Anette Dierkes und Andreas Bremer sind mit ihrem „Outdoorplace“ besondere Wege gegangen
„Lieber verkaufen als verpacken“

Borgentreich-Körbecke. -

Normalerweise läuft es in der Geschäftswelt so, dass erst der Laden und dann eventuell ein dazugehöriger Onlineshop eröffnet wird. Nur nicht in Körbecke, da ticken die Uhren anders.

Sonntag, 06.12.2020, 22:20 Uhr
Erst Onlineshop, dann Ladenlokal: Anette Dierkes und ihr Mann Andreas Bremer sind mit ihrem „Outdoorplace“ einen besonderen Weg gegangen - und das mit Erfolg. Foto: Alice Koch

17 Jahre ist es her, dass Anette Dierkes und ihr Mann Andreas Bremer ihren Onlineshop „Outdoorplace“ eröffnet haben. „Damit gehörten wir zu den ersten und standen in den Suchmaschinen immer ganz vorne“, erinnert sich Andreas Bremer. Ein Geschäft hatten sie damals nicht. „Wir haben uns immer schon gerne bewegt und wussten, dass dafür die richtige Kleidung wichtig ist“, erklärt Anette Dierkes, wie sie auf die Idee kommen sind, einen Online-Shop für Outdoor-Kleidung zu eröffnen.

Das Interesse der Kunden war groß. Nicht nur im Internet. Immer mehr Menschen aus der Region wollten auch vor Ort einkaufen. „Wir haben dann anfangs die Kleidung im Dachgeschoss unseres Wohnhauses und in unserer Garage verkauft“, erinnert sich die gelernte Sportlehrerin und -therapeutin. Das habe dann zu der Idee geführt, ein Geschäft zu eröffnen.

2010 war es soweit, und Anette Dierkes und Andres Bremer haben mitten auf dem platten Land in Körbecke ihren „Outdoorplace“ am Wanneweg 1 eröffnet. Die Standortwahl war dabei familienfreundlich gewählt, denn das Wohnhaus liegt direkt gegenüber.

Auf einer Verkaufsfläche von rund 180 Quadratmetern wurde nun auch vor Ort alles angeboten, was die Herzen der Outdoor-Fans höher schlagen lässt: Von Funktionskleidung, Joggingschuhen und Nordic-Walking-Zubehör über Regenjacken, Fleeceshirts und Wanderschuhen bis hin zu Fahrradtaschen und Freizeitkleidung. Wobei Anette Dierkes und Andreas Bremen ausschließlich fair produzierte Produkte einkaufen.

Im Laufe der Jahre rückte der Onlineshop immer weiter in den Hintergrund und fungiert heute in erster Linie als virtuelles Schaufenster. Dort werden die Kunden über besondere Aktionen und neue Produkte informiert, die sie nach wie vor auch online bestellen können. „Mittlerweile verkaufen wir aber deutlich mehr vor Ort als über das Internet“, sagt Anette Dierkes. Eine Entwicklung, die sie nicht bedauert. Im Gegenteil, denn das Verkaufen mache deutlich mehr Spaß als das Verpacken. „Ich bekomme sofort ein Feedback der Kunden, sie berichten mir von Wander- oder Fahrradreisen mit unseren Produkten, und ich kann bei der Auswahl der richtigen Kleidung, Schuhen oder Rucksäcken helfen“, schildert die 53-Jährige. Auf eine umfassende Beratung legt sie besonderen Wert. Ihre drei langjährigen Mitarbeiterinnen werden bei der Beratung zu Schuhen und Kleidung umfassend geschult, so dass sie alle auf dem gleichen Wissensstand sind. Die gute Beratung hat sich herumgesprochen und ist vermutlich auch das Erfolgsrezept, denn neben vielen langjährigen Kunden kommen auch immer wieder neue. „Diese kommen auf Empfehlung ganz bewusst zu uns, denn Laufkundschaft haben wir hier nicht“, lacht Anette Dierkes.

Viele neue Kunden kämen aber auch, weil sie in der Coronapandemie die Nahziele zum Wandern oder Fahrradfahren für sich (wieder-)entdeckt hätten. „Dank unserer treuen Kunden kommen wir ganz gut durch die Krise“, berichtet Anette Dierkes. Im ersten Lockdown im März hätten diese vermehrt wieder online bestellt und so das Geschäft unterstützt. Jetzt, im zweiten Teil-Lockdown kommt dem „Outdoorplace“ sein Standort zugute: Kein Gedränge, keine lästige Parkplatzsuche und Mitarbeiterinnen, die sich viel Zeit für die persönliche Beratung nehmen – und das geht eben nur offline.

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