Warburger Schöffengericht verurteilt 33-Jährigen zu Haftstrafe auf Bewährung
Drogenplantage im Keller fliegt auf

Warburg (WB/Rö) -

Wegen Besitzes und Handelns mit Betäubungsmitteln musste sich ein 33-Jähriger vor dem Warburger Schöffengericht verantworten.

Montag, 30.11.2020, 18:16 Uhr aktualisiert: 30.11.2020, 21:07 Uhr
Symbolbild Foto: dpa

Dem gelernten Einzelhandelskaufmann und jetzigen Hartz-IV-Empfänger wurde vorgeworfen, 2018 und 2019 mit Drogen Handel betrieben zu haben. Weiterhin habe er in einem Kellerraum des Wohnhauses, das er in einem Warburger Ortsteil mit seinem Bruder bewohnt, Drogenpflanzen zum weiteren Verkauf gezüchtet.

Bei einer Hausdurchsuchung hatten Ermittler außerdem eine umfangreiche Menge an Pflanzensamen, die in einem Waffenschrank gelagert waren, sowie recht professionelles Equipment zum Anbau von Drogenpflanzen gefunden. Bei der Durchsuchung wurde auch Bargeld in Höhe von 1250 Euro sichergestellt und beschlagnahmt.

Dem Angeklagten auf die Schliche gekommen waren die Drogenfahnder durch Recherchen und Zeugenaussagen, die im Zusammenhang mit Ermittlungen im Drogenmilieu im benachbarten Hessen stattgefunden hatten. Der Bruder des 33-Jährigen saß wegen ähnlicher Vorwürfe bereits vor kurzem auf der Anklagebank.

Angeklagter reumütig und geständig

Bei seiner Verhandlung zeigte sich der Angeklagte vor dem Warburger Schöffengericht reumütig und geständig.

Während Staatsanwältin K. Bender eine Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten sowie die Ableistung von 120 Sozialstunden und eine dreijährige Bewährungszeit forderte, wollte die Verteidigung die Tatvorwürfe als minderschweren Fall eingestuft wissen und plädierte für eine einjährige Haftstrafe mit Bewährung.

Das Urteil durch Richter Stephan Schneyer lautete schließlich ein Jahr und zwei Monate Haft, ausgesetzt auf vier Jahre zur Bewährung. Außerdem hat der Angeklagte eine Geldbuße in Höhe von 1800 Euro an ein Kinderhospiz zu zahlen. Wie Richter Schneyer betonte, sei in Corona-Zeiten das Ableisten von Sozialstunden kaum machbar.

Drogenanbau schon recht professionell

Dass der Angeklagte bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten war, sich kooperativ zeigte und geständig war, wirkte sich mildernd auf das Strafmaß aus. Erschwerend wirkte sich allerdings die schon recht professionelle Vorgehensweise des Drogenanbaus aus.

Das bei der Durchsuchung beschlagnahmte Equipment, ein Handy sowie der Bargeldbetrag bleiben eingezogen.

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