Till Höster (24) aus Wormeln züchtet Hochlandrinder am Donnersberg
Waschechte Schotten auf der Weide

Wormeln/Germete -

Linda hat ein zotteliges Fell, imposante Hörner und mächtige Muskeln. Sie ist sehr verfressen, wird auch gerne mal aufdringlich. Ganz oben auf ihrem Speiseplan stehen Brennnesseln. Kartoffeln sind eine weitere Leibspeise des schottischen Hochlandrindes.

Freitag, 04.12.2020, 23:23 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 23:30 Uhr
Landwirt Till Höster (24) ist Besitzer der Hochlandrinder am Donnersberg. Elf Tiere leben dort auf den saftigen Weiden. Die älteste Kuh Linda freut sich über jede Kartoffel, die sie bekommt. Foto: Tanja Sauerland

Linda ist die älteste Kuh der Herde, die auf den saftigen Weiden am Donnersberg zwischen Wormeln und Germete zu bewundern ist. Auf dem 3,5 Hektar großen Areal ziehen elf schottische Hochlandrinder (Highland Cattle) alle Blicke auf sich: acht Kühe und ihr knuffiger Nachwuchs.

Die Tiere gehören Till Höster, der die kleine Weidewirtschaft als Hobby betreibt. Zweimal täglich schaut der 24-jährige Landwirt aus Wormeln nach seinen Vierbeinern. Er füllt Wasserfässer, Stroh, Getreideschrot und Grassilage auf. Hauptberuflich arbeitet Till Höster beim Biolandwirt Georg Tewes in Altenheerse. Vor und nach der Arbeit auf dem Bauernhof gehört seine Zeit den Rindern.

Die gutmütigen Gesellen sind am liebsten draußen. „Hochlandrinder sind bei Tag und Nacht, bei Wind und Wetter an der frischen Luft. Regengüsse sind für sie kein Problem. Ihr langes Fell sorgt für eine perfekte Isolierung. Selbst Schnee bleibt auf dem Haarkleid liegen“, berichtet Till Höster, „die Schwierigkeit in der kalten Jahreszeit liegt darin, darauf zu achten, dass das Trinkwasser nicht gefriert. Sonst verdursten die Tiere.“

Das schottische Hochlandrind ist eine uralte Rinderrasse, die ursprünglich (seit 1884) nur in Schottland und auf den Hebriden verbreitet war. In Deutschland sind diese besonderen Tiere erst im Jahr 1978 zur landwirtschaftlichen Nutzung eingeführt worden. Und Till Höster züchtet seit 2016 aus echter Überzeugung und mit viel Herzblut seine schottischen Hochlandrinder am Diemelradweg bei Warburg.

Die Besonderheit: Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter. „Lisa, die Tochter der ältesten Kuh Linda, ist ein wenig schüchtern, aber eine treue Seele. Bei einem Unfall hat sie ihr rechtes Horn verloren. Moni hat die Herde stets gut im Blick. Lena ist dieses Jahr das erste Mal Mama geworden. Hanna ist der Ruhepol der Herde, und als ihre Tochter Hermine kleiner war, war sie eine echte Helikoptermama“, zählt Till Höster markante Eigenheiten seiner Tiere auf. Und er fügt hinzu: „Merle ist sehr neugierig und aufgeweckt, Lola ist einfach da. Lotte ist das Baby von Lena, und Lukullus ist das Baby von Lisa. Lucy, das jüngste Kalb, ist gerade mal einen Monat alt.“

Und dann gibt es da auch noch den Leih-Bullen Lochan. „Lochan ist der Callboy, zuständig für den Nachwuchs“, meint Till Höster schmunzelnd: „Nach getaner Arbeit kehrt Lochan zu seinem Besitzer nach Breuna-Rhöda zurück.“

Ida ist vor zwei Monaten geboren worden und lebt aktuell im Garten der Familie Höster in Wormeln. Dort wird es täglich mit Milch aufgezogen. „Die Mutter hat das Kalb nicht angenommen. Also musste ich es mit nach Hause nehmen. Es soll aber später Teil der Herde am Donnersberg werden“, berichtet Till Höster.

Hochlandrinder zeichnen sich neben dem charakteristischen Haarschopf vor allem durch die dekorativen Hörner aus, die geschlechtsspezifisch ausgeprägt sind. Während beim Bullen die Hörner eher nach vorne gebogen sind, richten sich die Hörner der Kuh eher nach unten. „Die Hörner können bis zu 1,60 Meter und mehr Spannweite erreichen“, erklärt Till Höster.

Seine Hochlandrinder haben auch jeweils zwei gelbe Ohrmarken. Und für jedes Rind hat er einen Pass. Regelmäßig lässt er von einem Tierarzt checken, dass die Tiere gesund sind. Eine ausgewachsene Highland Cattle-Kuh wie Linda bringt etwa 600 Kilogramm auf die Waage, das optimale Gewicht eines Bullen beträgt bis zu 900 Kilogramm.

Für die zotteligen Gesellen von Till Höster endet das Leben übrigens nicht im Schlachthof. Till Höster: „Wer Fleisch essen will, muss Tiere töten. Das ist der Lauf der Dinge. Mir ist es allerdings wichtig, dass das Lebensende der Rinder so stressfrei wie möglich ist. Daher werden sie in ihrer gewohnten Umgebung auf der Weide geschlachtet und dann zur Zerlegung in eine Metzgerei und zum Reifen in ein Kühlhaus transportiert.“

Hochlandrinder überzeugen aufgrund des natürlicheren und langsamen Wachstums in freier Natur durch erstklassiges Fleisch. Es ist feinfaserig, zart und besonders schmackhaft. Es ist außerdem sehr fett- und cholesterinarm, dafür sehr eisen- und proteinhaltig sowie intensiv im Geschmack. Mehr Infos, auch zur Schlachtung und Bestellung von Fleisch, im Internet .

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