750 Demonstranten bei Mahnwache auf dem Wall
Lautstarker Protest gegen Höcke-Auftritt in Höxter

Höxter -

Gegen den Auftritt von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke haben am Samstag in Höxter nach Angaben der Polizei rund 750 Menschen demonstriert. +++ mit Video:

Samstag, 05.12.2020, 18:14 Uhr
Mit Latten und Rasseln demonstrierten die Menschen in Höxter gegen Björn Höcke. Foto: Marius Thöne

Unter dem Motto „Höxter zeigt sich! Nie wieder Faschismus“ begleiteten Vertreter von Parteien, Kirchengemeinden und andere Gruppen eine Veranstaltung des AfD-Kreisverbandes Höxter zum Jahresausklang mit viel Lärm. Höcke hielt eine Rede vor rund 140 Zuhörern in der Stadthalle.

Rasseln, Holzlatten und Kochgeschirr

Der Protest mit Rasseln, Holzlatten und Kochgeschirr blieb friedlich. Ein gutes Dutzend Redner sprach sich für ein weltoffenes und tolerantes Höxter aus. Deutliche Worte gegen Höcke und die AfD fand der Fraktionschef der UWG im Höxteraner Stadtrat, Georg Heiseke. Er nannte die AfD eine „bösartige Minderheit“. Es sei ungeheuerlich, dass Höcke Höxter „heimsuche“. „Eigentlich sollten wir ihn verjagen“, sagte Heiseke.

Beeindruckt von Höxter

Höxters Bürgermeister Daniel Hartmann zeigte sich im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT stolz auf seine Stadt. Die große Resonanz auf den Aufruf zur Mahnwache sei „der helle Wahnsinn“. Er selbst sehe es als erster Bürger der Stadt als seine Pflicht an, gegen rechte Hetze auf die Straße zu gehen. Hartmann berichtete, dass der Hitlergruß gezeigt worden sei. „Wenn ich so etwas höre, wird mir schlecht“. Der evangelische Pfarrer Tim Wendorff twitterte am Samstagabend: „Bin beeindruckt, wie viele Menschen in Höxter zivilisiert und unter Beachtung aller Regeln trotz Kälte und Pandemie demonstrieren gegen Hass und Faschismus“.

750 Menschen bei Mahnwache

Beeindruckt von der Mahnwache war auch Jaqueline Grabosch von der Grünen Jugend, die zu den Organisatoren gehörte. „Wir hatten 500 erwartet und freuen uns, dass es mehr geworden sind“, sagte sie. Sie sei begeistert, dass sich die Menschen weitestgehend an alle Abstandsregeln gehalten hätten. Zwischenzeitlich musste sie die Demonstranten ermahnen, genügend Abstand zu halten. Die Maskenpflicht hielten die Demonstranten auf dem Wall ein. Lob gab es für Grabosch und ihr Team auch vom städtischen Ordnungsdezernenten Stefan Fellmann. Vor allem das Konzept einer Mahnwache an zwei Standorten sei aufgegangen.

750 demonstrieren in Höxter gegen Björn Höcke (AfD)

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Diskussionen um Maskenpflicht

Fellmann berichtete, dass sich auch die Teilnehmer der AfD-Veranstaltung „weitgehend“ an die Vorgaben gehalten hätten. Es habe aber einige Diskussionen um die Maskenpflicht gegeben, berichtete Ordnungsamtschefin Inge Ortjohann. Schlussendlich sei sie aber eingehalten worden. Sie sei von Besuchern der Stadthalle darauf angesprochen worden, dass das Ordnungsamt bei der Demonstration weniger kontrollieren. „Dort haben wir aber genauso kontrolliert wie in der Halle“, sagte Ortjohann. Ortjohann und Fellmann lobten die gute Zusammenarbeit mit der Polizei. Die war mit Beamten der Einsatzhundertschaft aus Bielefeld und Polizisten aus allen Bereichen der Kreispolizeibehörde Höxter im Dienst. Wie viele es genau waren, wollte Polizeisprecherin Ramona Ellebrecht nicht verraten. Im Vorfeld der Veranstaltung war vom größten Polizeieinsatz des Jahres in Höxter die Rede gewesen.

Höcke verlangt in seiner Rede von Meuthen, er müsse die Reihen der AfD schließen und statt innerparteilicher Angriff lieber die Bundesregierung attackieren. Im weiteren Verlauf kritisiert Höcke eine angebliche „Globalisierungselite“ und behauptet unter anderem, US-Präsident Donald Trump werde in vielen deutschen Medien falsch dargestellt. Trump sei ein „Nationalstaatsfreund“ - und „deswegen stehen wir an seiner Seite“.

In einer ersten Fassung dieses Texte hatte es geheißen, dass AfD-Anhänger den Hitlergruß gezeigt hatten. Das ist nicht richtig. Offenbar hatte das ein Betrunkener getan, der weder dem Höcke-Lager noch den Demonstranten zuzurechnen ist. Das bestätigt die Polizei.

Wir haben die Gegendemo und den Höcke-Auftritt im Live-Blog begleitet. Hier lassen sich die Ereignisse des Samstagnachmittags noch einmal im Einzelnen nachlesen .

 

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