serviam-Schwestern zu beschenken. Aber die Aktionsgruppe „Hand in Hand“ hatte dafür gesorgt, dass Nikolaus bei einer Fahrt in der Kutsche von Stefan Kofler durch den Ort bei den kleinen Germetern vorbeischauen konnte und kostenlos eine Überraschung übergab oder vor die Tür stellte.

„Hand in Hand“ war mit der Resonanz der mit dem Ordnungsamt abgesprochenen Ersatzveranstaltung sehr zufrieden: 150 Kinder wurden beschenkt. Da hatte der Nikolaus (Herbert Leifert) ganz schön zu tun – und daher statt Knecht Ruprecht lieber ein fleißiges Engelchen (Katja Schweins von der Kita St. Michael) dabei, die ihm zur Hand ging.

Auf eine Kutsche konnte Nikolaus auch beim Patronatsfest in Natzungen zurückgreifen. Mit Unterstützung des Pfarrgemeinderates waren am Nikolausmorgen zu allen Haushalten mit Kindern und Senioren in Drankhausen und Natzungen kleine Aufmerksamkeiten gebracht worden. Zum Nikolaustag waren im Dorf zudem abends viele Lichter und Kerzen an die Straße gestellt worden.

Auch in Willebadessen wurde eine originelle Lösung für den Besuch des Heiligen gefunden: Die ehrenamtlichen Kräfte der Jugendfeuerwehr organisieren normalerweise eine Feier in der Pfarrkirche. In diesem Jahr wurde kurzerhand ein Nikolaus-Drive-In aufgebaut. Mädchen und Jungen konnten den Bischof von Myra im Vorbeifahren zuwinken, bevor sie ihre Nikolaustüten von den Ausbildern der Wehr überreicht bekamen. Einige der Kinder hatten dem Nikolaus sogar gemalte Bilder mitgebracht. Die Aktion hatte sich im Vorfeld herumgesprochen: Marion Münster war mit ihrem Mann und ihren Kindern aus Bad Wünnenberg angereist. „Die Idee ist einfach klasse, und meine Kinder freuen sich, den Nikolaus zu sehen. Es ist schön, dass es immer noch Menschen gibt, die versuchen, jemandem eine Freude zu machen“, lobte die Mutter.

In vielen Orten bekam der heilige Mann Hilfe von der Feuerwehr. So auch in Eissen. Dort fiel wegen der Pandemie der beliebte Nikolausmarkt flach. Um den Kindern trotz der aktuellen Situation einen schönen Nikolaustag zu bescheren, hatte der Vorstand der Elterninitiative „Hüssenbergnest“ unterstützt von der Löschgruppe die Verteilung kleiner Geschenke organisiert. Der Nikolaus wurde im Feuerwehrfahrzeug durch den Ort gefahren, um die Kinder vor ihren Haustüren zu bescheren. 37 Haushalte wurden angefahren.

Gleich 85 Tüten verteilte der Musikverein Rimbeck an Kinder, die die Geschenke in gebührendem Abstand entgegennahmen. Carsten Rößner, Vorsitzender des Musikvereins, war in die Rolle des heiligen Mannes geschlüpft, Frank Mikus (stv. Einheitsführer im Löschzug West) saß hinterm Steuer des Bullis und sorgte auch dafür, dass entsprechende Weihnachtsmusik gespielt wurde.

Mehrere Nikolausaktionen, wie die in Germete, wurden vom Bonifatiuswerk unterstützt, das sich seit Jahren dafür einsetzt, dass der richtige Nikolaus und nicht der Konsum-Weihnachtsmann verehrt wird. „Füreinander da sein und so zu handeln, wie es der heilige Nikolaus getan hat, dieses Verhalten zeigt, dass der Heilige als Superspreader der guten Taten nicht aus der Mode gekommen ist“, macht der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, in einem Geleitwort für die vielen Aktionen in der Region deutlich. Erstmals konnte für Nikolaus-Veranstaltungen unter dem Oberthema „Tat.Ort“ eine Förderung von bis zu 500 Euro beim Bonifatiuswerk beantragt werden. Die Förderaktion des Hilfswerks läuft noch bis zum 13. Dezember.

 

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