Das WESTFALEN-BLATT öffnet im Advent die Türen: „Stern“ gewährt einen Blick das Warburger Bilder-Depot
Das neue Herzstück des Museums

Warburg -

Das Gedächtnis der Stadt Warburg ist das Museum im „Stern“. Tausende Urkunden, Dokumente, Zeitungsausschnitte und Fotos lagern dort. Und auch eine beträchtliche Zahl von Bildern bedeutender Warburger Künstler.

Sonntag, 06.12.2020, 22:30 Uhr
Unter optimalen Bedingungen kann Museumsleiter Franz-Josef Dubbi Werke Warburger Künstler jetzt lagern. Foto: Jürgen Vahle

Damit sie optimal aufbewahrt werden können, gibt es seit wenigen Monaten im Dachgeschoss des Gebäudes an der Sternstraße ein etwa 50 Quadratmeter großes Depot – alarmgesichert, voll klimatisiert, durchgehend auf 18 Grad beheizt und mit einer konstanten Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent.

„Objekte vor dem Verfall zu schützen und für kommende Generationen zu bewahren, gehört zu den primären Aufgaben des Museums“, macht Stadtarchivar Franz-Josef Dubbi deutlich. Und der Ort dieses Bewahrens für die teils wertvollen Gemälde sei nun das neue Depot oder Magazin, das Franz-Josef Dubbi als „eines der Herzstücke des Museums“ bezeichnet.

Das Bewahren der Exponate umfasse schließlich neben dem Konservieren und Restaurieren auch das sachgerechte Handling und Aspekte der Sicherheit. Voraussetzungen dafür seien optimale konservatorische Bedingungen, zum Beispiel hinsichtlich des Klimas. Und die sind im neuen Magazin im Dachgeschoss des „Sterns“ so hervorragend gegeben wie wohl an keinem anderen Ort im Warburger Land.

Primär werden dort Werke der bildenden Kunst aufbewahrt: Ölgemälde, Aquarelle, Pastelle, Gouachen, Zeichnungen, Drucke. Einen großen Raum nehmen Arbeiten der Künstlerfamilie Kohlschein ein: Kupferstiche von Joseph Kohlschein dem Älteren (1841-1915) und Gemälde, die seine Söhne Hans Kohlschein (1879-1948), Josef Kohlschein (1884-1958) und Edmund Anton Kohlschein (1900-1996) geschaffen haben.

Außerdem sind dort natürlich Gemälde und Zeichnungen von Gottfried Beyer (1889-1968) untergebracht. Dieser Maler und Kunsterzieher hat mit einer testamentarischen Schenkung wesentlich zur Entstehung des Museums beigetragen. Es gibt noch weitere Namen von Warburger Künstlern, deren Werke im Depot bei optimalen Bedingungen aufbewahrt werden: Jenny Kork (1872-1951), Heinrich Holtgreve (1913-1997), Josef Sauerland (1922-1991) oder Wisa von Westphalen (1910-1993).

Zwei Ausstattungskomponenten dominieren das Depot: Zum einen eine bodenlaufende und frei stehende Gemäldezuganlagen, ausgerüstet mit einer schwingungs- und erschütterungsfreier Führung. Zum anderen Grafikschränke für lichtempfindliches Museumsgut. Die Einrichtung und Ausstattung dieses Depots war erst vor Kurzem möglich geworden durch die Schenkung von Dr. Kurt Schultze, einem Enkel des Malers Hans Kohlschein. Sie bestand nicht nur aus 62 Arbeiten dieses Künstlers, sondern auch aus einer beeindruckenden finanziellen Zuwendung in Höhe von zusammen 650.000 Euro.

Dr. Kurt Schultzes Bilder, die er der Stadt überlassen hat, finden im Depot immer dann eine adäquate Unterbringung, wenn sie nicht in einer Ausstellung gezeigt werden. Denn das Sammeln, das Bewahren und das Forschen seien weniger beachteten, aber immens wichtigen Aufgaben von Museen, macht Stadtarchivar Franz-Josef Dubbi deutlich. Und das gelte auch im „Stern“.

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